Nach Drohungen

25. Juli 2010 17:31; Akt: 25.07.2010 17:35 Print

Iran zu Atomgesprächen mit EU bereit

Im Streit über sein Atomprogramm hat der Iran seine prinzipielle Bereitschaft zur Wiederaufnahme von Gesprächen mit der Europäischen Union bekräftigt.

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Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu sagte am Sonntag, sein iranischer Kollege Manutschehr Mottaki halte ein Treffen nach Ende des Fastenmonats Ramadan Anfang September für denkbar.

«Das ist eine positive Entwicklung», sagte Davutoglu nach der Unterredung in Ankara, an der auch der brasilianische Aussenminister Celso Amorim teilnahm. Die Türkei stehe als Gastgeber des Treffens zur Verfügung.

Der iranische Chefunterhändler Said Dschalili hatte der Aussenpolitik-Beauftragten der EU, Catherine Ashton, in einem Schreiben Anfang Juli die genauen Bedingungen für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch genannt. Ein Treffen der beiden sei überfällig, sagte Davutoglu.

Bedingungen für Wiederaufnahme der Gespräche

Der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor drei Bedingungen für eine etwaige Aufnahme der Gespräche mit der EU gestellt. Alle Verhandlungspartner müssten deutlich machen, wie sie zum israelischen Atomwaffenarsenal stehen, ob sie den Atomwaffensperrvertrag unterstützen und ob sie Freunde oder Feinde des Irans sein wollten. Die Verhandlungsteilnahme hänge allerdings nicht von den Antworten auf diese Fragen ab.

In Dschalilis Brief, mit dem dieser auf ein Schreiben Ashtons von Anfang Juni reagierte, wurden diese drei Punkte wiederholt. Die EU müsse vorab erklären, ob das Ziel der Verhandlungen eine Zusammenarbeit oder «Feindschaft und Konfrontation» sei.

Während der Westen dem Iran vorwirft, nach Nuklearwaffen zu streben, beharrt die Regierung in Teheran darauf, das Atomprogramm nur zur Energieproduktion nutzen zu wollen. Im Juni leiteten die Vereinten Nationen eine vierte Runde der Sanktionen ein, auch die EU verhängte neue Strafmassnahmen. Die Türkei und Brasilien hatten sich zuvor als Vermittler eingeschaltet. Beide Länder bekräftigten am Sonntag ihre Unterstützung für eine diplomatische Lösung.

(ap)