28. September 2007 20:12; Akt: 03.10.2007 15:01 Print

Satellitenbeweis: Ganze Dörfer ausgelöscht

Das Internet in Burma ist blockiert. Die Satelliten im All kann die Militärjunta nicht stoppen. Und die zeigen, wie das Militär Gegner auslöscht. Augenzeugen berichten von der unmenschlichen Vorgehensweise des Militärs.

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«Manchmal vergisst das Regime, wo Landminen platziert wurden. In diesen Fällen werden Dorfbewohner gezwungen, vor Soldaten als menschliche Schutzschilde her zu laufen. Mit Maschinengewehren im Rücken sterben diese armen Dorfbewohner, wenn sie von explodierenden Minen getötet werden.» Das sagte Naw Musi, ein der Minderheit der Karen angehörender Burmese, 2003 vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses.

Seit über vier Jahrzehnten wird Burma mit eiserner Hand von Generälen regiert. Die amtierende Militärregierung kam 1988 nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung an die Macht. Das Regime ist seitdem international nahezu völlig isoliert: Die Menschenrechte werden missachtet, ethnische Minderheiten teils brutal bekämpft. Die Generäle selbst sehen sich jedoch als Hüter der Einheit des Landes und des Fortschritts.

Besonders im Distrikt, wo die Minderheit der Karen an Thailand grenzend lebt, geht das Regime rigoros gegen Abweichler und Oppositionelle vor. Die Karen wollten nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig von Burma werden. Es entwickelten sich heftige Kämpfe zwischen den Karen und Regierungstruppen, die bis heute anhalten.

Nur geht die Militärjunta ungleich härter mit der Mindeheit um: In den letzten Jahren greifen Truppen schutzlose Dörfer an, brennen sie nieder und die Ernte gleich mit. Viele Karen flüchteten über die Grenze nach Thailand. Zehntausende blieben aber im Land und verstecken sich im Dschungel vor den Soldaten - bis ihr Dorf entdeckt und von Neuem zerstört wird.