Peugeot 204 Coupé

10. November 2018 10:25; Akt: 10.11.2018 10:25 Print

In der Kürze liegt die französische Würze

von B.v.Rotz - Peugeot beschritt mit dem Modell 204 technisches Neuland. Als Coupé bestach er mit fortschrittlicher Flexibilität. Und sah dazu noch richtig gut aus.

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Beim Peugeot 204 brach der französische Hersteller mit allen (eigenen) Traditionen. Alu-Quermotor mit integriertem Getriebe, Frontantrieb, Einzelradaufhängungen rundum – das hatte es vorher bei Peugeot so noch nicht gegeben, das ganze Auto war komplett neu.

Rund fünf Jahre lang hatten die Franzosen entwickelt, im April 1965 konnte das Ergebnis schliesslich präsentiert werden.

Typisches Design

Dank seinem langen Radstand von 2,59 Meter bot der Peugeot 204 auf einer Gesamtlänge von 3,97 Metern ähnlich generöse Platzverhältnisse wie die grösseren internen Konkurrenten 403/404, die eigentlich eine Stufe höher angesiedelt waren.

Das Design war Peugeot-typisch ausgefallen, kam relativ schmucklos daher und überzeugte durch gute Übersichtlichkeit und grosse Fensterflächen.

Erst die Limousine, dann ...

Kurz nach der Limousine wurde bereits im Herbst 1965 ein fünftüriger Kombi präsentiert, 1966 folgte dann die Vorstellung der beiden verkürzten Varianten als Cabriolet und Coupé.

Das Coupé wies wie auch das Cabriolet einen auf 2,3 Meter verkürzten Radstand aus, die Länge war bei unveränderter Breite von 1,56 Metern auf 3,73 Meter geschrumpft. Nur noch 1,3 Meter betrug die Höhe des Schrägheckcoupés mit praktischer Heckklappe.

Für Anspruchsvolle

Technisch blieb alles beim alten, ausstattungsseitig aber richtete man das Coupé auf auf deutlich anspruchsvollere Kunden und Kundinnen aus, was man bei einem Mehrpreis von 2075 Franken auch erwarten durfte. Vor dem Fahrer gab es drei hübsche Rundinstrumente, die Sitze waren mit weichem Stoff überzogen, Teppichelemente am Boden und an den Türkleidungen verströmten Wohnlichkeit. Zeituhr, Tageskilometerzähler und Zigarettenanzünder waren genauso an Bord wie praktische Ablagen.

Der Clou des Coupés aber waren der wandelbare Innenraum und der grosse Gepäckraum, der beim Umklappen der Rücksitze entstand und dank Heckklappe auch gut beladen werden konnte. Allerdings war der Platz auf den Rücksitzen stark geschrumpft und nur noch Kindern zumutbar und auch vorne fühlen sich Sitzriesen wegen des gesenkten Dachs nicht wohl.

Kein Sportwagen, dafür komfortabel

Der Peugeot 204 sei als Coupé kein Sportwagen, resümierte die Fachpresse, lobte den Fahrkomfort und das sichere Fahrverhalten, tadelte die doch etwas schwachen Fahrleistungen.

Mit dem auf den Peugeot 204 folgenden 304, den es wiederum auch als Coupé (ohne wesentliche Veränderungen an Abmessungen und Optik) gab, wurde hier nachgebessert. Als S-Ausführung hatte der Wagen dann 75 PS unter der Haube.

Sympathischer Kollege

Die Wahrscheinlichkeit, ein frühes Peugeot 204 Coupé auf freier Wildbahn zu erleben, ist gering, denn überlebt haben nur wenige dieser Wagen.

Umso neugieriger reagieren die Leute, wenn man mit dem aus heutiger Sicht überaus kompakten Wagen vorbeifährt. Es wirkt auch heute noch gefällig, auch wenn nicht alle Proportionen komplett ausgewogen daherkommen.

Als Pilot geniesst man eine hervorragende Rundumsicht und die auf den vorderen Sitzen mehr als ausreichenden Platzverhältnisse im 3,7-Meter-Auto. Die 53 PS des Leichtmetallmotors mit Querstromkopf wirken deutlich lebendiger als erwartet und haben mit den knapp über 800 kg Auto wenig Mühe.

Rücksitze herunterklappbar

Der Fahrkomfort ist für ein Auto dieser Grösse wirklich «formidable» und auch an die doch starke Querneigung in schnell gefahrenen Kurven gewöhnt man sich schnell. Spätestens dann, wenn es um das Verstauen von Grosseinkäufen geht, kommt dann die grosse Stunde des wandelbaren Heckbereichs. Bei heruntergeklappten Rücksitzen passen auch sperrige Gegenstände in den Kofferraum.

Weitere Informationen, viele Bilder und den Verkaufsprospekt gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 10.11.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsterniert

    Bin ganz erstaunt, dass die Hater noch nicht hier waren, um über die alten Franzosen zu lästern und die Deutschen in den Himmel zu loben. Wo gibt's denn sowas? Ich habe immer Freude, wenn ein altes Wägelchen die Zeiten trotz dem omnipräsenten Rost überdauerte hat. Egal welche Marke.

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  • Der Luchs am 10.11.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toller kleiner Wagen...

    ...mit Charakter und bezahlbar. Wie öde sind dagegen die heutigen gesichtslosen 0815 Shuttles für die Generation Smartphone. Emotionslos, Dumpf und Fremdbestimmt wie der heutige Zeitgeist.

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  • leser!n am 10.11.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    egal welches logo drauf ist

    ein wirklich schönes auto. mit klaren, simplen linien. auch im innenraum bei den analogen instrumenten. ob wohl all die elektronik heutiger autos inkl navi usw in 30 jahren auch noch funktionieren wird?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Henri Sonntag am 11.11.2018 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    zu breite Reifen

    Ich weiss, warum man beim gezeigten Modell den Eindruck hat, dass die Proportionen nicht so stimmig sind. Das abgebildete Coupé hat zu breite Reifen, wohl 155 oder 165. Richtig wären aber 135 oder 145er. Mit diesen Breitreifen (relativ) verliert der 204 etwas von seinem grazilen und eleganten Erscheinungsbild.

  • Marcel am 11.11.2018 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Franzosen

    Bauten allesamt gute und wintertaugliche Autos. Hatte einen Simca 1000 und einen 2 CV. Haben mit diesen Gütschli halb Europa bereist. In meiner Familie hatte es viele Englische Autos. Die hatten häufiger Probleme.

  • Marcelle am 11.11.2018 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rost und nochmals Rost

    Meine Mutter hatte in den 80er Jahren ein Citroën. Nach 5 Jahren musste sie den Vorführen lassen und musste ihn gleich dort lassen, obwohl sie alle Service hat machen lassen, war das Gestell durchgerostet. Die französischen Autos rosteten damals schon im Verkaufsraum. Darum kam für mich ein französisches Auto nie in Frage. Habe mir einen roten Alfa gekauft und das Problem war dasselbe, nur der Motoren Sound vom Alfa war damals super, aber musste ihn auch 7 Jährig Abstossen.

  • Babtist am 11.11.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schöne Erinnerungen

    Also Charakter besassen diese Autos schon noch.Für Fahrspass braucht man keine 500 PS.Meine Mutter hatte mal einen Fiat 850 Spider.Vergnügen pur.Mein Favorit wäre ein Opel Kadett.Da schütteln sicher viele den Kopf.

    • estevanico am 11.11.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Babtist

      Mein erstes Auto war 1982 ein Opel Kadett 1200 s. Soweit ich mich erinnere 4Gang Handschaltung. Hab damals damit schon niemandem imponiert, aber für mich war es Fahrspass pur! Jedes Mal, wenn ich so ein Auto sehe (was sehr selten der Fall ist), kommen mir Erinnerungen hoch, an die good old time damals.

    • frizz am 11.11.2018 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @estevanico

      So soll ES sein. Einfach Spass haben. Ohne Imponiergehabe. Und der Kadett war ein feiner Kleinwagen. Leicht, übersichtlich, beliebt. Das reicht doch.

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  • Benno am 11.11.2018 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Praktisch und unschön

    Dieser Peugeot war in dieser Zeit praktisch, aber richtig schön war der nicht. Bmw hatte auch so eine ähnliche Karosse, den 2002 Touring. Auch dieser Wagen fand nicht viele Abnehmer.