Aston Martin DBS

22. April 2019 11:20; Akt: 22.04.2019 11:20 Print

Nicht nur für Agenten im Dienste Ihrer Majestät

von B. v. Rotz - Der Aston Martin DBS mit Sechszylinder stand immer im Schatten der DB4- bis DB6-Modelle. Dabei spielte er in einem Bond-Film eine wichtige Rolle.

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1969 gab es für James-Bond-Fans einige Neuigkeiten zu verdauen: So wurde 007 im neuen Film von George Lazenby verkörpert und sein Dienstwagen war erstmals ein Aston Martin DBS. Dass James Bond statt eines V8-Sportwagens «nur» einen Seschszylinder bewegte, hatte einen einfachen Grund.

Denn eigentlich war der Aston Martin DBS, der 1967 in Paris erstmals gezeigt wurde, durchaus für den in Entwicklung begriffenen V8-Motor konzipiert worden. Daher rührt auch die grössere Breite von rund 1,8 Meter. Doch der neue Motor war Ende 1967 noch nicht produktionsreif und so setzte man halt den bekannten Reihensechszylinder aus dem DB6 in Normal- und Vantage-Spezifikation in den breiten Bug.

Viel Kraft

Auch so konnten 286 respektive 330 DIN-PS an die Hinterachse gesandt werden. Komplett neu war hingegen die Hinterachse, die nach dem DeDion-Prinzip konstruiert war, während vorne Dreiecksquerlenker für die Radführung sorgten. Gebremst wurde natürlich über Scheibenbremsen, die hinteren waren innenliegend montiert.

Durch ein Zurückversetzen des Motors konnte die Gewichtsverteilung gegenüber dem DB6 optimiert werden, als Leergewicht versprach Aston Martin rund 1600 kg und damit nur 35 kg mehr als beim DB6.

Für anspruchsvolle Geniesser mit dicker Geldbörse

Allerdings kostete der DBS mit 4473 Pfund fast 35 Prozent mehr als der DB6. In der Schweiz waren 63'750 Franken fällig, ähnlich viel wie für einen Zwölfzylinder-Ferrari oder einen Achtzylinder-Maserati anzulegen waren.

Immerhin erhielt man dafür auch ein gut ausgestattetes und elegantes Coupé, dessen Design von William Towns stammte, der später auch den spektakulären Lagonda für Aston gestaltete.

Im Dienste ihrer Majestät

Als die James-Bond-Filmemacher 1968 nach einem modernen Auto für ihren Leinwandagenten suchten, wurden sie bei Aston Martin fündig. So wurde Bond für den Film «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» mit einem DBS Vantage ausgestattet. Der Wagen hatte im Film mit Ausnahme eines Gewehrfachs keine besonderen Geheimdienst-Extras vorzuweisen und war auch nur in wenigen Szenen zu sehen.

Darunter war aber die dramatische Schlussszene, als der frisch mit Tracy verheiratete Bond in die Flitterwochen aufbricht, und diese bereits beim ersten Marschhalt ermordet wird. Der Lazenby-Bond gilt als wenig erfolgreich, tatsächlich aber spielte damals kein anderer Film in den USA am ersten Tag mehr Geld ein als dieser Streifen.

Auf den Verkaufserfolg des DBS wirkte sich der Filmerfolg allerdings kaum aus. Er blieb als Sechszylinder eine Randerscheinung.

Der V8 kam doch noch

Ein stärkerer Motor tat also not, vorgestellt wurde der DBS V8 dann bereits 1969. So ganz bereit war er allerdings noch nicht, ausgeliefert wurden die ersten Exemplare dann im Jahr 1970. Optisch waren die Unterschiede gering, leistungsmässig und vor allem bezüglich Drehmoment war der Abstand deutlicher. Die letzten Sechszylinder wurden allerdings noch bis ins Jahr 1972 verkauft.

Das Ende des DBS kam allerdings deutlich später, nämlich 1989, als der letzte Abkömmling aus der Produktion genommen wurde. DBS hiessen die Autos allerdings schon lange vorher nicht mehr, denn nicht nur hatte Besitzer David Brown den Hersteller Aston Martin 1972 (für 100 Pfund) verkauft, auch sein Kürzel «DB» überlebte ihn nicht.

Weitere Informationen, technische Daten, viele Fotos und einen Verkaufsprospekt gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Voebi am 22.04.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die 2

    Der wohl weitaus berühmtere TV Fahrer eines DBS als der völlig fehlbesetzte George Lazenvy war definitiv Roger Moore als Lord Brett Sinclair in der Serie "Die 2". Die erste Folge mit dem Wettrennen zwischen Roger Moore im Aston Martin DBS und Toni Curtis im Ferrari Dino ist einfach nur grandios.

  • SP am 22.04.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Love it..

    Anschauen und genießen.. was für eine Schönheit

  • Michel McM am 22.04.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Englische Autos haben einfach das

    gewisse Etwas. Für jeden Besitzer und Betrachter etwas anderes. Sie strahlen etwas Besonderes aus, das andere Autos so nicht aufweisen können. Wenn ich an Aston Matin, Jaguar, Jensen, Bentley, RR, Lotus, Noble, Caterham, Morgan, McLaren, Austin Healey, Triumph Spitfire oder AC Cobra denke, dann fange ich an zu träumen. Sie haben Stil und Ausdruck und sind unverwechselbar - wie Englische Lords. Mit all den Macken, Ecken und Kanten. Mein Lieblingsauto: Daimler DS420, unendlich Platz und Comfort; ein Raumschiff, aber kein Rolls.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mami am 22.04.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eisbär

    Ist das Barrel Rohoel einmal im Dieselmotor verbrannt, steht es leider für Jahrmillionen nicht mehr zur Verfuegung. Demgegenueber liefern Wasserkraftwerke, Windraeder, Solaranlagen und weitere erneuerbare Energien Jahr für Jahr dieselbe Leistung, ohne dabei einen Vorrat aufzubrauchen.

    • Uhu am 22.04.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mami

      Ist bei Elektromotoren nicht besser. Informieren Sie sich mal, welche Bodenschätze geplündert werden, um diese zu fertigen und die Stromspeicher herzustellen. Von der Umweltbelastung der anschliessenden Entsorgung gar nicht zu sprechen.

    • Illumination am 22.04.2019 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Mami

      Deshalb bringt Aston Martin vermutlich extra für Sie den 4-türigen Rapid E als Vollstromer mit 65 kWh-Akku und eher mickrigen 320 Kilometer Reichweite raus, wenn auch zum Preis um 275`000 Euro - Sie können sich also beruhigt zurücklehnen...;-)

    • Autoexperte am 22.04.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mami

      hier geht es um Oldtimer. damit diese auch in Zukunft auch laufen gibt es bald E Fuels

    einklappen einklappen
  • Macintosh am 22.04.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lego Modell

    Ich habe ein Aston Martin aus Lego Modell und der ist fast realistisch so wie 007 Aston Martin. Die Kennzeichen kannst ändern und der Beifahrersitz kann man weg Schleudern

  • Autoexperte am 22.04.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AM immer besser

    die Marke leistet die letzten Jahre Unglaubliches. erst der one77, jetzt , Valkyre und der AM003. alle den anderen um Meilen voraus im Moment. weiter so

    • Illumination am 22.04.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Autoexperte

      Richtig - wobei ich nicht weiss, wieviel "Aston Martin" beim Valkyrie/Red Bull Racing (Mittelmotor-Hybrid) noch drinsteckt.. Der 6,5 l/V12 stammt von Cosworth, der hauptsächliche Fahrzeugrest von Multimac (Monocoque/Carbon), Rimac, Ricardo plc, Bosch, Michelin.. Jedenfalls mit 1013 bis 1145 PS Gesamtleistung einer der stärksten SAUGMOTOREN aller Zeiten...;-)

    • Autoexperte am 22.04.2019 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      sie haben ihm designt und bauen ihn. das sie Zulieferer haben ist ja logisch

    • Illumination am 23.04.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Autoexperte

      Zulieferer? Ist ein Gemeinschaftsprojekt zusammen mit Red Bull Racing und diesen Firmen - explizit erwähnt als Entwicklungspartner..

    einklappen einklappen
  • links bremser am 22.04.2019 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    gott sei dank, sind solche "verkehrsbehinderungen" nicht oft auf der Strasse zu sehen. Es ist aber nicht so das die Fahrzeuge langsam währen... verstehe nicht wie man gerade bei solchen Autos freude haben kann ohne diese sportlich zu fahren?!? also bitte, wenn man schon kohle für solch wunderschönen sportwagen, dann bitte aber mit zwischengas schalten und so fahren, wofür es gebaut wurde. danke!

  • emf949 am 22.04.2019 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher James Bond

    George Lazenby war kein V8, eher ein Dreizylinder.