Ferrari 365 GTC/4 Spider

25. Januar 2020 12:47; Akt: 25.01.2020 12:47 Print

Ein Ferrari, den es so aus Maranello nie gab

von B. v. Rotz - Elegante GT-Cabriolets haben bei Ferrari eigentlich eine lange Tradition. Doch vom 365 GTC/4 gabs keines. In die Lücke sprangen private Firmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im März 1971 wurde auf dem Genfer Autosalon der Nachfolger des zweisitzigen Ferrari 365 GTC präsentiert. Der 365 GTC/4 hiess zwar beinahe gleich wie sein Vorgänger, stand designmässig und technisch aber eher dem 365 GTB/4 Daytona nahe. Auf diese Nähe wies die Zusatzbezeichnung «/4».

Wie beim Daytona sorgten vier obenliegende Nockenwellen für die Ansteuerung der 24 Ventile, die in Zusammenarbeit mit sechs Doppelkörper-Horizontalvergasern der Firma Weber dem V12-Motor 340 DIN-PS bei 6600 Umdrehungen entlockten. Im Gegensatz zum Daytona war das Getriebe beim GTC/4 direkt mit dem 4,4-Liter-Motor verblockt.

Das Design entstand wie üblich bei Pininfarina. Filippo Sapino sorgte als Zeichner für eine flüssige Linienführung, die allerdings nicht allen Beobachtern auf Anhieb gefiel. Mit zwei vollwertigen und zwei Behelfssitzplätzen sowie rund 300 Liter Kofferraumvolumen war der 365 GTC/4 zwar kein Raumwunder, aber doch vergleichsweise praktisch, was durch die serienmässige Servolenkung noch verstärkt wurde.

Keine offene Variante ab Werk

Zur Enttäuschung vieler Cabriolet-Fans verzichtete Enzo Ferrari beim GTC/4 auf die Bauform mit Stoffdach, wohl auch wegen der damaligen Unklarheiten in der amerikanischen Gesetzgebung.
Dabei bot gerade das schwungvolle Frontmotor-Coupé eigentlich gute Voraussetzungen für eine Cabriolet-Umwandlung und auch der Rohrrahmen, der als tragende Struktur für Stabilität sorgte, war eine zielführende Grundlage.

Was das Werk nicht liefern wollte, bauten private Firmen für zahlungsbereite Kunden. Einer dieser Anbieter, der unter anderem auch Daytona Coupés zu Spidern umwandelte, war Autokraft in Grossbritannien. Die Blechkünstler in Shalford schnitten das Dach ab, gestalteten die Heckpartie um und nähten eine passende Stoffmütze zusammen. Meist wurden diese Umbauten nicht an Neuwagen, sondern an gebrauchten Coupés vorgenommen.

Frühlingserwachen

Der offene GTC/4 ist eine Freude bei jedem Wetter. Aber wenn die Sonne scheint, dann läuft er zur Höchstform auf. Dann begeistert der V12-Motor mit seiner wohltönenden Klangkulisse. Die Gänge flutschen durch die drei Ebenen, Richtungsänderungen sind mit der Servolenkung eine reine Freude.

Das Fahren in diesem Spider macht wirklich Spass. Kraft ist jederzeit genug vorhanden und auch das nicht unbeträchtliche Gewicht von über 1,7 Tonnen (inklusive Besatzung) stört kaum.
Fürs Bergrennen ist der Ferrari natürlich weniger geeignet als für das Cruising am Lido.

Ein knappes Dutzend?

Nur wenige Ferrari 365 GTC/4 wurden zum Cabriolet umgebaut, heute sind sie sogar günstiger als das Werks-Coupé, wenn man denn eines findet und die immer noch beträchtliche Kaufsumme auf Eigentumswohnungs-Niveau aufbringen kann.

Weitere Informationen und viele Bilder zum Ferrari 365 GTC/4 Spider gibt es samt Klangmuster auf www.zwischengas.com.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 25.01.2020 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach ...

    ... ein sehr schönes Auto.

    einklappen einklappen
  • Jey am 25.01.2020 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunstwerk vom feinsten

    Reines kunstwerk von damals von a bis z , heute (fast) unbezahlbar

    einklappen einklappen
  • Ken-Guru am 25.01.2020 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Miami Vice Daytona

    Und der Daytona 365 Spider, wurde in der 80er Jahre Serie, "Miami Vice" zum Kultfahrzeug.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marton fritz am 26.01.2020 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ach die schöne welt

    Schon lustig, fälscht Holywood ein wagen, passiert nix. Tuts ein japaner oder chinese, brasilianer, schon meldet sich ferrari mit Verletzung von Markenrechten, ist die welt nicht lustig ;)

  • Ema Ission am 26.01.2020 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emissionsspitzen

    Tests an zwei der beliebtesten Mittelklassefahrzeuge haben gezeigt, dass die Feinstaub-Emissionen der neuesten Diesel-Pkw auf mehr als das Tausendfache des Normalbetriebs hochschnellen können. Diese gefährlichen Emissionsspitzen entstehen durch die Reinigung der Dieselpartikelfilter im Fahrbetrieb und können sich augenblicklich schädlich auf das Herz und die Lunge auswirken.

  • Lehrer am 26.01.2020 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    China produziert E-Autos

    Da wird produziert was das Zeug hält, Umweltschäden hin oder her, die E-Hype ist voll am laufen und bereits sind schon die ersten gesundheitlichen Schäden zu verzeichnen: Der Coronavirus breitet sich aus und hat schon Europa etc. erreicht. Alles halb so schlimm sagen die selbsternannten Experten, wir wollen jetzt das E-Auto mit diesen hochgiftigen Batterien, egal wenn wir dahingerafft werden, es lebe das E-Auto, nichts kann uns mehr stoppen!!

    • Burschi am 26.01.2020 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lehrer

      Hallo Herr Lehrer. Was hat das mit dem Ferrari zu tun? Nix!

    einklappen einklappen
  • ein Leser am 26.01.2020 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld und Macht

    na ja, nur weg vom Verbrenner? Ob das der richtige Weg ist um die Welt zu retten, das bezweifle ich, mit der Entsorgung von dem ganzen Elektroschrott das wird nicht einfach, aber es kommt wie es kommen muss, wer das Geld und die Macht hat, der bestimmt den Markt, so siehts aus.

  • Ervin Keller am 26.01.2020 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da fehlt was

    Auf Bild 5 sieht man das Fahrzeug auf der Autobahn ohne Kennzeichnen, die Autobahn Vignette ist auch nicht zu erkennen...