Pontiac Firebird

06. Juli 2019 09:46; Akt: 06.07.2019 09:46 Print

Viel Ami für wenig Geld

von Olivier Chanson - Als erstes Auto einen Pontiac Firebird? Oliver Chanson hats gewagt und erzählt hier von seinen Erfahrungen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das erste Auto ist für viele etwas ganz Besonderes, bedeutet es doch mehr Unabhängigkeit und lässt die bekannte Welt um einiges schrumpfen. Für manchen spielt die Form oder der Fahrspass eine Nebenrolle, das Motto lautet «Hauptsache, es fährt». Bei mir war dies anders.

Wie kommt man auf die Idee, sich als erstes Auto einen Pontiac Firebird zu kaufen? Nun, dies hatte diverse Gründe. Zum einen wuchs ich mit amerikanischen Sportwagen auf, mein Vater besass zwei Corvette, die sich tief in meine Erinnerungen eingegraben haben.

Zum anderen war Amerika mit seiner Autokultur stets im Fernsehen und der Musik omnipräsent. Die typischen amerikanischen College-Filme der 1990er- und frühen 2000er- Jahre warteten denn auch oft mit Muscle-Cars auf. So wurden diese Autos für mich allmählich zum Sinnbild von Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer, dazu gefielen mir die eckigen Formen um einiges besser als die neueren Alltagsautos auf den Strassen.

Fund im Aargau

Ein spezifisches Modell hatte ich nicht im Sinn, so begann die Suche. Fündig wurde ich schliesslich im aargauischen Besenbüren. Da stand ein unscheinbarer Pontiac Firebird der dritten Generation mit Erstzulassung 1994 und fristete sein Dasein in einer nur halb gedeckten Halle. Rasch wurde eine Probefahrt vereinbart, pure Begeisterung! Der 4,9-l-V8-Motor schnurrte herrlich laut und auch die Fahreigenschaften überzeugten sofort. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Seit dem Kauf sind drei Jahre vergangen und der Pontiac hat mir bis jetzt gute Dienste geleistet. Das «Screaming Chicken», der Pontiac-typische Vogel auf der Haube, wurde nachträglich foliert, und Tagfahrlichter sorgen für bessere Aerodynamik auf der Autobahn, da die Klappscheinwerfer eingeklappt bleiben dürfen.

Bei 189 km/h ist Schluss

Bezüglich des Fahrverhaltens kann nur Positives berichtet werden. Bei meinen zahlreichen Passtouren war ich ob dem guten Kurvenhandling positiv überrascht. Trotz der 1,5 Tonnen Gewicht liegt der Wagen besser in der Kurve als so manch neuerer Wagen. Die knapp 175 PS sind eher auf der schwachen Seite, dies tut aber dem Spass keinen Abbruch. Im Nachhinein wird nur das fehlende T-Top schmerzlich vermisst, dieses wäre bei sommerlichen Ausfahrten ein nettes Gadget gewesen.

Auf der Autobahn sind die amerikanischen Strassenkreuzer definitiv in ihrem Element, so auch mein Pontiac. Die in der Schweiz erlaubten 120 km/h entlocken dem Motor nur ein müdes Brummen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde – an einem Ort, an dem es erlaubt ist – natürlich auch ausprobiert. Ab 140 km/h beginnt die Motorhaube zu vibrieren, ab 150 km/h die Seitenspiegel zu zucken, ab 160 km/h ist alles wieder ruhig, nur die Windgeräusche nehmen zu. Bei 189 km/h ist der Wagen schliesslich abgeriegelt, jedenfalls die europäische Version. Lange würde aber niemand so schnell fahren, so gross das Vertrauen in den amerikanischen Stahl auch sein mag.

Teurer Unterhalt

In der Nähe von Zürich zu wohnen, hat viele Vorteile, bezüglich Autozulassung aber nicht. Zürich ist einer der teuersten Kantone, was Versicherungen und Strassenverkehrsgebühren angeht. Hier kommen rasch Summen von über 2000 Franken pro Jahr zusammen, Steuern und Versicherung kombiniert. Viel Geld für einen Praktikanten, doch das ist es mir wert.

Den kompletten Bericht mit viel mehr Fotos gibt es auf Zwischengas.com.