Sponsored

06. März 2019 10:25; Akt: 11.03.2019 07:32 Print

Warum uns Naturbilder kreativer machen

Neue Studien aus der Hirnforschung belegen, dass uns kurze Pausen und das Betrachten von Naturpanoramen geistig leistungsfähiger machen.

storybild
Fehler gesehen?

Erst eine kleine Geschichte: Zwei Holzfäller, nennen wir sie Hans und Heiri, sollen an einem Tag so viele Bäume wie möglich fällen. Hans macht sich sofort an die Arbeit, schwingt kräftig seine Axt und schuftet praktisch pausenlos bis abends durch. Heiri legt immer mal wieder eine Pause ein. Am Abend stellt sich heraus, dass Heiri trotzdem mehr Bäume geschlagen hat als Hans. Warum? Er nutzte die Pausen, um seine Axt zu schärfen und danach umso effizienter weiterzuarbeiten. Genauso verhalte es sich mit unserem Gehirn, erklärt der deutsche Mediziner Johannes Wimmer. Wenn wir pausenlos arbeiten, stumpft es ab. Wenn wir es schärfen, wird es wieder leistungsfähiger.

Umfrage
Was machen Sie in Ihrer Pause?

23 Wörter pro Sekunde
Immerhin 34 Gigabyte an Datenvolumen muss gemäss Wimmer unser Gehirn pro Tag verarbeiten. Das entspricht etwa 23 Wörtern pro Sekunde – eine gigantische Menge, die das Gehirn gehörig unter Stress setzt. Es entscheidet nämlich ständig, ob eine Information wichtig ist oder nicht. Deshalb hilft es schon viel, wenn man es nicht zusätzlich belastet. Also sollte man die Mail-Benachrichtigung für die Zeit ausschalten, in der man sich auf eine Arbeit konzentriert. Und auch nicht jedes Whatsapp muss à la minute beantwortet werden.

Kurz, aber häufig
Je nach Studie ist nach etwa 45 bis 70 Minuten Konzentration die geistige Leistungsfähigkeit verbraucht. Dann ist es Zeit für eine fünfminütige Pause. Denn wie Forscher der Baylor University Texas herausgefunden haben: Je mehr Stunden seit dem Arbeitsbeginn bis zur ersten Pause vergingen, desto eher klagten die Studienteilnehmer über Erschöpfung und Konzentrationsprobleme. Und wer häufiger kürzere Pausen machte, fühlte sich insgesamt besser und energiegeladener als die Arbeitskollegen, die wenige, dafür längere Pausen machten.

Lachen mit Kollegen
Fachleute empfehlen, dass man sich während der Pause nicht mit irgendwelchen anderen Informationen ablenkt, also beispielsweise News surft. Besser man hört Musik, schliesst mal für einen Moment die Augen oder macht einen kurzen Spaziergang. Aber noch viel wichtiger ist es gemäss den texanischen Forschern, dass Pausenbeschäftigungen freiwillig sind. So bringt ein Gespräch mit Kollegen über ein aktuelles Projekt mehr Erholung als ein vom Chef verordneter Kurzspaziergang.

Interessant ist in diesem Zusammenhang folgendes Forschungsergebnis der Rheinischen Fachhochschule Köln: Der Erholungseffekt von Pausen wird massgeblich durch eine angenehme Aktivität gesteigert. Konkret: Wenn Kolleginnen und Kollegen mindestens zweimal täglich gemeinsam lachen, verschwinden die negativen Folgen von zu viel Zeitdruck.

Apropos Zeitdruck: einfach länger arbeiten, um das Pensum doch noch zu schaffen? Keine gute Idee. Wer länger als zehn Stunden täglich konzentriert arbeitet, ist tags darauf nur noch halb so leistungsfähig.

Alternativen zur Pause?
Gibt es denn auch Alternativen zur Pause? Ja, denn gemäss Forscherinnen der Uni Kassel können geistig wenig anspruchsvolle Aufgaben wie zum Beispiel Pflanzen giessen ähnlich zum Wohlbefinden beitragen wie Kurzpausen. Pausen sind nämlich keine inaktiven Phasen. Vielmehr weist das Hirn, wenn man gar nichts oder nichts Anspruchsvolles tut, in bestimmten Hirnregionen eine besonders hohe Aktivität auf. Dies, um Platz zu schaffen für neue Informationen.

Übrigens: Ein Spaziergang durch einen Park oder sonstige Natur bringt mehr für die geistige Leistungsfähigkeit und die gute Laune als ein Stadtbummel, wie ein Experiment der Uni Michigan ergeben hat. Keine Grünflächen rund ums Büro? Dann soll sich gemäss den Forschern schon das Betrachten eines Naturpanoramas auf einem Foto vorteilhafter auf den Geisteszustand auswirken, als wenn man sich eine Strassenszene anschaut.