Mercedes-Benz 300 SL

07. Februar 2015 10:10; Akt: 09.02.2015 10:26 Print

Der erste und letzte Träger eines legendären Namens

von B.von Rotz - Sein Name lässt Autofans in Ehrfurcht erstarren: 300 SL. Den ersten und letzten Vertreter dieser Art trennt heute der Faktor 50. Freude machen beide.

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Ein Mercedes 300 SL Roadster (vorne) kostet heute rund 50 Mal so viel wie der Mercedes 300 SL-24, der hier zum Überholen ansetzt. Fast 40 Jahre trennen diese beiden Fahrzeuge, der 300 SL Roadster (links) war ein mechanischer Meilenstein, der 300 SL-24 (rechts) strotzte von technischen Innovationen. Leistungsmässig liegen die beiden Sportwagen trotz fast 40 Jahren Altersdifferenz fast auf einem Niveau. Rund 500 kg schwerer ist der Mercedes-Benz 300 SL-24 von 1989 im Vergleich zum Urahnen 300 SL Roadster von 1957. Den Altersunterschied sieht man auch in der Cockpit-Architektur. Im Mercedes-Benz 300 SL-24 arbeitet ein knapp drei Liter grosser Reihensechszylinder mit 24 Ventilen und 231 PS Höchstleistung. Die rund 215 PS waren 1957 eine Spitzenleistung aus nur drei Litern Hubraum, nicht zuletzt dank der mechanischen Kraftstoffeinspritzung im W 198. Hier zeigt sich links vom 300 SL Roadster (W 198) der 300 SL der Baureihe R 107, gebaut von 1985 bis 1989. Der 300 SL W 198 war der letzte Mercedes, der ohne selbsttragende Karosserie daherkam. Als Rahmen wurde eine rennsporterprobte Gitterrohrkonstruktion eingesetzt. Vom 300 SL (W 198) der Fünfzigerjahre zum 500 SL (R 129) der Neunzigerjahre - dazwischen der 190 SL, der 230 SL und der 300 SL der Baureihe R 107. Das Cabriolet der Baureihe R 129 überzeugte durch moderne Sicherheitsmerkmale wie hochfester Frontscheibenrahmen oder innert 0,3 Sekunden automatisch ausklappender Überrollbügel. Viel Elektrik und Elektronik im Mercedes der Baureihe R 129 - künftige Generationen werden sich damit herumärgern, wenn sie den Wagen als betagten Oldtimer fahren wollen. Zwei Klassiker? Der im Hintergrund stehende 300 SL Roadster kostet heute rund eine Million, der einst 99000 Franken teure 300 SL-24 wird heute für rund 20000 Franken gehandelt.

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Schon allein die Zahlen-Buchstaben-Kombination ist legendär: 300 SL. 1954 wurde der erste Strassensportwagen mit dieser Typenbezeichnung in New York präsentiert. Die Salonbesucher bestaunten ihn begeistert.

Den Ausschlag für die Entwicklung des 300 SL Strassensportwagens gab der US-Importeur Max Hoffman, der sich ein sportliches Modell von Mercedes wünschte. 1953 machten sich die Stuttgarter Ingenieure daran, aus dem Rennwagen 300 SLR ein halbwegs zivilisiertes Coupé für die Strasse zu entwickeln, konstruktionsbedingt mit Flügeltüren.

Erfolg mit Unterbrechung

Im März 1957 präsentierte man als Nachfolger den 300 SL Roadster am Genfer Salon: Er war komfortabler, hatte aber die herkömmlichen Türen. 1963 wurde der letzte 300 SL der Baureihe W 198 gebaut, dann war Pause.

Erst im Jahr 1985 tauchte die Typenbezeichnung «300 SL» wieder auf dem Heck eines Mercedes auf. Es handelte sich dabei um das Cabriolet der Baureihe R 107, das nach vielen Jahren als 280 SL nun von der Aufstockung des Hubraums von 2,8 auf 3,0 Liter profitierte und damit für vier Jahre in den Genuss des legendären Namens kam.

Das technisch Machbare

Zum Genfer Automobilsalon 1989 wurde dann der Nachfolger R 129 präsentiert und damit das technisch Machbare zu jener Zeit.
Das Stoffdach liess sich ohne manuellen Eingriff vollautomatisch versenken und öffnen. Dies dank Mikroprozessoren, 17 Endschaltern, 15 Druckzylindern und 11 Magnetventilen.

Auch sicherheitstechnisch bot der neue SL, den es vorerst mit drei und fünf Litern Hubraum gab, Innovatives. Bei einem Überschlag klappte innert 0,3 Sekunden ein vorher unsichtbarer Überrollbügel aus der Karosserie aus. Eine Neuerung waren auch die Integralsitze mit eingebautem Gurtsystem und Gurtstraffer.
Eingepackt war die innovative Technik in ein konsequent modernes Karosseriekleid von Bruno Sacco. Neben dem R 129 sah der eben abgelöste R 107 aus wie ein Oldtimer.

Vater und Urenkel im Vergleich

Die Unterschiede zwischen dem 300 SL Roadster der Baureihe W 198 und seinem späten Nachfolger 300 SL-24 der Baureihe R 129 sind riesig. Der Urahne verlangt trotz sanfter Komfortorientierung nach einem geübten Fahrer: Eine Servolenkung gibt es nicht, selbst kräftige Waden sind gefordert. Immerhin: Das Vierganggetriebe lässt sich exakt schalten und an das Blinken durch Drehen des Huprings kann man sich gewöhnen. Und im Ohr hat man einen fast rennmässigen Sechszylinder-Sound.

Steigt man um in den 30 Jahre jüngeren 300 SL, fühlt man sich wie in einem modernen Auto, obschon auch der R 129 inzwischen fast den Oldtimer-Status erreicht hat. Elektronik ist allgegenwärtig, sogar die Einstellung des Innenrückspiegels lässt sich (gegen Aufpreis) programmieren, genauso wie die Sitzposition und die Einstellungen von Lenkrad oder Aussenspiegeln.

Deutlicher Preisunterschied

Vom einstigen Röhren ist beim 300 SL-24 nicht mehr viel geblieben, obschon der Vierventiler eine durchaus sportliche Aussprache hat. Servopumpen machen die Bedienung des 1,8-Tonners zum Kinderspiel und mit dem damals erstmals eingeführten Windschott kann man praktisch zugfrei und dank Sitzheizung und wirksamer Heizung sogar im Winter offen fahren.

Dank moderner Fahrwerkstechnik kompensiert der moderne 300 SL den Gewichtsnachteil von rund 600 kg und läuft mindestens so schnell wie sein Vorgänger. Trotzdem ist der «Alte» heute locker 50 Mal so viel wert als sein Nachfahre.

Weitere Infos und Bilder zum Ur- und Neo-Klassiker 300 SL finden sich auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Guescht am 07.02.2015 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    so schön...

    Der Oldtimer kostet 50 mal mehr und sieht 100 mal besser aus...

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  • Cippo am 07.02.2015 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Zeiten...

    Ein wunderbar schöner Klassiker. Da ist nichts mehr weiteres zu schreiben....

  • Snuups Bernhardiner am 07.02.2015 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hässlich

    Warum sind alte Autos traumhaft schön und was man aktuell kaufen kann einfach nur hässlich? Liebe Autobauer, mich interessiert kein cw Wert, ich will ein schönes Auto fahren und keine optische Beleidigung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kevin am 08.02.2015 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    das waren noch autos

    heute gibt es nur noch einheitsbrei aus einem 3d-cumputerprogramm. bei Oldtimern sieht man einen gewissen Charakter des Autos. man kann beinahe sagen, dass die frontpartie wie ein gesicht wirkt. so etwas wird es nie mehr geben. leider.

  • Nenad F. am 08.02.2015 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rostlauben!

    Mit meinem BMW M3 fahre ich Kreise um diese langsamen Oldtimer-Rostlauben!

    • kunigunde am 08.02.2015 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      auto teurer als jahreslohn

      Einer mehr der es nicht begreifft. So ein klassiker ist halt nichts fuer die leasing fraktion. Sorry, aber so M3 stehen reihenweise vor kebab imbiss buden herum.

    • Folgo am 08.02.2015 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung

      Du hast weniger als keine Ahnung.Ein M3 fährt man nicht,ausser das primäre Merkmal eines Mannes ist vielzu klein geraten...

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  • Bujamin am 08.02.2015 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mercedes

    Ich war schon immer ein grossee Mercedes Fan. Und heute bin ich stolz dass ich endlich einen C63 AMG besitze.

    • kunigunde am 08.02.2015 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      leasing sei dank

      Wenigstens hat mercedes eine zielgruppe. Welche verrat ich aber nicht! Nur soviel, vom esel direkt in die c-klasse.

    • Fubar am 08.02.2015 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Slawischer Traumjäger

      Nun, ich hoffe, Sie wissen wo der von Ihnen zitierte Spruch herkommt und was er bedeutet. Und jemand, der mit 23 Jahren solche Wagen bar bezahlen kann, hat entweder einen großzügigen Papa oder macht krumme Geschäfte. Und nochwas: Hochmut kommt vor dem Fall.

    • Tzzz am 08.02.2015 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Arme sieche ihr

      Ich verstehe nicht was so verwerflich daran sein soll einen c63 zu fahren. Wunderschöne Autos... Wenn man arbeitet sind sie erschwinglich. Wieso immer gleich Leasing vorwerfen?

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  • Studiosus am 08.02.2015 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönster Nachkriegswagen

    Eigentlich mag ich Mercedes gar nicht. Aber dieser Wagen ist wohl einer der schönsten Nachkriegswagen überhaupt. Seine Form ist vollkommen. Ich verstehe nicht, wieso sich die heutigen Designer ein Zwangskorsett auferlegen lassen, das aus technischen Werten besteht, wenn es ums Design von Luxusautos geht. Was für eine Rolle spielt denn der Benzinverbrauch bei einem Auto, das Fr. 250'000.- kostet? Ob 10, 20 oder 30 Liter sind doch egal, da kann man die Aerodynamik doch ausser Acht lassen und frei gestalten.

  • Schnidrig am 08.02.2015 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Graus

    Früher hatten die Leute noch Stiel und Ehrfurcht. Das sind die Resultate. Wie die Leute so der Wagen. Und nun schaut euch mal die heutigen gleichschaltungs - Schüsseln an. Ein Graus, ein Graus.