Presseschau

11. Dezember 2008 07:30; Akt: 11.12.2008 10:21 Print

Ueli Maurer ist «Bundesrat auf Bewährung»

Die Schweizer Presse begrüsst die Rückkehr der SVP in den Bundesrat. Damit sei die Konkordanz wieder halbwegs hergestellt. Ueli Maurer sei allerdings ein «Bundesrat auf Bewährung», betonen mehrere Kommentatoren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sollte ihm in den nächsten drei Jahren kein überzeugender Auftritt als Verteidigungsminister und Bundesrat gelingen, werde das Parlament nicht zögern, ihn wie Christoph Blocher nach nur einer Amtszeit in die Wüste zu schicken, schreibt die «Berner Zeitung».

Ueli Maurer müsse sein Bekenntnis zur Kollegialität ernst nehmen und sich wirklich von Blocher abnabeln, fordert die «Basler Zeitung». Er müsse sich zur integrativen Regierungspersönlichkeit entwickeln, ergänzt der «Tages-Anzeiger». Der neue Bundesrat werde auf jeden Fall sehr genau beobachtet werden, weiss «Le Temps».

Die «Neue Zürcher Zeitung» mahnt Maurer, die auf Angriff und permanenten Wahlkampf getrimmte SVP nun in die Regierungsverantwortung einzubinden. Der «Bund» ist sich zwar sicher, dass die SVP nicht zur braven Partei wird. Es bestehe aber Hoffnung auf eine gewisse Entspannung.

«Die SVP ist jetzt mit einem offiziellen Kandidaten im Bundesrat vertreten, das wird ihren oppositionellen Spielraum verkleinern», findet auch die «Neue Luzerner Zeitung». Als Wieder-Regierungspartei müsse die SVP ihre mit schrillen Tönen untermalene «Totalopposition» aufgeben, schreibt die «Zürcher Landzeitung».

Politsystem wieder im Lot

Dass die wählerstärkste Partei wieder in der Regierung vertreten ist, hält auch «Le Matin» für einen weisen Entscheid. Für den «Quotidien jurassien» befindet sich das Schweizer Politsystem nun wieder in einem gewissen Gleichgewicht.

Auch die «Tribune de Genève» räumt ein, dass nun wieder eine Art institutionelle Stabilität bestehe. Die Freiburger «Liberté» findet es überdies konsequent, dass man mit Maurer auch gleich einen typischen SVP-Vertreter wählte und nicht eine «Assugrin-Lösung» traf.

Skeptisch ist die Neuenburger Presse. Die SVP habe sich schon zwischen 2003 und 2007 in der Doppelrolle von Opposition und Regierungspartei gefallen, heisst es in «Impartial» und «Express». Das «Journal du Jura» hätte die Partei angesichts des unbefriedigenden Zweiertickets lieber weiterhin in der Opposition gesehen.

Blick in die Zukunft

Die Wochenpresse greift die Bundesratswahl ebenfalls auf. Die «Wochenzeitung» sieht Maurer als «schwachen Bundesrat», weil seine knappe Wahl ein Misstrauensvotum sei. Die «Weltwoche» geisselt dagegen das Wahlverhalten von Linken und Grünen als «hinterhältiges Spiel», das darauf ausgelegt war, die SVP weiter auszugrenzen.

Die «Südostschweiz» schliesslich blickt bereits weit in die Zukunft: «Der nächste SVP-Bundesrat dürfte Hansjörg Walter heissen. Denn dieser habe sich am Mittwoch gegenüber der SVP als loyaler Parteigänger und gegenüber dem restlichen Parlament als ehrlicher Bauersmann qualifiziert.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mallepell am 10.12.2008 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bundesrat braucht direkte Leute

    ...die unsere Anliegen vertreten. Maurer ist zwar nicht allen sympathisch - er vertritt seine Meinung aber direkt und steht dazu. Dies kann in der heutigen Zeit nur ein Gewinn für den Gesamtbundesrat sein, der sich manchmal schwer tut, unsere aktuellen Probleme ernst zu nehmen.

  • rolf wittwer am 10.12.2008 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Das gesamte links/grüne politische Birchermüesli-Weltverbesserer-Spektrum (nicht bloss der Schweiz) verträgt keine Niederlage. Punkt.

  • Daniela H. am 11.12.2008 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Was ich von Linker Seite lese. Obwohl selbst eher links, schäme mich aber ab solchen Kommentaren. Die Grösste Partei gehört einfach in den Bundesrat. Wir haben auch 2 SP Politiker die sicher nicht allen gefallen, aber ein Anrecht auf diese Sitze haben weil sie SP Wähler in der Bevölkerung vertreten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Vogler am 14.12.2008 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Volksschuspieler

    An Ueli Maurer ist der Schweiz ein Volksschauspieler verloren gegangen,er kann jede Rolle spielen,Kriminalkommissar,Bösewicht ,Hassprediger und Staatsmann.Wie einer das in seiner Seele alles zusammenbringt,ist mir ein Rätsel.

  • Grüner Hase am 14.12.2008 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Überrascht

    Ich bin definitiv kein SVP Anhänger, aber ich muss zugeben dass Maurer gestern in "NZZ Standpunkte" einen mehr als passablen Eindruck gemacht hat. Man sollte mit Urteilen noch warten.

  • zu Recht besorgter Bürger am 14.12.2008 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    2. BR-Sitz, in Aussenpol. mitreden....

    ...und was als nächstes? Herr Maurer möchte Alleinherrscher in der Schweiz sein. Wir haben ihm bereitwillig Tür und Tor für seine machthaberischen Gelüste geöffnet. Wer sieht es immer noch nicht ein? Der soll die Hand erheben.

  • Hans Rudolf Trachsel am 14.12.2008 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Maurer Bundesrat

    Ein Chameleon wurde gewählt. Blocher nimmt den Sieg von BR Maurer als seinen Verdienst an. Er wird wie Brunner/Blocher Blocher /Maurer regieren. BR Maurer wollte nie Bundesrat werden. Warum nimmt er das Amt an? Seine Frau ist von Afrika und er wettert gegen alle Ausländer. Nicht glaubwürdig.

  • Ruedi Jud am 13.12.2008 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Titellos

    Ich denke dass der neue Bundesrat das Vertrauen verdient und das ganze Volk auf seine Zusagen vertraut. Nur so kann unsere Heimat wieder Heimat werden.