Mullah Mohammed Omar

19. Januar 2011 16:41; Akt: 19.01.2011 17:17 Print

Gerüchte über Herzanfall von Taliban-Chef

Mullah Mohammed Omar, der berüchtigte Anführer der afghanischen Taliban, soll eine Herzattacke erlitten haben. Angeblich wurde er in Pakistan operiert.

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Eine Reportage von «Vanity Fair» von 2003 mit zwei der wenigen Fotos von Mohammed Omar, die echt sein sollen. (Bild: Keystone)

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Der einäugige Taliban-Chef, von dem kaum verlässliche Fotos existieren, soll den Kollaps am 7. Januar erlitten haben und danach mehrere Tage in einem Spital in der pakistanischen Hafenstadt Karachi behandelt worden sein, berichtet die «Washington Post» mit Berufung auf die «Eclipse Group», einen privaten Nachrichtendienst, der von ehemaligen CIA-Leuten, Angestellten des US-Aussenministeriums und Armeeoffizieren betrieben wird.

Die Organisation beruft sich auf einen Arzt des Spitals. Dieser sei bei der Operation, bei der Omar angeblich eine Gefässstütze eingesetzt wurde, nicht selber dabei gewesen. Er habe aber miterlebt, wie der Mullah versucht habe, sich vom Eingriff zu erholen. «Offenbar gab es einen leichten Hirnschaden, denn Mullah Omar hatte eine lallende Aussprache», wird der Arzt zitiert. Nach einigen Tagen in der Klinik sei Omar vom pakistanischen Geheimdienst ISI zur weiteren Erholung in ein Gästehaus in Karachi gebracht worden.

ISI will Einfluss über Taliban sichern

Die Unterstützung des ISI für die afghanischen Taliban ist ein offenes Geheimnis und ein Ärgernis für die USA. Die Geheimdienstler sollen auch die Führung der Aufständischen in der Grenzstadt Quetta über den Zustand von Mullah Omar auf dem Laufenden halten. «Er erholt sich stetig, auch seine Aussprache ist klarer geworden», wird eine Quelle in Quetta von der «Eclipse Group» zitiert. Der Bericht deutet an, dass die Pakistanis ihn unbedingt am Leben erhalten wollen, um ihren Einfluss auf die Taliban zu sichern.

Von offizieller Seite gab es gegenüber der «Washington Post» keine Bestätigung für den Bericht. «Niemand hier hat davon gehört», wird ein US-Vertreter in der afghanischen Hauptstadt Kabul zitiert. Husain Haqqani, der pakistanische Botschafter in Washington, sagte, für den Bericht gebe es «keinerlei Grundlage». Er erinnerte an eine Story aus dem Jahr 2001, wonach Osama bin Laden angeblich eine Blutwäsche erhält. Sie habe sich als falsch herausgestellt und sei von Leuten fabriziert worden, «die Pakistan schaden wollen».

(pbl)