Sterling GT

28. Juli 2018 08:01; Akt: 28.07.2018 08:01 Print

Ein Auto wie aus dem Matchbox-Katalog

von B. v. Rotz - Ein Lamborghini? Ein exotischer italienischer Showcar? Nein, unter der extravaganten Hülle sitzt die Technik des VW Käfers.

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Eigentlich war die britische Bausatz-Szene ja nach der Änderung der Steuergesetzgebung in den Sechzigerjahren praktisch verschwunden, doch der Buggy und andere Kunststoffkarosserien für Volkswagen-Fahrgestelle verschafften dem Selbstbauauto ein zweites Leben. Auch Autodesigner Richard Oakes gestaltete einen dieser Buggys, genannt Tramp.

So ganz befriedigte ihn aber der offene und doch sehr rustikale Buggy nicht. Zusammen mit seinem Freund Phil Sayers begann er, über einen Sportwagen nachzudenken, der technisch so unkompliziert wie ein VW-basierter Buggy sein sollte, aber eine deutlich elegantere und exotischere Karosserie haben sollte.

Nach einer rund zweijährigen Vorbereitungszeit konnte 1972 die Oates-Sayer-Firma Automotive Design & Development Ltd den «Nova» präsentieren. Der Wagen sah atemberaubend aus und bot mit seiner hochklappbaren Dachsektion eine echte Showcar-Optik. Nur gerade 750 Pfund kostete der Bausatz, das waren damals etwa 7500 Franken. Mehr Aufmerksamkeit für weniger Geld gab es damals in der Autowelt kaum.

Erfolgreich auch in Amerika

Es war kein Wunder, wurden Oakes und Sayer buchstäblich von interessierten Kunden überrannt. Schnell entwickelte sich auch in den USA eine Nachfrage nach dem gut aussehenden Sportwagen und natürlich rochen einige findige Unternehmer hier auch eine Chance, tüchtig Geschäft zu machen. Doch Oakes und Sayer hatten schlicht keine Zeit, sich um die Anfragen aus den USA zu kümmern.

Da brauchte es schon zwei richtige Enthusiasten wie Norm Rose und Cecil Robertson, die sich nicht scheuten, nach mehreren unbeantworteten Schreiben einfach ins Flugzeug zu steigen und die Briten vor Ort heimzusuchen. Dies sollte sich auszahlen, denn schliesslich unterschrieben die beiden Amerikaner einen Lizenzvertrag mit den Briten, um den Nova in den Staaten zu produzieren. Dort hiess er dann Sterling und kostete 2495 Dollar als komplettes Kit.

Flach und auffällig

4,42 Meter Länge, 1,78 Meter Breite und 1,07 Meter Höhe – das sind Dimensionen, die eigentlich ein sportliches und elegantes Äusseres fast schon garantieren. Und der Sterling enttäuscht nicht. Er wirkt aus jeder Perspektive interessant, ja extravagant. Und spätestens dann, wenn sich das ganze Dach mit Front- und Seitenscheiben nach oben hebt, sind die meisten Betrachter tief beeindruckt. Und erinnern sich an die Matchbox-Autöli aus ihrer Kindheit.

Das Einsteigen gelingt nach ein bisschen Üben besser als erwartet, man lässt sich im Prinzip einfach auf die flachen Sitze gleiten. Wer allerdings ein Sitzriese ist, dem wird das sich senkende Dach schon bald Kopfschmerzen bereiten, denn Kopffreiheit bleibt dann keine mehr. Für Personen bis 1,80 Meter dürfte die Bewegungsfreiheit ausreichen, grössere ziehen halt einfach den Kopf ein. Die Rundumsicht leidet natürlich unter der flachen Heckscheibe und den kombinierten B-/C-Säulen.

Lamborghini-Feeling im Innern

Ansonsten stellt der Sterling nur geringe Anforderungen an den Fahrer. Wer mit einem Käfer umgehen kann, findet sich auch im Sterling zurecht, trotz des Hurst-Schaltstocks, den die Amerikaner so gern verbauen. Die Käfer-Gene schlagen nicht nur bezüglich Akustik durch, auch die Fahrleistungen des Coupés halten nicht ganz mit dem Äusseren mit. Aber wo er auftaucht, wird der Wagen bewundert.

Weitere Informationen und Bilder zum Sterling und zu seinen Verwandten gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WS am 28.07.2018 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Mir gefällt besonders das Model, welches auf deem Auto sitzt. Wer ist das denn? ;)

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  • Renato Giudicetti am 28.07.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sterling

    Sterling... wollte ich Anfang der 70er Jahre aus Kalifornien in die Schweiz importieren. Die Zulassungshürden vom Strassenverkehrsamt waren aber absolut unüberwindbar. Die absolute Höhe des Fahrzeuges war nur eines. Das grösste war der Einstieg von oben (keine Türen) und letztens war auch die Distanz zwischen Boden und Sitz nicht der damaligen Norm entsprechend.

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  • frizz am 28.07.2018 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendetwas stimmt nicht....

    Was für eine Mogelpackung.... aber zugegeben, das Design ist ziemlich gelungen, von Lambo bis Ford. Hinten böllert ein Käfer-Boxer.... ein Porsche-Wecker müsste schon sein!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • [HazE]Büsi am 29.07.2018 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich ein Automodel das Chic angezogen ist und nicht billig aussieht. Kleid und Schuhe harmonieren. toll gemacht

  • Burebueb am 29.07.2018 02:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz klar....

    alles unnötiger Trash!

  • Te Rasse am 28.07.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Schönste an diesem Auto

    Ist die Deko auf Bild 1.

  • @Big Block am 28.07.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Die Technischen Daten sind also vom Käffer!? Na dan danke lieber nicht, ich bleib bei meinem Big Block. Sonst schönes Desing.

  • Ray Dörig am 28.07.2018 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schroo, Müll und Gebastel...

    wenn schon, dann ein org. Käfer Cabrio, als solch einen Müll in der Garage zu haben!!