Sportliche Ikonen

05. Juli 2014 13:52; Akt: 01.03.2018 16:08 Print

Vergessene Sportwagen der Neunzigerjahre

von Bruno von Rotz - Supersportwagen begeistern. Trotzdem gehen sie vergessen, wenn sie nicht gerade Ferrari, Lamborghini oder Porsche heissen.

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Sie waren und sind die Lieblingskinder vieler Magazine und Auto-TV-Sendungen. Fast jedes Kind kennt Lamborghini Diablo, Ferrari Testarossa oder den Porsche 959.

Doch es gibt eine ganze Garde von Supersportwagen aus den Neunzigerjahren, die schon fast in Vergessenheit geraten sind. Einige wollen wir hier kurz in Erinnerung rufen.

Vector W8 — die amerikanische Antwort auf Lambo und Co

Eine Mischung aus Kampfjet und Supersportwagen, eine Filmrequisite aus einem Science-Fiction-Film. Der Vector W8 lässt sich auf viele Arten beschreiben, aber eine Besonderheit ist er auf jeden Fall. Denn er war die amerikanische Antwort auf die Supersportwagen aus Italien und England. Nur erfolgreich war er nicht, trotz 600 PS Leistung und einer Spitze deutlich jenseits von 300 km/h.

Bereits 1977 tauchte der Vorgänger des Vector W8 erstmals in der hiesigen Presse auf. 13 Jahre später wurde auf der Los Angeles Motor Show das «Produktionsmodell» des Vector gezeigt. Als Preis wurde rund CHF 265’000 angegeben.
Gerade einmal drei Autos entstanden jeweils in den Jahren 1990 und 1991, 1992 kamen weitere neun Wagen, 1993 eine Handvoll weitere in Komponentenform, dazu. Fertig. Im Vergleich zu anderen Supersportwagen war er kommod zu fahren, nicht zuletzt dank der serienmässigen Automatik. Und sein Cockpit mit Teilen aus den damals gängigen Düsenjets sorgte dafür, dass sich junge Fans die Nase an den Seitenscheiben plattdrückten.

Jaguar XJ 220 - der britische Überflieger der Neunziger

Eigentlich wurde er bereits 1988 vorgestellt. Natürlich erregte ein über 320 km/h schneller Wagen auch grosses Interesse, doch bis zum Produktionsstart vergingen noch vier Jahre und gerade einmal 275 Wagen konnten bis 1994 gebaut werden.

Mit 7:45.36 für eine Nürburgringrunde gehörte die fast fünf Meter lange und über zwei Meter breite britische Flunder zu den Schnellsten. Ein Sechszylindermotor mit zwei Turboladern reichte für deutlich über 500 PS. Und vom Design her war der Jaguar definitiv speziell genug, um überall aufzufallen. Aber er war auch teuer genug, denn nur wenige Autokäufer waren bereit siebenstellige Summen für den Wagen auszugeben.

Cizeta V 16 T - 16 Zylinder und ganz schön quer

Nur wenige schaffen es, ihre Träume und Visionen in Wirklichkeit entstehen (und fahren) zu sehen. Claudio Zampolli ist einer von ihnen. Der italienisch-stämmige Autofanatiker erträumte sich den ultimativen Supersportwagen und baute ihn nach seinen Ideen und Visionen.

Der Cizeta V16T nahm lange vor dem Bugatti Veyron Superlative vorweg und ist bis heute einzig in seiner Art, denn ein V16-Triebwerk baute vorher und nachher keiner quer in einen Mittelmotorsportwagen ein. Das Design des keilförmigen Zweisitzers stammte von Marcello Gandini, der ja auch die berühmten Lamborghini Miura, Countach und Diablo gestaltete.
Vielen Sportwagenfahrern von damals war er zu teuer, nur 11 Autos wurden über mehrere Jahre ausgeliefert. Die meisten fahren noch. Und Claudio Zampolli träumt weiterhin ...

Dass man heute auf der Strasse einen Vector W8, einen Jaguar XJ 220 oder einen Cizeta V16T erblickt, dürfte ähnlich selten wie ein Lotto-Sechser sein. Sie alle zusammen auf ein Bild zu kriegen, dürfte sich als nahezu unmöglich erweisen.

Von Zeit zu Zeit tauchen einzelne Exemplare bei Versteigerungen auf, wie aktuell ein Vector W8 bei RM Auctions oder ein Jaguar XJ 220 bei Artcurial in Le Mans. Noch sind sie meist deutlich günstiger zu haben als zum damaligen Neupreis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Autofanatiker am 05.07.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vector M12

    Mein Kunde hat 2 Stück von denen... 17 Gebaut. Einer steht in seinem Wohnzimmer (!) der andere zerlegt in der Garage.

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  • Andi am 05.07.2014 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmal auf der Strasse erlebt...

    Den Cizeta (Moroder) V16T habe ich einmal auf der Strasse gesehen, das ist wohl ähnlich häufig wie ein Lottosechser...naja, fast...

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  • ZH71 am 05.07.2014 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    XJ220

    Das irre an dem Jaguar XJ 220 ist das 5-Gang-Getriebe, dass so ausgelegt ist dass der 1. Gang bis über 100 km/h geht. Beim Spurt von 0 auf 100 in 3.7 Sekunden braucht man keinen Gangwechsel! :) Es wurden neben dem XJ220 mit 549 PS auch noch fünf XJ220S hergestellt die 680 PS hatten und 370 km/h schnell waren. Fehlt nicht viel zu den 400 km/h eines Bugatti Veyron.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Autosammler am 12.07.2014 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rar um Exklusiv zum Schnäppchen Preis

    Ein 90er Exot zu bezahlbaren Preisen das gibt's .. Ein einmaliges Auto : Lotus Esprit Turbo SE

  • Xaver am 06.07.2014 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Abgasnorm ist der Vielfaltkiller

    Supersportwagen damaliger Zeit gibt es mehr, war ja noch vor der Abgasdrosselung. Und die meisten sind von Anfang an als Rarität mit unter 20 Stück geplant gewesen. Selbst der XJ220 steht für eigentlich maximal 220 Stück, für die jeder Kunde 70% überweisen musste, BEVOR es einen endgültigen Bauplan gab. Und wegen den 58 Stück mehr gab es dann auch richtig Ärger.

    • Jaguar Fahrer am 04.08.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Hey Xaver, der Name XJ220 stand fuer die Hoechstgeschwindigkeit in Meilen (=352Km/h), die der Jag damals haette erreichen sollen

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  • Autofan am 06.07.2014 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Am Bodensee...

    ...bei Autobau Romanshorn (kann man solche Raritäten in aller Ruhe anschauen! Neben vielen anderen tollen Autos stehen dort auch ein Vector W8, ein XJ220, ein EB 110, Saleen S7 etc. Und alle in fahrbereitem Zustand...

    • Zoe 199 am 20.07.2014 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Tolle Ausstellung

      ... Und einen Ferrari GTO und diverse alte Ferraris sieht man auch. Wohl die beste Ausstellung in der Schweiz.

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  • Alfieri Maserati am 05.07.2014 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Exoten

    Das sind alles wunderbare Autos. Evtl. zu vergleichen heutzutage mit einem Pagani Zonda. Lambos, Ferrari, Aston Martin,...alles schöne Fahrzeuge, aber halt vom Exklusivitätsfaktor her nicht zu vergleichen

  • Jonas am 05.07.2014 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vergessen!

    Vergessen sind die nicht. Der Cizeta Moroder war beim Quartett-Spiel immer sehr beliebt, weil seine 16 Zylinder eimalig ware. Der XJ220 hatte ein eigenes CComputerspiel.