AMC Spirit AMX

18. Mai 2019 09:48; Akt: 18.05.2019 09:48 Print

Ein Amerikaner mit einem starken Auftritt

Den AMC Spirit gab es 1979 als AMX mit einem fünf Liter grossen V8. Vielleicht war er der letzte Muscle Car der alten Garde.

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Der American Motors Corporation ging es im Jahr 1978 nicht besonders gut. Die Energiekrise hatte dem Hersteller zugesetzt und Geld für komplette Neuentwicklungen war keines da. So entstanden neue Modelle meist durch die Kombination von bewährter Technik und Fahrzeugteilen mit relativ geringen Designkorrekturen.

Der Gremlin, hergestellt zwischen 1970 und 1978, lieferte die Basis für den Spirit, der sowohl als Schrägheck-Limousine als auch als Liftback-Coupé ab dem Modelljahr 1979 angeboten wurde.

Für amerikanische Verhältnisse war der im August 1978 vorgestellte Spirit ausserordentlich kurz. Der Radstand betrug 244 cm, die Limousine mass 424 cm in der Länge, das Coupé 428 cm. Mit 182,5 cm Breite und 131 cm Höhe ergab sich eine sportliche Statur.

AMX mit etwas Muskeln

Während Ford in den Mustang (Generation «Fox») hauptsächlich Vier- und Sechszylindermotoren verbaute, bot der fünf Liter grosse V8 im Modell «AMX» noch richtiges Muscle-Car-Gefühl. Zwar waren die Leistungswerte mit 127 PS bei 3200 Umdrehungen und 298 Nm bei 2400 Umdrehungen nicht gerade berauschend, aber mit knapp über 1400 kg (59 kg mehr als der Sechszylinder) hatte er auch nicht allzu viel Gewicht zu bewegen.

21'900 Franken kostete die AMX-V8-Version, die es nur im Modelljahr 1979 gab. Breite Radialreifen, Kotflügelverbreiterungen, Spoiler und allerlei Kriegsbemalung setzten den schnellsten Spirit (fast 170 km/h) von seinen langsameren Brüdern ab.

Zum Vergleich kostete ein Alfa Romeo GTV 21'490 Franken, ein BMW 630 CS 42'340 Franken, ein Ford Capri 2300 V6 Ghia 18'770 Franken und ein Lancia Beta 2000 Coupé 20'350 Franken. Keiner dieser Konkurrenten konnte acht Zylinder und derart fette Reifen bieten. Und auch die serienmässige Ausstattung dieser Europäer war deutlich weniger umfangreich.

Europäische Gene

Die Basismotorisierung des Spirit war ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum, den AMC von Audi übernommen hatte, aber in den USA selber herstellte. In ähnlicher Form wurde dieser Motor auch im Porsche 924 verbaut. Allerdings wurde dieser Motor bereits 1980 zugunsten eines grösseren Vierzylinders von Pontiac fallengelassen, um mehr Drehmomente (und vermutlich tiefere Kosten) zu erzielen.

Das amerikanische Team Highball meldete 1979, unterstützt durch die Reifenfirma B.F. Goodrich, zwei AMC AMX für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Als Besonderheit mussten die beiden Spirits (wegen des Sponsors) mit B.F.Goodrich-Strassenreifen fahren – ein gewichtiger Nachteil im Vergleich zu den Slicks, die die Konkurrenz aufziehen konnte.

Damals wurde auf dem Nürburgring mit Gruppe-1- und Gruppe-2-Autos gefahren, das Feld von rund 120 Autos setzte sich vornehmlich aus Autos wie dem Ford Escort oder dem VW Polo zusammen. Gegen diese Fahrzeuge hatten die AMCs auf der Geraden durchaus Vorteile, in den Kurven aber wurden sie von den leichteren Wagen wieder bedrängt. Am Schluss erzielten die beiden AMC trotz Problemen einen Klassensieg, nicht schlecht für den ersten Einsatz in Deutschland!

Kurze Karriere

Für den AMX war bereits 1980 Schluss, im zweiten Jahr war er nur noch mit Sechszylinder zu haben. Den normalen Spirit gab es noch bis 1983. Etwa 176'000 Exemplare sollen insgesamt entstanden sein, 3657 davon trugen die auffällige AMX-Bemalung. Allzu viele dieser Fahrzeuge dürften hierzulande nicht überlebt haben.

Weitere Informationen, mehr Bilder und Filmdokumente zum AMC Spirit AMX gibt es auf www.zwischengas.com.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tankstellenbesitzer am 18.05.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft solche Autos

    Es sollten viel mehr von diesen Autos auf Schweizer Strassen unterwegs sein.

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  • Bruno Banani am 18.05.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Cooles Auto

    Optisch ein Hammer Auto. Allerdings wundere ich mich immer wieder, wie man es schafft, aus einem 5 Liter V8 lediglich mickrige 127 PS rauszukriegen

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  • Hä? am 18.05.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Muscle Car

    Wie jetzt, etwas mit 127 PS wird als Muscle Car bezeichnet?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 22.05.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    ++++++++++ Auf dem E-Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. ++++++++++

    • Ecomento am 24.05.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Info

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  • Kris Markiewicz am 21.05.2019 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    its all about the carburatörs

    Zweifachvergaser draufschrauben - das war die Art der Amerikaner Benzin zu sparen.Moderne >Motorentechnik? Nööö, für was denn auch???Wechselt man nun diesen Doppelvergaser gegen ein Sixpack aus ( Sechsfachvergaser) dann hat der Motor eine ganz andere Menge an Benzin-Luft-gemisch das er stets zur Verfügung hat.Aus 127 werden 280 PS und das macht sich bemerkbar. AMC´s sind sehr interessant, allen voran der Javelin-eine grossartige Alternative zu all den Eleanors, die überall herumfahren...

  • Marc Bjorg am 19.05.2019 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kat

    Ja, nicht optimale Brennräume mit Katalysator, und 5L V8 bringt gerade noch 127Ps... Aber er war sauberer als jeder EU Wagen ohne Kat. Der Pontiac Trans Am, hat noch lange von seinem sauberen V8 (Glücksfall Brennräume) profitiert und war lange Jahre das einzige Muscle Car. Simulation brachte später die Fähigkeit Brennräume so zu gestalten das weniger Dreck und mehr Leistung vorhanden war, auch dank Bemzin Einspritzung.

  • E-Guru am 19.05.2019 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Tankstelle in der eigenen Garage

    Morgens in ein "vollgetanktes" Auto steigen? Das ist einer der Vorteile von Elektromobilität, denn mit der eigenen Wallbox, die eventuell noch mit regenerativer Energie aus Photovoltaik oder Wind versorgt wird, hat man die Tankstelle in der Garage.

    • E-Auto/Lithium Lobby am 20.05.2019 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E-Guru

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  • Formel E am 19.05.2019 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss E-Prix

    Am Samstag, 22. Juni 2019, findet in Bern der Swiss E-Prix statt. Das Formel-E-Strassenrennen mit Elektromotoren findet zum ersten Mal in der Hauptstadt statt.

    • ussocom am 19.05.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Formel E

      langweilig und viel zu langsam. dieses wochende finden die 24 stunden auf der nordschleift statt. das ist viel wichtiger....

    • Badener am 20.05.2019 23:15 Report Diesen Beitrag melden

      @ussocom

      Warum bist du dan nicht da?BMW hat bisher dominiert! Weißt du das? Ein E Rennen mit Schleife-Rennen zu vergleichen,ist seltsam. Ich wünsche es mir nicht,aber die e Rennen werden die Benzinrennen ablösen. Keiner glaubts,aber die Mehrzshl hier wirds leider noch erleben.

    • Point Man am 21.05.2019 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Badener

      Die Formel 1 bleibt die Königsdisziplin. Der beste E-Formel Fahrer ist in der F1 aller höchstens Mittelmass...

    • Peach Pan am 21.05.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Formel E

      Sie meinen das Rundkursrennen, welches eigentlich seit den 70ern verboten ist und nur dank dem politischen Populismus in der CH stattfinden kann? Zum Glück brennen E-Karren nicht bei einem Crash wie die böhsen Verbrenner (was ja der Grund für das Verbot war).

    • STI am 24.05.2019 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Point Man

      F1 war mal eine königsdiziplien! was sagst du zu isle of man? jeder aktueller F1 pilot würde sich in die Hosen machen!

    • E-Guru am 26.05.2019 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Formel E

      Dank der E-Auto/Öko Lobby darf sowas stattfinden, da Sie das Verbot von Rundstrecken Rennen das seit den 70er besteht einfach so ausgehebelt haben. Man sieht wieder das E-Autos noch mehr Lobbyismus brauchen um überhaupt mit den herkömmlichen Verbrennern konkurrieren zu können und das ist gut so.

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