Inzest-Fall von Amstetten

27. März 2009 08:16; Akt: 27.03.2009 09:49 Print

Neue Anzeigen im Fall Fritzl

Ein deutscher Rechtsanwalt hat gegen Rosemarie Fritzl und ihren ältesten Sohn Strafanzeige erstattet – sie hätten von Josef Fritzls Kellerverlies gewusst haben müssen, behauptet der Jurist.

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Die ehemalige Ehefrau und der älteste Sohn des verurteilten Inzest-Vaters von Amstetten sind von einem Rechtsanwalt aus dem deutschen Duisburg angezeigt worden. Nach Angaben diverser Medien, wirft der Jurist den Fritzls «Mitwisserschaft» vor.

Sowohl Rosemarie als auch ihr Sohn hätten wissen müssen, dass Josef Fritzl seine Tochter Elisabeth über 24 Jahre im Keller des Hauses gefangen hielt, ist die Meinung von Anwalt Klaus Ulrich Groth: «Die Ehefrau und zumindest der älteste Sohn müssen von der Souterrainwohnung, gemeinhin in der Presse 'Verlies' genannt, gewusst haben», schreibt er in seiner Anzeige.

Groth hat keine neuen Hinweise

Er übermittelte die Strafanzeige am Mittwoch dem Leiter der Oberstaatsanwaltschaft für Wien, NÖ und das Burgenland, Werner Pleischl - obwohl die Ermittlungen im Fall nach über 140 Zeugenaussagen keine Hinweise auf eine Mittäterschaft anderer Personen ergaben. Groth hat auch keine bisher nicht bekannten Indizien zu bieten.

Er glaubt aber, dass «jede Hausfrau, jede Putzfrau und jedes neugierige Kind einen versteckten Zugang» zum Verlies «früher oder später durch Zufall oder gezielte Neugierde entdeckt». Anwalt Groth fragt zudem, wer die Gefangenen während Fritzls mehrwöchigem Urlaub in Thailand versorgt habe.

(kle)