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12. März 2019 10:56; Akt: 12.03.2019 10:57 Print

Macht dich dein Sitzplatz krank?

Falsches Sitzen kann gefährlich werden und sogar zu Deformationen am Skelett führen. Eine Ergonomie-Beratung hilft dabei, dauerhaft vorzubeugen. Wir zeigen dir die wichtigsten Tipps für die gesündeste Sitzposition.

Die Tamedia-Ergonomie-Beraterin Daniela zeigt, wie man am Schreibtisch richtig sitzt und arbeitet.
Fehler gesehen?

Ständige Müdigkeit, Rückenbeschwerden und Unkonzentriertheit. All das kennst du vielleicht – erst recht, wenn du einen Bürojob hast, der dich zum stundenlangen Sitzen während der Arbeit zwingt. Vor allem auf Dauer gesehen können eine schlechte Haltung und eine falsch eingestellte Position beim Stuhl und bei der Tisch-Peripherie verheerende Wirkungen auf Körper und Geist zeigen.

Dabei ist Vorbeugen hier gar nicht so schwierig. Genügend Pausen mit ausreichender Bewegung sind ein erster Schritt, um anhaltende Beschwerden gar nicht erst aufkommen zu lassen. Fast noch wichtiger hingegen ist aber die korrekte Körperhaltung während der Arbeit am Schreibtisch.

Wir haben uns von Daniela Kljajic, der Tamedia-eigenen Ergonomie-Beraterin (oder auch «Ergotante», wie sie hier liebevoll genannt wird), zeigen lassen, wie du deinen Arbeitsplatz richtig einstellst, um möglichst körperbewusst und gesund zu sitzen. Die einfachsten Tipps und Grundregeln dazu siehst du oben im Video.

Warum eine Ergonomie-Beratung gerade in grossen Firmen mit vielen Tisch-Jobs so wichtig ist und woraus der Arbeitsalltag unserer Ergotante besteht, erzählt sie im Interview:

Wie lautet deine korrekte Jobbezeichnung und wie sieht dein Arbeitsalltag als «Ergotante» aus?

Die korrekte Bezeichnung wäre Ergonomie-Beraterin für Bürowelten (IGR e.V. zert.), bei uns hat sich allerdings der Begriff «Ergotante» durchgesetzt. Vereinfacht gesagt sieht mein Arbeitsalltag folgendermassen aus: Die Mitarbeitenden melden sich bei mir und wir vereinbaren einen Termin. Am Arbeitsplatz zeige ich ihnen, wie sie Tisch und Stuhl auf ihre Bedürfnisse einstellen können, damit Fehlhaltungen und die daraus resultierenden Verspannungen vermieden werden können.

Wie wichtig ist deiner Einschätzung nach deine Tätigkeit? Wer sollte dich zu Hilfe rufen und warum?

Es ist eine präventive Massnahme, die ich sehr wichtig finde und die ausserordentlich geschätzt wird. Als vorbeugende Massnahme sollten alle Mitarbeitenden eine auf sie angepasste Einstellung des Arbeitsplatzes vornehmen. Oft kontaktieren mich auch Kolleginnen und Kollegen, wenn Verspannungen auftreten, um zu überprüfen, ob etwas an der Einstellung des Arbeitsplatzes geändert werden sollte.

Wie empfindest du selbst die allgemeine Haltung im Büro? Siehst du viele «Sitz-Fehler»?

Wenn ich durch unsere Büros laufe, sehe ich leider viele Kolleginnen und Kollegen, die keine optimale Sitzhaltung einnehmen. Daher empfehle ich eine regelmässige Überprüfung der Einstellungen des Arbeitsplatzes.

Wie gefährlich kann falsches Sitzen und Arbeiten auf Dauer sein? Welche Risiken birgt es, was kann schlimmstenfalls passieren?

Es gibt viele mögliche Auswirkungen. Nebst Muskelverspannungen können Fehlhaltungen (Haltungsschwächen) auf Dauer auch zu Deformationen am Skelett führen. Zudem können Abnützungen der Bandscheiben eintreten. Ich muss leider festhalten, dass diese Liste nicht abschliessend ist.

Wie sind die Rückmeldungen auf deinen Job – vor allem von Leuten, denen du schon konkret geholfen hast?

Oft sind die Mitarbeitenden überrascht, wie wenige Veränderungen am Arbeitsplatz es braucht und wie viel das Sitzverhalten ausmacht, damit Verspannungen vermieden werden können. Daher sind meine Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar, dass wir eine diesen Dienst im Unternehmen anbieten.

Empfiehlst du auch anderen Firmen, eine Ergonomie-Beraterin einzustellen?

Ich finde, dass sich eine Ergonomie-Beraterin auf alle Fälle lohnt. Bei grösseren Unternehmen ist es von Vorteil, wenn man intern jemanden hat, der diese Aufgabe übernimmt. Kleinere Unternehmen können mit externen Anbietern zusammenarbeiten.

Was bringt es dem Unternehmen, eine Ergo-Tante anzustellen?

Ich denke, dass es eine Win-win-Situation ist für die Mitarbeitenden und das Unternehmen. Einerseits, ist es eine Wertschätzung des Mitarbeiters, wenn man diesen Dienst anbietet. Andererseits ist festzuhalten, dass nahezu die Hälfte der Ausfälle in Betrieben auf Beschwerden des Bewegungsapparates, insbesondere des Rückens, zurückgehen. Durch die präventive Beratung und Einstellung des Arbeitsplatzes kann man einen Teil dieser Ausfälle vermeiden

Wie gehst du mit weiteren Herausforderungen, wie etwa schlechter Beleuchtung oder Krach, um?

Licht, Raumklima und auch Lärm werden ebenso in die Beratung aufgenommen. Ich arbeite eng mit unserem Hausdienst zusammen und versuche mit ihm zusammen Lösungen anzubieten. Ob es eine einfache Einstellung der Stehleuchte ist, diese eine Umplatzierung benötigt oder ob zusätzliche Stehleuchten aufgestellt werden sollen für die optimale Ausleuchtung. Auch ob die Temperatur angepasst werden muss, bespreche ich mit dem Hausdienst. Bei Lärm muss die Lösung meist im Team gesucht werden mit einer Büroknigge zum Beispiel. 

Wie gehst du mit Personen um, bei denen die Standardeinstellungen nicht reichen, weil sie zum Beispiel schwanger sind oder nach einer längeren Absenz wieder anfangen zu arbeiten?

Ich frage bei jeder Beratung nach persönlichen körperlichen Beschwerden, um darauf eingehen zu können und die Beratung darauf abzustimmen. Wenn die Standardeinstellungen nicht genügen, versuchen wir geeignete Einstellungen anzubieten durch andere Büromöbel oder auch ergonomische Hilfsmittel. Ich pflege mit diesen Mitarbeitern einen engeren Kontakt, in dem ich mehrmals vorbei gehe um zu sehen, ob ich noch meine Unterstützung anbieten kann.