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07. Juni 2019 09:46; Akt: 27.06.2019 15:57 Print

Ein Tag im Leben einer Lehrtochter

Die Gastro-Branche gilt als hartes Pflaster für Lernende. Wir haben eine angehende Restaurationsfachfrau durch ihren perfekt getakteten Tag begleitet.

Fehler gesehen?

Ausbildungen sind selten ein Zuckerschlecken. Vor allem Jobs in der Gastro-Branche haben den Ruf, durch oft ungewöhnliche Arbeitszeiten und stressige Stosszeiten besonders hart zu sein.

Es liegt einerseits an den Betrieben, das Arbeitsklima für alle Angestellten – und dabei insbesondere auch für die Lernenden – so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber wie entspannt man sich nach einer anstrengenden Schicht im Restaurant? Wie organisiert man als junger Mensch in Ausbildung seine Freizeit, Entspannung und sein Sozialleben?

Wir durften die 18-jährige Anouk aus Zürich einen Tag lang begleiten. Sie befindet sich im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Restaurationsfachfrau, die sie im edlen Restaurant Carlton in Zürich absolviert.

So konnten wir einen kleinen Einblick in den Alltag einer jungen Schweizerin bekommen, die ihre strenge Ausbildung und ihre Freizeitgestaltung perfekt im Griff hat. Wie Anouk das so gut hinbekommt, zeigen wir euch im Video.

Aber auch mit Anouks Chefin, Frau Daniela Segmüller vom Restaurant Carlton, haben wir darüber gesprochen, was ihr Betrieb Lehrlingen konkret bietet.

Frau Segmüller, wie unterstützt Ihr Betrieb seine Lernenden, um den Stress abzufedern?
Die Zeit der Ausbildung ist eine Phase der persönlichen Entwicklung. Lernen, mit Stress umzugehen, ist eine sehr individuelle Entwicklung und darum bekommt auch jeder Lernende eine auf sich passende Unterstützung. Oft helfen schon kleine Tipps in Sachen Selbstorganisation. Es ist wichtig, dass die Lernenden nach einer stressigen Situation Feedback bekommen und lernen, so eine Situation nachhaltig zu reflektieren. Wichtig ist, dass man sie im Prozess unterstützt und ihnen vorlebt und zeigt, wie man Ruhe bewahrt und eine positive Haltung dazu beiträgt, Stress besser zu verarbeiten.

Was macht der Betrieb, damit sich Anouk Zeit zum Lernen einplanen kann?
Vor dem Schultag haben Lernende wenn möglich am Abend frei und in der Zimmerstunde gibt es auch immer Zeit dazu. Auf Wunsch bieten wir auch Unterstützung beim Lernen an. Wenn die Lernenden uns vor einer grossen Prüfung informieren, planen wir auch gerne Extra-Zeit ein. Unser Betrieb bietet die Regelmässigkeit der Freitage an Sonn- und Feiertagen an.

Hat Anouk eine Ansprechperson, falls es Missstände geben sollte?
Selbstverständlich, zuerst ist Flavia Jung als Berufsbildnerin Ansprechperson, in einem weiteren Schritt steht Anouk Claudia Bartholet, HR Assistentin und verantwortlich für die Lernenden in der Segmüller Collection, zur Verfügung und dann auch noch ich selbst, Daniela Segmüller, als Leiterin Human Resources und Inhaberin Segmüller Collection.

Schützt der Betrieb Lernende vor zu viel Überzeit oder kompensiert er diese?
Überzeit wird grundsätzlich kompensiert. Obwohl wir ein Stadtbetrieb sind, kennen auch wir «Hochsaison» und «Nebensaison» und wir kommunizieren allen Lernenden zu Beginn, wann diese Monate stattfinden und wie wir damit umgehen. Unsere Berufsbildnerin geht hervorragend mit den Lernenden um und merkt auch schnell, wo mal ein extra Kompensationstag eingeteilt werden muss.

Ist der Austausch mit anderen (älteren) Lehrlingen gewünscht und wird er gar gefördert oder unterstützt?
Dieser Austausch ist gewünscht und wird gefördert, meistens ist der ältere Lernende der «Götti» des jüngeren.

Wie geht der Gastro-Betrieb mit den Zimmerstunden um? Was tut der Betrieb allgemein für eine ausgewogene Work-Life-Balance bei Lernenden?
Grundsätzlich kann unser Betrieb – unsere Branche – nicht ohne Zimmerstunde funktionieren. Es gibt aber auch ein bis zwei Durchdienste, die auch Lernenden zugeteilt werden, damit sie auch ab und zu am Abend frei haben. In der Zimmerstunde fördern wir das Lernen oder den Besuch einer Sporteinrichtung. Mit einem benachbarten Fitness-Studio haben wir eine Vereinbarung, bei der unsere Mitarbeiter von einer Vergünstigung profitieren können. Die Zimmerstunde hat auch viele positive Aspekte, die Ämter sind geöffnet, die Geschäfte sind nicht übervoll, es gibt genügend Platz in den Sporteinrichtungen und ausserdem kann eine Unterbrechung des Arbeitstags auch erfrischend und aufbauend sein.

Das Carlton ist wahrscheinlich ein Vorzeigebetrieb in der Gastro-Branche. Wie geht es Lernenden in anderen Gastro-Betrieben, was sind z. B. spezifische Herausforderungen der Gastro-Branche und wie geht die Branche allgemein damit um?
Die Gastronomie ist grundsätzlich eine wunderbare Branche für junge Leute. Spannend, vielseitig, abwechslungsreich, persönlichkeitsbildend, international. Ausserdem gibt es bei uns unglaublich viel Kreativität und Aufstiegschancen für junge Leute, ganz zu schweigen von den vielen Möglichkeiten im Ausland. Unsere jungen Erwachsenen mit einem Lehrabschluss der Schweiz finden auf der ganzen Welt gute Arbeitsstellen. Die Herausforderung der Branche ist es, weiterhin junge Leute zu finden, die sich in der Gastronomie ausbilden lassen. Gerade eben wurde die Revision unseres Berufes abgeschlossen und die Lernenden starten im August 2019 mit dem neuen Beruf «Restaurantfachfrau /Restaurantfachmann» mit vielen spannenden Neuerungen. Unter anderem wird es neu vier Ergänzungskompetenzen geben, wobei jeder Betrieb seine besondere Stärke vertieft ausbilden kann. Damit wird auch der Vielseitigkeit unserer Branche noch besser Rechnung getragen. In einem weiteren Schritt möchte die Branche die jungen Erwachsenen mit Lehrabschluss behalten können. Wir versuchen immer, die Lehrabschlussgänger weiter in gute Betriebe zu vermitteln, allenfalls auch ins Ausland natürlich in der Hoffnung, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls als Kadermitarbeiter in unser Unternehmen zurückkehren.

Danke für die Auskunft!