Intermeccanica Murena 429 GT

20. März 2020 21:40; Akt: 20.03.2020 21:40 Print

Ein exzentrischer Express-Kombi aus Italien

von Daniel Koch - Inmitten der anderen Automobile der 1960er-Jahre muss der Intermeccanica Murena 1969 wie von einem anderen Stern gewirkt haben.

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Das Rezept war einfach: Zwei vermögende Freunde skizzierten einen luxuriösen Kombi mit zwei Türen, beauftragten den italienischen Fahrzeugbauer Intermeccanica mit der Umsetzung der Idee und liessen den exzentrischen gezeichneten Shooting Break mit einem 7-Liter-V8-Motor mit mehr als ausreichender Leistung bestücken. Heraus kam ein imposantes Luxusgefährt!

Die Idee, den schnellsten und luxuriösesten Kombi der Welt zu bauen, stammte von den beiden Amerikanern Charles Schwendler und Joseph Vos. Die Freunde fuhren gerne in die Berge zum Skifahren, sie ärgerten sich aber, kein sportliches Fahrzeug mit genügend Platz zu besitzen. Ihr Porsche 911 bot Fahrspass, hatte aber zu wenig Stauraum, und ihr Kombi war zwar geräumig, aber nicht sportlich.

Zwei Freunde

Die beiden entwarfen erste Skizzen zu einem sportlichen Kombi, der ihre Ansprüche erfüllen sollte. Sie wandten sich damit an den Kleinserien-Hersteller Intermeccanica in Turin, der mit dem Italia bereits Erfahrung mit italienischem Design und amerikanischer Technik hatte, und beauftragten den Unternehmer und Inhaber Frank Reisner mit der Umsetzung des Projektes.

Illustre Kundschaft

Vorgestellt wurde der Vierplätzer an der New York Motor Show im Jahr 1969. Es wird erzählt, dass Elvis Presley gleich zwei Stück davon bestellt haben soll. Auf der Kundenliste hätten auch so illustre Namen wie Sammy Davis Jr., Frank Sinatra und andere Berühmtheiten gestanden.

«Motor Trend» schrieb im World Automotive Yearbook 1970: «Der Murena GT strahlt eine ‹Geld spielt keine Rolle›-Aura aus. Er ist das perfekte Auto, um schnell über lange Wüstenstrassen zu reisen, besonders in Staaten, in denen keine Geschwindigkeitslimiten das legale Tempo einschränken»

Reichlich Vortrieb

An Leistung hat es nicht gemangelt. Der Motor stellte bei bei 4600 U/min rund 280 PS bereit. Viel interessanter ist aber das Drehmoment von 650 Newtonmeter, die schon bei 2800 U/min auf die Kurbelwelle gewuchtet wurden. Das sorgte für mehr als ausreichend Durchzugskraft in jeder Lebenslage. Wenn es sein musste, erledigte der Shooting Break den Spurt von null auf 100 km/h in knapp über sieben Sekunden.

Trotz des Leergewichts von knapp über 1700 Kilogramm waren dies Leistungsdaten, die sich mit Sportwagen von Ferrari und Lamborghini messen konnten. Jedenfalls dürfte die Motorisierung ausgereicht haben, um mit dem 520 cm langen und 190 cm breiten Express-Kombi flott unterwegs zu sein, auch wenn er mit einem Radstand von fast drei Metern kein Kurvenkünstler gewesen sein dürfte.

Der Tank fasste 95 Liter, und im Prospekt wurde mit einer Tankfüllung eine Reichweite von 725 Kilometern versprochen, was einem Benzinverbrauch von 13,1 Liter auf 100 Kilometer entsprechen würde. Für einen Motor mit sieben Litern Hubraum scheint diese Angabe reichlich optimistisch.

Für den US-Markt

Der in Turin produzierte Luxus-GT war nur schon aufgrund seiner Grösse für Europa ungeeignet, für die amerikanischen Strassen aber ein perfektes Reiseauto. Die Innenausstattung war mit edlem Leder ausgeschlagen, und eine Klimaanlage sorgte für einen kühlen Innenraum. Die Mittelkonsole verlief bis zu den beiden hinteren Einzelsitzen und bot den Passagieren auch eine Minibar.

Es wurden zehn, vielleicht auch elf Murena gebaut, danach war Schluss. Wenn einer der seltenen GT auf dem Markt auftaucht, ist die Aufregung gross. So auch auf der RM Auction Palm Beach, die derzeit stattfindet. Dort soll dieser erste je produzierte Murena unter den Hammer kommen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Autofan am 20.03.2020 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geile Kiste

    was für eine geile Kiste, die zu dieser Zeit sicherlich polarisierte... aussergewöhnliche Heckpartie mit unkonventioneller Front.

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  • Dr. Corona am 20.03.2020 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maybach von 1969?

    .... wow, damals war es wohl das Non plus Ultra - den Preis würde ich aber auch gerne wissen....

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  • Illumination am 20.03.2020 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    De Tomaso, Iso Rivolta, Intermeccanica..

    Im Gegensatz zum Murena baute Intermeccanica auch durchaus ernstzunehmende, interessante Sportwagen mit Scaglione-Design und US-Antriebstechnik - in höheren dreistelligen Stückzahlen das Modell Italia (1968-1970/Coupé-Cabriolet) mit 5,7 l/V8 von Ford (320 PS-SAE), oder Indra (1971-1975/Coupé-Cabriolet) mit schwächeren 5,4 l/V8-Motoren von GM (nur noch ca. 125 Ex.).. Leider war insbesondere der Indra von minderer Qualität, was zum Krach mit GM im Gewährleistungs-/Reparaturbereich mit Lieferstopp führte - und letztlich zum Ende der Intermeccanica Fahrzeug-Produktion..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Netflix am 22.03.2020 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix Film Tip

    Eine sehr gute Reportage kann man auf Netflix anschauen. Die von Netflix produzierte Serie heisst "Dirty Money" und in der ersten Episode "Hard NOx" geht es ausfuehrlich um den Dieselgate-Skandal.

    • Erich am 22.03.2020 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Netflix

      Ein super Film.

    • E-Keks am 25.03.2020 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Netflix

      + Der Drops ist gelutscht. Der Keks ist geknuspert. Die Messe ist gelesen. Bye-bye Verbrenner. ********

    • Lucas am 25.03.2020 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Netflix

      Ein sehr eindrucksvoller Dokumentationsfilm. Ein Grund NICHT mehr auf die Verbrenner Technologien zu setzen.

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  • Szenario am 22.03.2020 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nischenprodukt

    Reine Verbrenner entwicklen sich AlixPartners zufolge langfristig zum Nischenprodukt. Nach den Prognosen der Berater geht in Europa der Marktanteil von Dieselmotoren in Frankreich am stärksten zurück (-81 % von 2015 bis 2030), gefolgt von Grossbritannien (-79 % von 2015 bis 2030) und Deutschland (-73 % von 2015 bis 2030). Das Ende des Diesels erscheint mittlerweile als ein realistisches Szenario.

    • Chef am 24.03.2020 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Mir egal

      Ich fahre weiterhin mit meinem 7.7 Liter V8

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  • Morto am 22.03.2020 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Die Menschen werden ihrem Wertlosen Luxus so lange nachrennen, bis der Planet so heiss geworden ist, das sie praktisch nichts mehr essen können und Ihren Kinder beim Sterben zusehen müssen....

  • Umwelt nach Corona am 22.03.2020 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NASA

    In der chinesischen Provinz Hubei verfügten die Behörden eine praktisch komplette Stilllegung von Verkehr, Wirtschaft und öffentlichem Leben. Mit etwas Verzögerung zeigten NASA-Satellitenbilder eine dramatische Reduktion der Stickstoffdioxid-Belastung, die Luftqualität stieg merklich. Und das Wasser in den Kanälen im abgeriegelten Venedig ist so sauber wie schon lange nicht mehr. Also reine Luft und klares Wasser. Das sollte nun doch nun so bleiben, warum also weiterhin auf die Verbrenner Autos setzen? Denk darüber nach und bring keine dummen Sprüche. Danke. ***

  • Genuss-Max am 22.03.2020 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genuss geht aber so

    Endlich nimmt die E-Auto Vielfalt zu, das Design ist oft toll und die Investition auf Verbrennerniveau. Die Unterhaltskosten sinken was wiederum die Akzeptanz fördert. Dabei kommen mehr Leute in den Genuss ruhig und kraftvoll ohne Schaltgetriebe dahinzugleiten und dabei keine Giftgase auszustossen.

    • Automanager am 22.03.2020 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Genuss-Max

      Sehr viele Automanager sagen inzwischen, dass es nichts mehr bringt, an etwas festzuhalten, das wenig Zukunft hat. Dass der Verbrennungsmotor keine Zukunft hat, ist jetzt Konsens in der Branche. Unterschiede gibt es beim Zeitplan, einige sehen die Elektromobilität schneller kommen als andere.

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