Energy Challenge

11. Oktober 2018 08:47; Akt: 25.10.2018 09:47 Print

Wie viel Energie steckt in Lebensmitteln?

Leserin Alina macht sich Gedanken über die Energie- und Ökobilanz ihrer Ernährung. Muss sie vegan leben, um die Umwelt zu schützen?

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Mein Freund ist Veganer und reibt mir immer wieder unter die Nase, dass nur vegane Ernährung umweltfreundlich sei und alle Fleischesser grosse Mitschuld am Klimawandel tragen. Stimmt das? Wie viel Energie spart er mit dem Verzicht auf tierische Produkte ungefähr ein? Ich kann mir nicht vorstellen, mich fleischlos zu ernähren. Wie kann ich die Energiebilanz meiner Ernährung dennoch verbessern?
Alina (21) aus Basel

Umfrage
Würden Sie für die Umwelt auf Fleisch und tierische Produkte verzichten?

Gänzlich auf Fleisch oder sogar generell auf tierische Produkte zu verzichten, ist eine Frage der Einstellung. Aber in allen Lebensmitteln steckt Energie – sogenannte graue Energie. Mit einem bewussten Konsumverhalten kannst du sehr viel dazu beitragen, deinen Energieverbrauch zu vermindern, ohne dabei komplett auf Fleisch verzichten zu müssen.

In jedem Produkt steckt Energie. Diese wird für die Herstellung, Lagerung, Transport, Verkauf und Entsorgung gebraucht. In der Umgangssprache wird diese Energie als «graue Energie» bezeichnet. Circa 12 Prozent der Energie wird in Haushalten in Form von grauer Energie konsumiert. In Zahlen ausgedrückt entspricht dies pro Person und Tag ungefähr der Energiemenge von drei Litern Heizöl. Wenn hierfür fossile Brennstoffe wie Treibstoff für den Traktor oder in Kohlekraftwerken erzeugter Strom verwendet werden, entsteht das Treibhausgas CO2, das die Hauptursache für die Klimaveränderung ist. Bei der Herstellung von Lebensmitteln kommen weitere klimabelastende Stoffe hinzu. Dazu gehört das Methan, das bei der Tierhaltung entsteht, oder die eingesetzten Düngemittel bei pflanzlichen Produkten. Insgesamt können so rund 30 Prozent der gesamten Umweltbelastungen der Ernährung zugeordnet werden.

Riesige Sparpackungen lohnen sich nur für Grossfamilien

Die einfachste Art, wirkungsvoll Energie zu sparen, beginnt bei der Menge: Auf keinen Fall mehr einkaufen, als man konsumiert. Etwas angepasst ist die Lebensweisheit unserer Grosseltern nicht falsch: «Nicht mehr auf den Teller laden, als man auch essen mag!» Ausser für Grossfamilien lohnt es sich nicht, grosse Sparpackungen einzukaufen. Auch wenn die Hälfte im Tiefkühler gelagert wird, ist der hierfür benötigte Strom teurer als der erwirkte Rabatt.

Die zweite Gewissensfrage ist: Wie kommen die Lebensmittel vom Verkaufsgeschäft zu dir nach Hause? Mit dem Auto ins Einkaufszentrum zu fahren, braucht auch Treibstoff – insbesondere dann, wenn das Einkaufszentrum nicht gerade um die Ecke liegt. So kannst du vielleicht deinen Arbeitsweg mit dem Einkaufsgang verbinden oder im Quartierladen einkaufen. Der günstige Einkauf im benachbarten Ausland lohnt sich wirklich nur, wenn man direkt an der Grenze wohnt.

Fünf Liter Erdöl für Spargeln aus Übersee

Der dritte Schritt liegt bei der Auswahl der Lebensmittel. Saisonale Produkte aus der Region enthalten deutlich weniger Energie. Besonders eindrücklich ist der Unterschied beim Energieverbrauch am Beispiel der Spargeln: In einem Bund Spargeln aus Übersee steckt die Energie von umgerechnet fünf Litern Erdöl. Wenn man Spargeln aus der Schweiz konsumiert, liegt der Energieverbrauch bei 0,3 Litern. Neben der Energie für den Transport hat auch die Art der Produktion einen grossen Einfluss: Freilandtomaten, die auf natürlichem Boden wachsen, enthalten fast viermal weniger graue Energie als Hors-sol-Tomaten aus dem Gewächshaus.

Mit einem bewussten Fleischkonsum kannst du deinen Energieverbrauch zusätzlich reduzieren: Für die Herstellung von Rindfleisch muss das Tier etwa die zehnfache Energiemenge aufnehmen, die schliesslich bei dir auf dem Teller landet. Geflügel- und Schweinefleisch kommen etwa mit der halben Energiemenge aus.

Das energie- und kosteneffizienteste Getränk: Hahnenwasser

Zum Schluss noch das eindrücklichste Beispiel: Wasser! Im Wasser, das in der Flasche gekauft wird, ist 1000-mal mehr Energie enthalten als im Hahnenwasser. In der Schweiz sind wir jedoch in einer absolut bevorzugten Lage: In jeder Stadt und jeder Gemeinde kann Hahnenwasser ohne Bedenken genossen werden. Unser Leitungswasser ist nämlich ein Lebensmittel und unterliegt darum einer äusserst strengen Qualitätskontrolle. Hinzu kommt, dass es eine ideale Temperatur hat und nicht vorgängig in den Kühlschrank gestellt werden muss. Es kommt ohne Verpackungsmaterial aus und muss auch nicht mühsam nach Hause geschleppt werden.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Liliane am 09.10.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vegan ist nicht gleich Vegan

    Denn wer aus Rücksicht auf die Tierwelt und Umwelt Vegan leben möchte darf keine Tofu, Kokos, Mandelmilch, grüne Limonen, Bananen und Sojaprodukte essen. Auch die Nahrungsergänzungsmittel sind fragwürdig. Bleibt nur das lokale Angebot und das ist im Winter etwas schwierig ohne selber Konserven angelegt zu haben oder eben gegen die Umwelt das Zeugs zu Essen was 10'000 und mehr Kilometer weit her transpotiert werden muss.

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  • Thomas Metzger am 09.10.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Schweinsfilet

    Ich liebe diese Weltverbesserer,freue mich schon auf mein Schweinsfilet heute abend.

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  • SSch am 09.10.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..........

    Ja und Wasser ist auch noch gesund,sofern die Leitungen in Ordnung sind.Beim Filter muss man halbjährlich die Patronen wechseln.Wenn man so einen alte Patrone gesehen hat,verzichtet man nie mehr freiwillig auf einen Wasserfilter.Wieviel Energie wohl in einem solchen Filter steckt??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Danydee am 25.10.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte sauber formulieren

    Also wenn Geflügel und Schweinefleisch mit der halben Energiemenge auskommen, wie bei mir auf dem Teller landet, wäre das eine gute Energiequelle ich hab's schon begriffen, ist aber missverständlich formuliert.

  • F.Weber am 25.10.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu vergessen ist

    alldi Bio-Produkte die immer noch Zusätzlich in Pastik verpakt sind, dibt aber den Leuten ein "gutes" Gefühl, selbsu wenn der getrennte Plastik in der Verbrennung und nicht im Recicling landet.

  • fifi am 25.10.2018 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    ach was

    die Oekobilanz von meinem Essen geht niemanden was an. CO2 ist für die Kliamerwärmung so gut wie irrelevant, das einzig relevantes "Treibhausgas" ist der Wasserdampf, so ein Pech, lässt sich nicht so einfach besteuern. Alles nur Abzocke.

  • maja naef am 25.10.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    weniger die Läden besuchen

    wenn ich nur 2x im Monat einkaufe kommt es ganz bestimmt günstiger, denn wer kauft nicht immer mehr als das er braucht. Tiefkühler sind sinnvoll auch für 1 Personen Haushalte.

  • Andreas Gehrig am 25.10.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    BIO mit Fragzeichen ...

    BIO braucht 25% mehr Fläche, zerstört also auch 25% mehr Natur, das sollte man bei den schöngerechneten Zahlen auch immer beachten.