Opel Monza GSE

11. August 2018 07:42; Akt: 11.08.2018 07:42 Print

Ein ernstzunehmender Sportler von Opel

von B. v. Rotz - Basis war der relativ biedere Senator, doch in Coupé-Form konnte der 1977 vorgestellte Monza sogar mit dem BMW 630 CS mithalten.

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In den 1950er- oder 1970er-Jahren des letzten Jahrhunderts stellte man sich den Opel-Fahrer als relativ biederen Bürger mit Hut und Hosenträgern vor. Zuverlässig und langlebig hatte dessen Auto zu sein, keinesfalls mondän oder auffällig. Mit dem Opel Monza verabschiedete sich Opel 1977 von diesem Image.

Den ersten Schritt in eine sportlichere Richtung hatte Opel 1968 mit dem GT gemacht, 1970 folgte der erste Manta. Im September 1977 standen dann auf dem Stand von Opel an der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt zwei brandneue Spitzenmodelle namens Senator (Limousine) und Monza (Coupé).

Nähere Angaben dazu waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch wenige zu bekommen, einzig die Motordaten – 3 Liter Hubraum, 180 PS – wurden kommuniziert und dass hinten eine moderne Einzelradaufhängung für Komfort und Fahrsicherheit sorgen solle.Tatsächlich war die Modellentwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz abgeschlossen, so sollen die Ausstellungsfahrzeuge sogar noch Kunststoffkarosserien gehabt haben, wird kolportiert. Das Publikum zeigte sich begeistert, einer Serienfertigung stand nichts im Wege.

Konkurrenzloses Coupé

Der Produktionsbeginn erfolgt ein halbes Jahr später, die Presse erhielt im April 1978 erstmals Gelegenheit, im neuen Senator/Monza Platz zu nehmen und Probefahrten durchzuführen. Eifrig wurde denn auch über den Wiedereintritt von Opel in die Oberklasse berichtet, schliesslich fehlte seit dem Auslaufen von Diplomat und Co. im Jahr 1977 ein Nachfolgemodell in der Opel-Palette.

Während die Limousine klar definierte Gegner in Form von BMW 5er-Reihe, des Ford Granada, des Mercedes-Benz 280 E oder des Citroën CX GTi hatte, war das Coupé Monza gewissermassen einzigartig. «Wo das Vorbild fehlt, muss man es schaffen», texteten die Opel-Werber.

Ein Schrägheck-Coupé mit eigenständiger Linie (wenn auch nur zwischen A-Säule und Heckabschluss) und Heckklappe (sowie umklappbaren Rücksitzen) bot kaum jemand in dieser Klasse an. Und die Form gefiel in ihrer kantigen und gleichwohl eleganten Linienführung.

Monza for Men?

55 Prozent der Monza-Käufer griffen beim Spitzenmodell zum Schaltgetriebe, liessen also die Dreigangautomatik links liegen. 31,8 Prozent wählten in den Anfangsjahren zudem das S-Paket mit strafferen Federn. Wenn man daraus eine starke Vormachtstellung männlicher Käufer ableiten will, liegt man wohl kaum völlig falsch.

Rund 215 km/h schnell war das Spitzenmodell und in 8,5 Sekunden waren aus dem Stand 100 km/h erreicht. Damit konnte man mit dem deutlich teureren BMW 630 CS mithalten und einen Mercedes 280 C abhängen. Zudem lag der Opel fast wie das sprichwörtliche Brett auf der Strasse.

Sachlich jedenfalls gibt es am Opel Monza nur wenig auszusetzen, selbst 30 Jahre und mehr nach seiner Herstellung. In den Recaro-Sitzen der GSE-Version legt man auch lange Strecken stressfrei und komfortabel zurück. Die Bedienung gelingt auch ohne Handbuch auf Anhieb. Der Sechszylinder wird per Zündschloss links an der Lenksäule gestartet und verfällt sofort in einen ruhigen Leerlauf.

Die 180 PS reichen locker, um das rund 1,4 Tonnen schwere Coupé zu beschleunigen. Das straffe Fahrwerk verleiht dem immerhin 4,72 Meter langen und 1,72 Meter breiten Coupé zusammen mit der Servolenkung eine überraschende Handlichkeit. Kurven aller Art werden souverän gemeistert. Ein echtes Vergnügen! Wenn nur mehr Monza überlebt hätten.

Weitere Informationen, viele Bilder, einen Prospekt und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 11.08.2018 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GSE

    Die guten alten Zeiten, da hatte jedes Auto noch seinen Charakter... Schönes Auto!

  • HURRA am 11.08.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    War ne schöne Zeit

    Ich kaufte einen aus einem Nachlass als mein 1 Auto mit 19. Das Auto war der Hammer, ich hatte eine unwahrscheinliche Freude. Natürlich gab es auch Wettrennen, aber..., die Freude verging einem immer sehr schnell, wenn man an die Tankstelle fahren musste. Ansonsten aber keine Probleme, ausser die Farbe. Die war Golden. War ne echt schöne Zeit und es hatte in den 1980igern noch Platz auf den Strassen.

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  • Edith Igeli am 11.08.2018 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Zeiten

    Ahh...schöne Zeiten waren das! Monzas, Commodore, Alpins und wie sie alle hiessen. Alle mit Charakter. Leider ist heute nichts mehr davon zu sehen. Alles weichgewaschen, abgerundet, dreifach gesichert, etc

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Die neusten Leser-Kommentare

  • JohnyyWalker am 12.08.2018 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nice

    cooles ding ... und steht sogar noch im autoscout für knappe 12k

  • Golf GTI RS 8 Turbo GoüF am 12.08.2018 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thematischer Fehlgriff?

    Was ist los mit euch? Ich dachte hier gibt es nur etwas über AMAG und BMW sowie Benzen zu lesen?

    • Tiefergelegte Treppe am 12.08.2018 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Golf GTI RS 8 Turbo GoüF

      Bin auch ganz frustriert! Ich stehe nur auf qualmende Quersteher, breite 911'erärsche und blingblingblinkende As und Qs.

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  • M.C am 12.08.2018 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Futuristisch

    War damals mit Digital-Tachoanzeige revolutionär!

  • Heinz Benz am 12.08.2018 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eien Jugendtraum erfüllt

    Ich hatte zwei dieser wunderschönen Coupés. Einen A1 Jg. 80 Automat in den Jahren 1987 bis 1989 und einen A2 5-Gang Jg. 83 zwischen 2002 und 2004, jeweils mit 180 PS. Und beide Male war das grösste Problem der Rost. Schade

  • G. Agnelli am 12.08.2018 01:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorurteile

    Viele trauern Opel aus den vergangenen Zeiten nach. Also mein erstes Auto war ein Ascona B 1,6l, den ich 6 Jahre behielt. Danach kaufte ich den Rekord 2,0E. aus der letzten Serie. Beide Opel kosteten mir eine Stange Geld was Service und Reparaturen anbelangte. Daher ist mir Opel auch nicht ans Herz gewachsen. Erfreulicher sind da die Erfahrungen mit dem Peugeot 406 (mein Nachfolger vom Rekord) und nun mit meinem Fiat Croma. Also das Vorurteil, dass franz. oder italienische Autos qualitativ schlechter sind als deutsche hat sich bei mir nicht bestätigt. Bei mir war es genau umgekehrt. Die zwei südländische Autos erwiesen sich als höchst zuverlässig und günstig im Unterhalt.

    • Alter Sack am 12.08.2018 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @G. Agnelli

      Das war wohl ein ganz besonderer Peugeot, wenn es ein Südländer war... Aber ansonsten haben sie recht. Mein schlimmstes Auto war bisher ein VW Santana mit dem gleichen 5-Zylinder wie Audi.

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