Nach Fraktionssitzung

08. Dezember 2011 17:25; Akt: 08.12.2011 19:07 Print

Hansjörg Walter soll für SVP in Bundesrat

von Lukas Mäder - Nach dem Rückzug von Bruno Zuppiger soll Hansjörg Walter für die SVP in den Bundesrat. Der Thurgauer hatte eine Wahl als Sprengkandidaten vor drei Jahren um ein Haar verpasst.

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«Ich spüre, dass die Fraktion voll hinter mir steht»: Nationalratspräsident Hansjörg Walter ist offizieller SVP-Kandidat. (Bild: Reuters/Michael Buholzer)

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Nach dem Rückzug von Bruno Zuppiger greift die SVP erneut auf einen bekannten Parlamentarier zurück. Den Thurgauer Nationalrat Hansjörg Walter hat die Fraktion an ihrer ausserordentlichen Sitzung einstimmig gewählt, wie Fraktionschef Caspar Baader vor den Medien in Bern sagte. Walter war erst am Montag zum Nationalratspräsidenten und damit zum höchsten Schweizer gewählt worden.

Es gehe um die Wiederherstellung der Konkordanz, wiederholte Baader einmal mehr. Deshalb greife die SVP auch nur den Sitz von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf an. Einen zweiten SVP-Sitz auf Kosten der FDP lehnten Walter sowie der zweite Kandidat, Nationalrat Jean-François Rime, ab. Dafür stünden sie nicht zur Verfügung. Weiter bekräftigte Baader, dass die SVP nicht die Absicht habe, in die Opposition zu gehen.

Gescheiterter Sprengkandidat

Die Wahl Walters erstaunt, war Walter doch vor drei Jahren bei den Bundesratswahlen Sprengkandidat von Mitte-Links. Für die Wahl von Samuel Schmids Nachfolge war er im Dezember 2008 ins Spiel gebracht worden. Nachdem er von der SVP-Spitze unter Druck gesetzt wurde, kündigte er an, nicht zur Verfügung zu stehen. Er verpasste die Wahl schliesslich um nur eine Stimme.

Das Amt habe ihn immer gereizt, sagte Walter. Vor drei Jahren sei er voll hinter dem schliesslich gewählten Kandidaten Ueli Maurer gestanden. Heute sei die Situation anders, so Walter. Die Fraktion habe ihn angefragt. «Ich spüre, dass die Fraktion voll hinter mir steht», sagte er. Die Wahlen hätten auch gezeigt, dass konsensfähige Politiker gefragt seien und sich für Wirtschaft einsetzen. Der Entscheid, als Bundesratskandidat anzutreten, sei kein Schnellschuss, sagte Walter. «Ich huldige damit auch nicht der Partei.»

Keine Regierungsräte mehr gewünscht

Dass er sich zur Verfügung stelle, begründete Walter auch damit, dass ein Mitglied des Parlaments als Kandidat gewünscht gewesen sei. Neben Zuppiger standen vor einer Woche zwei Regierungsräte zur Wahl, von denen der Zuger Baudirektor Heinz Tännler offenbar nur knapp gegen Zuppiger unterlag. Doch dies wurde nicht berücksichtigt. Die beiden Regierungsräte seien kontaktiert worden, sagte Baader. Man habe sich aber angesichts der ausserordentlichen Situation für Walter entschieden. Der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann, der vor einer Woche ebenfalls im Rennen war, stehe nicht mehr zur Verfügung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hubikus am 08.12.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Beendet dieses Trauerspiel

    Schade um diesen aufrechten und konsensfähigen Politiker, dass er jetzt durch die Unfähigkeit der Parteileitung auch noch verheizt werden muss. Was fällt Blocher und Co. eigentlich noch ein, um sich selbst zu demontieren und zu Polit-Clowns abzustempeln? Erst verbietet man Walter, eine Wahl anzunehmen, um einige Jahre später eben diesen Mann als Notnagel wieder hervorzuholen. Es wäre langsam an der Zeit, wenn die gesamte Parteileitung zurücktritt und fähigeren Leuten Platz macht. Beendet dieses Trauerspiel im Interesse unseres Landes

  • Hansruedi Müller am 08.12.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Oh nein

    Schlecht, die Bauern haben so schon zu viel macht als ihnen aufgrund ihrer Wirtschaftsleistung zustehen würde. Mit Walter im BR wird unsere Exportwirtschaft weiter Federn lassen müssen. Dann lieber die $vp ohne Bundesrat in der Opposition.

  • Paul Buchegger am 08.12.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Walter rechtfertigt keine Abwahl von EWS

    Der umgängliche Hansjörg Walter und Bauernpräsident war vor drei Jahren für viele eine Alternative zum Zürcher Hardliner Ueli Maurer, und er wäre, wenn er sich selbst die Stimme gegeben hätte, anstelle von Maurer im Bundesrat. Schade ist nun nicht Walter sondern Maurer dort. - Nun soll Walter EWS aus dem Sessel heben. Sorry, das ist etwas ganz anderes. EWS wurde von der Bundesversammlung anstelle von Ch. Blocher gewählt und soll jetzt dort bleiben, bis sie zurücktritt. Dann ist Walter herzlich willkommen.Aber wir wollen EWS nicht abwählen, nur um dem braven SVP-Soldaten Platz zu machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Meier Zuzwil am 09.12.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ende der SVP

    Das ist das Ende der SVP, wenn die angeblich grösste Partei der Schweiz keine geeigneten Kandidaten präsentieren kann, ist sie auch nicht mehr wählbar in Zukunft. Herr Walter ist meiner Meinung Nationalrats-Präsident und für den Bundesrat nicht wählbar. Die Partei wird in den nächsten Wahlen wen sie ihre Politik nicht ändert, keine Erfolge mehr einfahren. Mit dem Haupthema Europa werden auch die anderen Parteien schlauer werden.

  • Peter H. am 09.12.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Glaubwürdigkeit verloren

    Diejenigen, die unüberhörbar den Anspruch der Moral und Moralität und erst noch im Landesinteresse erheben, haben am Beispiel dieser Bundesratsnomination den ungeschminkten Spiegel von primären Eigeninteressen vorgesetzt bekommen.

  • Markus Genf am 09.12.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    SVP Schweizer Verlierer Partei ?

    Komische Parei die SVP..Ein Ausländer der etwas Klaut muss Ausgeschaft werden und einer der 100 000te Fr hinterzieht soll BR werden? Das kann nur die SVP! Was passiert am 14 Dez. 2FDP 2SP 1BDP 1CVP und 1Grüner ? Die SVP will ja den BR verlassen wenn sie keinen 2 BR sitz bekommen. ;-)

  • A.S. am 08.12.2011 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    weltwoche

    roger köppel von der weltwoche hat es richtig gesagt. in der weltwoche kann stehen was will, die medien interessierts nie! dann steht etwas gegen einen svpler und das medieninteresse ist plötzlich da. hoffentlich werden in zukunft auch andere artikel der weltwoche unter die lupe genommen. die hoffnung stirbt zuletzt :-)

  • spot(t)lite zh am 08.12.2011 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat Walter

    Gut so, dann können wir bald noch ein paar hundert Millionen mehr für Landwirtschaftssubventionen zum Fenster hinausschmeissen. Und zusammen mit den Militärflügerli fahren wir dann das Bildungsbudget auf Null, weil kein Geld mehr da ist. Arbeiten sollte man sowieso bis 80, dann ist auch die AHV kein Problem mehr. Wenn das nur gutgeht...

    • André Walser am 09.12.2011 01:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bundesrat Walter

      Der Beitrag ist super

    • David am 09.12.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      Spot(t)lite hat alles "verstanden"?

      Sie scheinen ja die Lösung zu haben? Wahrscheinlich ohne Strom, mit neuen Steuern, und noch mehr Einwanderung, damit werden unsere Kassen gefüllt! Spott-Elite!

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