Vor den Bundesratswahlen

13. Dezember 2011 18:01; Akt: 15.12.2011 12:21 Print

Die Verwandelhalle

Die Techniker von Radio und Fernsehen haben gerade einmal einen Nachmittag Zeit, um aus der Wandelhalle im Bundeshaus ein Studio zu machen. Das ist nur mit Präzisionsarbeit und viel Manpower zu schaffen.

(Video: 20 Minuten)
Fehler gesehen?

Noch vor dem Ende der Sitzung im Nationalratssaal begannen am Dienstag die Arbeiten: Techniker räumten die Tische leer, verscheuchten Parlamentarier von ihren Sesseln und begannen die Möbel aus den Vorzimmern des Nationalratssaals zu räumen. Die Medien brauchen Platz für die Bundesratswahlen. Das Schweizer Fernsehen SF breitete sich zusammen mit dem italienischsprachigen RSI im Zimmer der SVP aus, das Westschweizer Fernsehen TSR lässt sich im Zimmer der Sozialdemokraten nieder, die SRG-Radios aller vier Landessprachen erhalten in der eigentlichen Wandelhalle einen Platz mit Blick auf die Berner Alpen.

Doch für das - zumindest bei gutem Wetter - traumhafte Panorama werden die rund 300 Journalisten am Mittwoch keine Augen haben. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Vorgängen im Ratssaal, wo jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Fotografen und Kameramännern Zutritt hat. Die SRG stellt im Auftrag der Parlamentsdienste das Signal zur Verfügung - unter anderen auch den gegen 15 privaten Fernsehstationen, die akkreditiert sind. Sie haben - etwas abseits gelegen - im Vorzimmer des Ständerats ihr Studio für die Live-Übertragung aufgebaut.

Familienangehörige auf der Tribüne

Doch nicht nur die Journalisten stehen sich am Mittwoch vor den Bildschirmen gegenseitig auf den Füssen, wenn Ständeratspräsident Hans Altherr die Resultate der Wahlgänge verkündet. Zugang haben auch alle alt Nationalräte - auf Lebenszeit. Offenbar wurden am Dienstag bereits die ersten von ihnen gesichtet.

Seit einiger Zeit keinen Zugang mehr zur Wandelhalle erhalten Personen mit den sogenannten Lobbyistenausweisen. Von diesen darf jeder Parlamentarier zwei vergeben. Oft gehen sie an den persönlichen Mitarbeiter oder Familienangehörige. Diese Personen dürfen heutzutage nur ins restliche Bundeshaus und können die Wahlen beispielsweise im Café Vallonton verfolgen - der Koffein- und Sandwich-Tankstelle für Parlamentarier. Dabei sind sie sogar vor Medien geschützt: Im Vallonton wie auch im Restaurant Galerie des Alpes gilt während den Wahlen ein Film- und Fotografieverbot.

Bereits nach 18 Uhr hat sich der Schwarm eifriger Techniker, die unzählige Kabel mit elektronischen Boxen verbunden hatten, verzogen. Der Kameramann von TeleTop macht mit der Moderatorin die letzten Testbilder. Das Westschweizer Radio versammelt eine Runde von Bundeshausjournalisten zur politischen Live-Analyse. Langsam kehrt Ruhe ein. Später am Abend wird noch der Bombenspürhund seine Runde machen. Dann ist das Bundeshaus bereit für den grossen Tag.

(mdr)