Dodge Challenger R/T 383 SE

10. Oktober 2015 11:02; Akt: 10.10.2015 11:02 Print

Muskeln und US-Lebensgefühl

von B. von Rotz - Er war schneller als viele Sportwagen und kostete kaum mehr als ein Oberklasseauto, der 1970er-Challenger. Und er war der Star eines Kultfilms.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

War Kowalsky wirklich der letzte amerikanische Held, wie DJ SuperSoul es verkündet? Im Film «Vanishing Point» aus dem Jahr 1971 überführt Kowalski einen weissen 1970er Dodge Challenger R/T 440 Magnum über 1600 km von Denver (Colorado) nach San Francisco (Kalifornien), oder er versucht es wenigstens. Die halbe Polizei ist ihm auf den Fersen, obschon er nichts Schlimmes verbrochen hat. Barry Newman mimt den schweigsamen Helden und während mindestens der Hälfte des Films ist das Stampfen des grossen V8-Motors zu hören.

Und knapp 45 Jahren später sitze ich in einem ähnlichen Dodge Challenger R/T und geniesse das kraftvolle Achtzylindergrollen. Ich wechsle die Gänge mit dem «Hurst Shifter», fast genau wie Kowalsky, und lasse mich vom drehmomentstarken 6,2-Liter-Motor in den Sitz pressen. Meine Hände umfassen das dünne Lenkrad, mein Blick streift über die Rallye-Instrumente. Im Gegensatz zu Kowalsky bleibe ich auch ohne «Speed» hellwach ....

Zu spät gekommen?

Im Sommer 1969 wurden die ersten Fotos des neuen Dodge Challenger publiziert. Der Zweitürer, den es als Coupé und Cabriolet geben sollte, wurde als Antwort auf die Pony Cars Ford Mustang und Chevrolet Camaro positioniert. Den grossen Boom dieser Fahrzeugkategorie hatte man aber schon fast verpasst.

Der Dodge Challenger wies für amerikanische Verhältnisse kompakte Ausmasse auf, die Länge betrug 4,86 Meter, die Breite allerdings unbescheidene 1,93 Meter. Mit einer Höhe von 1,29 Metern waren Coupé und Cabriolet ziemlich flach geraten.

Das Design stammte von Carl Cameron, der bereits den Dodge Charger von 1966 gezeichnet hatte. Eine lange Motorhaube und eine kurze Kabine gaben dem Wagen ein kraftvolles Aussehen, das mit Doppelscheinwerfern und breiten Rückleuchten
gewürzt wurde. Angeboten wurde eine Vielzahl von Ausstattungsoptionen, mit denen Exterieur und Interieur beeinflusst werden konnten. Für gehobene Ansprüche gab es die «SE»-Ausführung, die unter anderem ein Vinyldach und Ledersitze umfasste.

Das volle Konzert

Beinahe alle im Chysler-Regal verfügbaren Motoren wurden auch im Dodge Challenger angeboten. Das Spektrum begann mit einem 3,7-Liter-V6 und endete mit einem 7,2-Liter-Magnum-Motor. Stärkste Maschine war der 7-Liter-Hemi-V8 mit 425 PS. Darunter rangierte der 383-Magnum-V8 mit 6,28 Litern Hubraum und rund 340 PS, der die Basismotorisierung für das Modell «R/T» (Road and Track, also Strasse und Rennstrecke) war. Neben den genannten Motoren gab es noch einige mehr, auch die Vergaserbestückungen variierten.

Gekoppelt waren die Motoren mit handgeschalteten Drei- oder Vierganggetrieben. Auf Wunsch gab es auch eine Torque-Flite-Automatik. Die Kraft wurde zur starren blattgefederten Hinterachse geführt, vorne waren die Räder einzeln aufgehängt.

Beeindruckende Fahrleistungen

Mit 1,6 Tonnen und rund 340 PS stand der Challenger R/T 383 Magnum gut im Futter, absolvierte den Sprint von 0 auf 100 km/h in knapp 6,5 Sekunden. Das konnte auch ein Lamborghini Miura damals nicht viel besser.

Die damals überdurchschnittlichen Dynamikwerte lassen sich auch heute gut nachvollziehen, wenn man sich erst einmal mit der eher für kräftige Waden ausgelegten Kupplung angefreundet hat. Dafür dreht das Lenkrad geradezu spielerisch leicht, ein kleiner Finger reicht hier.

Kowalski kam mit dem Handling des Dodge im Film gut zurecht und verschiedene Szenen im Film zeigen, wie robust das Gesamtpaket gebaut war. Das Gros der Fahrstrecke bestand aber auch aus unendlich langen Geraden ...

Weitere Informationen, Tonmuster und Filmeindrücke zum Dodge Challenger finden sich auf www.zwischengas.com.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TomBoy am 10.10.2015 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muscle cars

    Als Design und Formensprache noch einen Stellenwert hatten...

  • Mike Hugi am 10.10.2015 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön...

    Phantastische Fahrzeuge und ein phantastischer Film!

    einklappen einklappen
  • dodge fan am 10.10.2015 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    american muscle cars...

    ... bewegt mir mein herz... es gibt nichts schöneres als ein wunderschönen dodge aus den 60er jahren. charger, challenger, coronet, ... ein auto, das legendär ist und bleibt 3

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heisenberg83 am 11.10.2015 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Das Auto sieht toll aus. Die Wagen aus dieser Zeit hatten einfach Style!

  • Woman am 11.10.2015 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    suuuuper

    Ich liebe diese alten Klapfs die ihr hier immer bringt. Die haben noch eine Seele. Schön weiter so.

  • Swiss Moparfan am 11.10.2015 02:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mopar Mania

    Ein echtes Traumauto, wie alle Mopars zu jener Zeit. Vor allem die 68-70er Chargers und die Plymouth Cudas, und eben die alten (und neuen!) Challengers. Ich hoffe ich kann mir bald einen leisten, wären auch eine gute Wertanlage.

    • Swiss Mopar Fan am 11.10.2015 02:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swiss Moparfan

      Oh, und was im ansonsten guten Report nicht steht: einige Challenger wurden in der Schweiz, im Chrysler Werk Schinznach zusammengebaut.

    einklappen einklappen
  • Spartaner am 10.10.2015 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Charger R/T

    Ich fahre einen neuen Charger R/T. Und ich kann sagen es ist so ein geniales Fahrzeug. Jeden Morgen wen ich den Startknopf drücke und das 5,7Liter Kraftwerk zum Leben erwacht zaubert es mir ein Lächeln auf die Lippen. Egal ob alter oder Neuer Ami diese Autos haben was das den Anderen Fehlt. Es sind Persöndlichkeiten und nicht irgendwelche dinge. Ich geb euch nur einen Tipp kauft euch einen.

    • Ken Tucky-Tucky am 10.10.2015 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      1968 Mercury Cougar XR-7 GT Convertible

      würde ich mir eigentlich schon gerne schenken lassen.

    • BrunoG am 11.10.2015 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spartaner

      Leider ist meine Garage zu klein...:-)

    einklappen einklappen
  • Marc Bjorg am 10.10.2015 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessantes Automobil

    Ich mag den Challenger... Der 383er ist ein interessanter Motor, ein kurzhubiger Big Block, mit Wedge Zylinderkopf. Sehr günstig in der Produktion. Auch wiederum sehr geeignet für das damalige Tuning. Die neuen sind voll Alltagtauglich, beim 392 ist der Verbrauch bei 10.8 bis 16.4... Glatt die Hälfte...

    • Intercooler am 10.10.2015 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Bergrennen

      sind mit einigen Amischlitten nicht immer lustig, denn die "grossen" Motoren können am Berg nicht ausreichend gekühlt werden... :-((

    • Tom am 10.10.2015 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Intercooler

      Dann ist wohl was nicht in Ordnung. Ich habe ein 440er, KB Kolben, 12,7:1 Verdichtung, Hughes Nocke, Performer Köpfe, RPM Ansaugung mit Demon Vergaser, Headers, X-Pipe, knapp 500PS. Lediglich eine Heavy Duty Viscokupplung hat der Wagen bekommen, ansonsten sogar der Kühler Original. Selbst diesen heissen Sommer ist die Kühlmitteltemp unten geblieben, auch bei sehr sportlich gefahrenen Passstrassen hat sich die Nadel nicht höher gewagt.

    • S. Passvogel am 10.10.2015 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Wow, und oben am Hirzelpass waren meine Ohren und Wangen blass - meine Augen (oder so..) triefend nass? :-)

    • Harry Häsli am 10.10.2015 21:15 Report Diesen Beitrag melden

      Drivability

      Mit einem handgestrickten Lenkradüberzug ist man noch sportlicher unterwegs.

    • Stricklieseli am 10.10.2015 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      Statussymbol

      @Häsli Harry, jetzt mal ehrlich, gegen das Kissen mit handgesticktem Autokennzeichen an meiner Heckscheibe, wirkt dein Lenkradüberzug beinahe wie verlorene Liebesmüh.

    • Thoma M. am 11.10.2015 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Intercooler

      Tolle Fahrzeuge aber für ein Bergrennen nehme ich dann doch lieber einen Europäer.

    einklappen einklappen