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19. September 2018 13:12; Akt: 20.09.2018 17:22 Print

Deine Schrift erzählt viel über dich

Handschriften sind individuell und sagen viel über einen Menschen aus. Wir haben Briefe bekannter Persönlichkeiten analysieren lassen.

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«Diese Schrift zeigt einen Menschen, der sich Gedanken macht über sich und den Alltag. Er ist pflichtbewusst und reflektiert, übernimmt gerne Verantwortung», sagt der Grafologe Fritz Gassner. Auf dem Tisch liegt die Kopie eines Briefes von Elvis Presley an Präsident Nixon. Aus der Schrift des Rockstars liest Gassner Ernsthaftigkeit und Reflektiertheit. «Er wäre wahrscheinlich ein guter Lehrer geworden», sagt der Grafologe mit einem Lächeln. Als «ungeduldig, schnell und drängend» beschreibt er dagegen die Schrift von Marilyn Monroe. Eine Darstellerin sei sie, vor allem, weil sie ein ungeduldiger Mensch sei, der mit sich selbst wenig anzufangen wisse und ein grosses Bedürfnis nach Anerkennung habe.

Handgeschriebene Briefe gelten als besonders wertvoll

Bist du ein ungeduldiger Mensch und hast eine kurze Konzentrationsspanne? Der Grafologe wird das auf den ersten Blick an deiner Handschrift erkennen. Oder vielleicht doch eher pflichtbewusst und korrekt mit einem Hang zur Kompliziertheit? Auch das kann er an deiner Handschrift ablesen. «Ein Brief ist wie eine Begegnung», sagt Gassner. «Wie an der Körpersprache, Mimik und Gestik sieht man auch an der Bewegung der Schrift, ob ein Mensch sich beispielsweise eher dominant oder zurückhaltend zeigt.»

Trotzdem ist die Schriftanalyse eine Wissenschaft. Gassner hat Psychologie studiert, sich anschliessend zum Grafologen weiterbilden lassen und dann 50 Jahre als Schriftanalytiker gearbeitet. Bei allen eingereichten Schriften vergewissert er sich, dass der Schreiber darüber informiert ist, dass seine Schrift analysiert wird. Deine Handschrift ist nicht nur individuell, sie ist auch persönlich – nicht umsonst gelten handgeschriebene Briefe als besonders wertvoll.

Eine Schrift kann auch «gestaltet» sein, wie Gassner es nennt. Ein Beispiel dafür ist die Handschrift Oscar Wildes, der eine ausgesprochen minimalistische Schrift hatte, durch die jedes Wort wie ein abstraktes Kunstwerk erscheint. «Da sieht man jemanden, der sich präsentieren kann. Vielleicht einen Schauspieler. Oder einen Diplomaten», erzählt Gassner. Das erkennt er nicht nur an der Form, die ästhetisch und minimalistisch zugleich sei, sondern auch an den grossen Abständen zwischen den Wörtern und dem strukturierten Schriftbild. «Hinter dieser Schrift steht ein Mensch, der sich seiner Erscheinung und seines Auftretens sehr bewusst ist.» Das trifft zu, der grosse Schriftsteller war berühmt als Dandy und Lebemann.

Schreiben ist auch gut fürs Gehirn

Was man aus einer Handschrift herausliest, die nur aus blockartig angeordneten Grossbuchstaben besteht? «So schreibt, wer nichts über sich verraten möchte», antwortet Gassner mit einem Augenzwinkern. Nicht ohne Grund habe man früher auf diese Art Erpresser- und Drohbriefe verfasst. In Zeiten von E-Mail und Whatsapp müssen wir uns um die Anonymität unserer Schrift kaum Sorgen machen. Diese Art der Kommunikation ist zwar schnell und leserlich – aber distanziert, da wir dabei gezwungenermassen unseren Charakter verbergen.

Von Hand zu schreiben, ist nicht nur persönlich, sondern auch gut fürs Gehirn. Studien haben bewiesen, dass wir uns Handgeschriebenes viel besser merken können – ein weiterer Grund, wieder einmal einen Kugelschreiber in die Hand zu nehmen. Vor allem, wenn du damit einen Brief schreibst, der jemandem eine Freude bereiten wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LuZh am 18.09.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Quel surprise!

    Oscar Wild's Handschrift verrät, dass er Kreativ war?! Wow!! Ich wette, dass Trump's Handschrift verrät, dass er ein Egozentriker ist. Und Neymars Handschrift verrät, dass er eine unreife, kindliche Person ist. Also bitte.. analysiert lieber die Handschrift von Nobodys, von denen man nichts weiss. Nimmt mich wunder ob die Beschreibung des Charakters der Person auch dann stimmt.

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  • Kalli Graph am 18.09.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    'Schönschreiben' ist leider ausgestorben

    heutzutage lernt man in der Schule ja zuerst das Tippen, von Hand schreiben ist total aus der Mode gekommen, was ich sehr schade finde. Die Entwicklung reflektiert sich auch in der Handschrift der jüngeren Leute, sie sieht teilweise aus wie die Handschrift eines Erstklässlers, wenn überhaupt. Wenn die bei der Bewerbung eine Schriftprobe abgeben müssten, wie es vor nicht allzu langer Zeit Standard war, wären sie am A...

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  • Urs und Viktor am 18.09.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Briefe schreiben !

    Heute können die wenigsten von Hand schreiben , verschweige noch mit einer schönen Handschrift ! Sätze wie , du ich 5 Bahnhof ! sind doch normal Leider will es die Politik so , SCHADE !!!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil B. am 20.09.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zu langsam, die Handschrift!

    Handschrift? Seit der Ausbildung, dem Handhaben der Schreibmaschine, jetzt des Keyboards, und dank der Stenografie ... ich schreibe kein Wort mehr in Handschrift

  • Papa Bär am 20.09.2018 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Blockartig passt perfekt

    Direkt, sachlich, unmissverständlich. Okay, eine Liebesbekundung wird natürlich traditionell mit Feder und Tinte geschwungen geschrieben. Stiller Romantiker?

  • Marlis K. am 20.09.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Habe ich Recht?

    Ich habe die Unterschrift von Donald Trump befasst und bin zum Schluss gekommen,dass Macht Geld an erster Stelle ist ,aber es zeigt mir das er auch sehr verletzlich ist, Ordnungsliebend, geizig

  • Erich am 18.09.2018 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe Handschrift an sich

    Ein Segen dass die Personalabteilungen vom Spuk der Graphologie befreit worden ist. Oder, gibt es noch irgendeine Branche?

  • Gebranntes Kind am 18.09.2018 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Aus Erfahrung dagegen

    Persönliche Briefe von Hand schreibe ich gerne, aber nicht mehr so oft wie früher. Nachdem ich für die Bewerbung eines Jobs eine handschriftliche Probe abliefern musste, und die Beurteilung, trotz regelmässiger, gut leserlicher Schrift zum allergrössten Teil meiner (vermeintlichen) Persönlichkeit überhaupt nicht entsprach, liess ich mich nie mehr darauf ein ein handschriftliches Beispiel abzugeben. Meine Erfahrung zeigte, dass man damit jemandem sehr grossen Schaden anrichten kann. Aus mir nicht erklärlichen Gründen erhielt ich den Job trotzdem, jedoch mit einem gewissen Misstrauen!