Maserati Ghibli

27. April 2019 09:40; Akt: 27.04.2019 09:40 Print

Gran-Turismo-Schönheit der Sechzigerjahre

Wenn vom Maserati-Styling die Rede ist, dann ist üblicherweise der Maserati Ghibli, das Meisterwerk von Giorgietto Giugiaro, gemeint.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Ghibli hat klassische Sportwagen-Proportionen, eine lange Haube, eine kurze Passagierkabine, ein knackiges Heck. So sollen Sportwagen aussehen – fand man zumindest in den Sechzigerjahren. Zwar gab es den Ghibli oft auch in Rot und Gelb, doch bestellten viele Kunden ihr Coupé gern in Metallic-Farbtönen, die die Linien noch stärker betonten.

Seine Konkurrenten waren der Ferrari 330 GTC, der 275 GTB (später der Daytona) und der Lamborghini 350 GT/400 GT. Der Lamborghini Miura gehörte zu einer anderen Kategorie, zu nahe am Rennwagen war sein Mittelmotorkonzept. Viel schneller war er allerdings nicht.

Der Ghibli wollte nie ein Rennwagen sein, er ist dem klassischen Gran Turismo verpflichtet. Entsprechend liegt sein Motor vorne, er verfügt über genügend Stauraum für längere Reisen, und man kann auch als Nichtakrobat in das Auto einsteigen.

Ghia-Design von Giugiaro

Giorgietto Giugiaro, Chef-Designer von Ghia Mitte der Sechzigerjahre, gestaltete den Maserati Ghibli in nur rund drei Monaten. Er schuf damit eine zeitlose Schönheit, die noch über Jahrzehnte andere Fahrzeuge beeinflusste, wie etwa den Bitter CD oder den Matra Bagheera.

Er konnte allerdings auch aus dem Vollen schöpfen. 1,8 Meter Breite, 1,16 Meter Höhe und 4,59 Meter Länge sind eine gute Basis für eine elegante und dynamische Linienführung, speziell wenn über Nutzwert nicht allzu lange nachgedacht werden muss. Aber kaum ein anderer nutzte diese Möglichkeiten so gut aus wie Giugiaro.

Rennwagentechnik

Technisch liess man bei Maserati nichts anbrennen. Ein Gitterrohrrahmen bildete die Plattform für die Karosserie, der Motor verfügte über eine imposante Ahnengalerie, die bis zum Rennwagen 450S und zum Ultraluxus-Sportwagen 5000 GT zurückreichte.

Mit vier obenliegenden Nockenwellen, Leichtmetallzylinderköpfen und vier Weber-Fallstrom-Doppelvergasern (40 DCNL 5) machte der Motor optisch und technisch eine gute Figur. Zwischen 310 und 330 PS gestand man dem 4709 cm3 grossen Ghibli-Motor damals zu. Zudem erwies er sich als ziemlich drehzahlfest und langlebig.

Ein Granturismo erster Güte

Wenn man sich heute in einen Maserati Ghibli setzt, wird man sich schnell bewusst, dass seit seinem Bau über 50 Jahre vergangen sind. Beschleunigungszeiten von sieben Sekunden auf 100 km/h und 250 km/h Spitze erreichen heute sogar schon biedere Familienlimousinen mit Vierzylinder-Turbodiesel-Motoren. Dafür nehmen sich die Dimensionen heute nicht mehr so gross aus, 180 cm Breite ist inzwischen Standardmass, und auch 1600 kg gelten heute unter Sportwagen schon fast als Leichtgewicht.

Trotzdem will im Ghibli gearbeitet werden. Schaltung, Bremse, Kupplung erfordern gut trainierte Muskeln. Entschädigt wird man von einem feinen Motorengeräusch, das aber gerade im Vergleich zu anderen Sportwagen der Sechzigerjahre kaum nach Ohropax ruft. Die Bedienungselemente verlangen nicht nach einem Studium der Anleitung, wenn man einmal von der manuellen Umschaltung zwischen den beiden Benzintanks (mit getrennten Einfüllstutzen) absieht.

Die Sitze sind durchaus bequem, das Cockpit ist dank der grossen Glasflächen lichtdurchflutet. Mit einem Ghibli lässt es sich leben, und beim nächsten Tankstopp sind die nicht zu vernachlässigenden Benzinkosten schnell vergessen, wenn sich die Bewunderer um das Auto scharen.

Weitere Informationen, viele aktuelle und historische Bilder sowie Verkaufsunterlagen zum Maserati Ghibli gibt es auf www.zwischengas.com.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman am 27.04.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Future

    Vergleiche ich die Formen und Seele dieses Auto z.B. mit dem Mercedes GLS der gestern vorgestellt wurde, dann wird mir bewusst, wie arm unsere Zeit geworden ist.

    einklappen einklappen
  • Pinguine am 27.04.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Automarken

    Oh was waren das doch noch schöne Autos! Und heute sieht jeder Wagen fast gleich aus. Ob Audi, Mercedes oder BMW. Schade!

    einklappen einklappen
  • Andy Honegger am 27.04.2019 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So alt, so schön

    Maserati: schöne Sportwagen, immer wieder ein Traum von Design. Zum wirklich brauchen kauft man ein anderes Auto, Maserati ist zum träumen da.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 04.05.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem informativen Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. Besucht es doch einmal.

  • Oletahoe1 am 28.04.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Edel

    Edel, schaut ein wenig aus wie mein ehemaliger Matra Bagheera nur grösser und schöner

    • marko 34 am 28.04.2019 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oletahoe1

      Super

    einklappen einklappen
  • Der Alte am 28.04.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    BMW`s

    Wieso hacken alle Neider immer auf den BMW`s rum, vermutlich aus Nichtwissen über diese tollen Fahrzeuge. Auch dieser Maserati ist ein tolles Fahrzeug, leider nicht in meiner Gehaltsklasse.

    • Manuel Huber am 28.04.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      @ Der Alte

      habe einen BMW, einen 3-er vor 1/2 Jahr gekauft. Ist ok. und bin +/- zufrieden, aber meinen alten Citroen fand ich nicht schlechter.

    • @Der Junge am 28.04.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Alte

      Ich hacke nicht auf BMW rum, bin nur froh das ich vor 20 Jahren auf Volvo gewechselt habe, denn die Kosten und die unfähigkeit der BMW Garagen sind nichts für die Nerven.

    • Reto am 28.04.2019 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Alte

      Hahaha, Neid auf BMW's.... Ich hatte schon BMW's und Audi - da besteht echt kein Grund zu Neid. Jetzt Lexus V8, wirklich besser. Nicht viel günstiger, aber wirklich Premium!

    • Autoexperte am 28.04.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Luxus ist ok, aber nicht wirklich premium. das interior ist wie fast alles aus Asien billig gemacht. Preisleistung passt aber

    • Reto am 28.04.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autoexperte

      Ich würde dir raten, mal in einen Lexus (LC, LS) zu sitzen. Dann mal bspw. in eine neue E Klasse...

    • Gabriel Sutter am 28.04.2019 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      @ Der Alte

      Fahre BMW als Geschäftsauto. Ist ein gutes Auto. Aber die meisten andern Marken bauen ebenfalls sehr gute Wagen. Punkto Preis/Leistung finde ich Mercedes besser, das Interieur überzeugt bei BMW punkto Wertigkeit für Premium in meinen Augen nicht wirklich. Aber das ist meine Sichtweise.

    einklappen einklappen
  • RL am 27.04.2019 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumwagen!

    Ein Kunstwerk mit Charakter,Eleganz und Klasse,nicht wie die modernen,seelenlosen ,emotionslosen Massenkutschen,in denen der Fahrer immer mehr ferngelenkt und überwacht wird.Das sage ich als Teslafahrer!Meiner hat wenigsten noch keinen Crashpiloten),sonst hätte ich nie gekauft,da ich Freude am Autofahren habe!

    • marko 34 am 28.04.2019 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RL

      Super

    • TrackMan am 28.04.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Freude am

      Autofahren und dann fährst Du einen Tesla? Bei mir genau das Gegeteil, solange ich Freude am Fahren haben, kaufe ich mich sicher keinen Tesla.

    • Autoexperte am 28.04.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RL

      was für ein Widerspruch, Freunde am fahren und trotzem ein Tesla?

    einklappen einklappen
  • @Schälli am 27.04.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön im Detail

    Ein Fahrzeug mit Charm und hingabe zum Detail. Das ist ein Fahrzeug das einen genialen Chrakter zum Fahrer vermittelt und Spass am fahren bringt. Es gibt nichts schöneres das einem ein lächeln aufs Gesicht drückt, beim fahren ein Fahrzeug älterer Jahre. Die jungen Kinder von heute kennen das nicht und sind mit solchen Fahrzeugen überfordert.

    • Markus R: am 28.04.2019 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Schälli

      Das ist richtig, wenn beim Auto nicht SUV steht, dann ist die heutige APP-Generation völlig überfordert.

    einklappen einklappen