Opel Rekord LS 1.8i Caravan

10. August 2019 13:43; Akt: 10.08.2019 13:43 Print

Der letzte Rekord von Opel

Der Rekord war als Limousine, Kombi oder Coupé über Jahrzehnte ein Erfolgsgarant für Opel. 1986 war damit Schluss.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wir sitzen in einem der letzten gebauten Opel Rekord Caravan. Der Rekord E2 war das Ende einer ganzen Automobildynastie, der Nachfolger hiess Omega und konnte seinem Vorgänger bezüglich Erfolg nicht das Wasser reichen.

Während über 30 Jahren blieb der Opel Rekord seinen Grundtugenden treu: preiswert, anspruchslos, ausserordentlich zuverlässig und kein bisschen mondän. Kein Wunder, wirkte er immer ein wenig gar bürgerlich und normal, meilenweit entfernt von einem Alfa Romeo Alfetta oder einem Audi 100. Die robuste Technik aber hielt ein Autoleben lang, technische Experimente ging Opel mit dem Rekord keine ein.

Auf den ersten Olympia Rekord von 1953 folgten die Rekord-Modelle P1 und P2, dann wurde das Alphabet ab A bemüht. Mindestens ein, maximal sechs Jahre hielt Opel einer Generation die Treue, dann kam der nächste Wurf. Während sich das Design anfänglich im amerikanischen Stil noch alle Jahre leicht änderte, glichen sich die Jahrgänge späterer Version deutlich stärker, was den Werterhalt sicherte.

Aerodynamik und Geräumigkeit

Als 1977 der Rekord E (nachträglich E1 genannt) präsentiert wurde, standen Wirtschaftlichkeit und Praxisnutzen hoch im Kurs. Entsprechend wurde bei der Entwicklung viel Gewicht auf gute Raumausnutzung und eine verbesserte Aerodynamik gelegt. Manches wurde bei der Weiterentwicklung 1982 sogar nochmals verbessert.

Obwohl sich Rekord E1 und E2 sehr ähnlich sahen, war kaum ein Blechteil gleich geblieben. Das Heck lag etwas höher, die Front war aerodynamischer geworden. Ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,36 war das gute Ergebnis. Das Interieur war mit Instrumenten aus der Senator/Monza-Baureihe aufgewertet worden. Die Materialien wirkten freundlicher, die Lärmisolierung war verbessert worden.

Aussen gab es nun Kunststoff-Stossfänger, die auch leichte Rempler ohne bleibende Schäden überlebten. Und auf der Aufpreisliste figurierten erstmals Aluräder.

Einer der wenigen Überlebenden

Der beliebte Kombi, bei Opel traditionell Caravan genannt, wurde gern von Handwerkern gekauft, denn seine robuste Natur und die grosszügigen Platzverhältnisse waren echte Pluspunkte. An Extras, die es in der Opel-Preisliste in grosser Auswahl gab, packten die knapp kalkulierenden Käufer meist wenig dazu. Und genau in diesem Sinne wurde wohl auch der fotografierte blaue Kombi, der fast wie durch ein Wunder im Originalzustand die Jahrzehnte überlebt hat, wohl als einer der Letzten seiner Art bestellt und am 1. Juli 1986 zugelassen.

Eine Fahrt im blauen Kombi ist eine erfreuliche Angelegenheit. Dass der Rekord E2 etwas in die Jahre gekommen ist, merkt man, wenn man in den Rückspiegel schaut, denn der tote Winkel ist scheunentorgross, so dass der Kopf weit nach hinten gedreht werden muss, wenn man auf der Autobahn die Spur wechseln will.

Brave Technik

Ansonsten aber gelingt das Fahren mühelos, die vergleichsweise moderne Technik verhält sich brav und erwartungsgemäss. Weder das Wechseln der Gänge noch das Lenken verlangen nach besonderem Geschick oder überdurchschnittlicher Muskelkraft.

Laut ist der Rekord auch nicht, wenn man einmal von Reifenabroll- und Gepäckträger-Windgeräuschen absieht. Erfreulich: Der Opel begnügte sich auf unserer umfangreichen Probefahrt mit gerade einmal 8,5 Litern Bleifrei 95 auf 100 km, da kann man nicht klagen.

Weitere Informationen und Bilder zum Opel Rekord und seinen Vorgängern gibt es auf www.zwischengas.com.

(jcg)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfa75 Doppelvergaser am 10.08.2019 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    Da sieht man wie weit es die Autoindustrie und die Politik gebracht haben. 8,5 Liter auf 100 Km Verbrauch im Jahr 1986. Und wo sind wir im 2019, über 30 Jahre später angelangt? Gemäss Werbung verbrauchen die Kisten ja laufend weniger Sprit. Aber eben, denken und rechnen ist halt nicht jedermanns Sache. So lässt sich dann auch eine E-Schleuder gut an die Dummies verkaufen.

    einklappen einklappen
  • Chrigel Sunlover am 10.08.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kindheitserinnerungen

    Ich Jg. 1970 bin in so einem Opel Rekord Kombi auf dem Rückbank gross geworden. Damals ohne Kindersitz! Mein Vater fuhr 2 Kombis. Am Schluss den 2.2i als Automatik und in der Montana Ausführung. In diesem Fahrzeug reisten wir zum campieren nach Italien und Spanien. Einer der letzten Opel die keine "Spesen" machten!

  • Panissidi Benno am 10.08.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Opel Omega A

    Habe einen Omega A, Jg. 1989. Bin 1. Halter mittlerweile 30 Jahre und 881'000 km auf dem Tacho. Orig. Motor und Automat. Was für ein Fahrzeug. Werde so was nie mehr bekommen heute nur noch Einweg Fahrzeuge. Das war noch Fahrzeugbau.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ed am 11.08.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Opel halt.. nicht mehr und nicht weniger.

    Nichts schönes, erinnert mich aber an das Strassenbild meiner Kindheit..

  • Alternative für die Schweiz am 11.08.2019 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschönes Auto

    Endlich wieder mal einen Beitrag ohne ideologischen Hintergrund, Bravo! Ich hatte einen Schnee weissen 2.2i. Ich liebte dieses Fahrzeug über alles. Die Heckschleuder machte auch im Winter Spaß zum fahren!

  • Rosenkavalier am 11.08.2019 02:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anregung

    Könnte man der App nicht einen E-Guru- und Sunpower-Filter spendieren, damit diese sich nich an allen unmöglichen Orten wie z.B. hier in musealer Umgebung sachfremd herumtrollen?

  • Bruder Jakob am 11.08.2019 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böhse Opelz

    Damals waren die Opels noch gute Autos. Mein erstes eigenes Auto war ein Rekord Kombi. Hat mich zwar nie im Stich gelassen, weil aber in der Elektronik etwas faul war, musste ich alle 2 Wochen 2-3 Birli tauschen. Das wurde mir dann zu blöde, darum habe ich ihn nach 2 Jahren in den Export gegeben und habe mir einen 2,4 l Omega zugelegt. Hätte besser den Rekord behalten. Beim Omega war nicht nur "etwas" in der Elektronik faul sondern die ganze Elektronik. Den konnte ich dann alle 2 Wochen in die Garage bringen. Am Schluss habe ich ihm aus Frust täglich mal eins ins Blech getreten und ihn schlussendlich gratis an einen Exporthändler abgegeben. Wollte die Karre einfach nur noch weg haben. Seitdem ist Opel für mich gestorben.

    • No Opel am 11.08.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruder Jakob

      Kann ich unterschreiben. Gleiches erlebt, gleich gehandelt.

    • Böser Eugen am 11.08.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      unser Rekord E1 2.0S

      Kombi mit Registervergaser, Zuckermandel-hellblau. Hat erst nach 220'000 angefangen zu mucken. Zuerst die Nockenwelle, dann das Getriebe und am Schluss dann noch die Elektrik & Rost. Vorher einfach nur ein Arbeitstier, wurde 13-jährig und zum Fahren lernen ideal, weil geniale Rundumsicht wie heute kein Auto mehr. Heute fahre ich aus Qualitätsgründen Saab. Fast untötbar, der Letzte wurde 20, 350tkm, verbrauchte moderate 8.5 Liter und ging als Ersatzteilspender weg. Ich weiss nicht, was ich mit so einer modernen Wegwerfkutsche anfangen soll, denn umweltfreundlicher sind die sicher nicht!

    einklappen einklappen
  • Beamter am 10.08.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flottenwagen

    War auch das Flottenauto der damaligen PTT-Telecom. Wir vom Komunalbetrieb hatten hingegen den VW Passat.