20. März 2008 15:51; Akt: 20.03.2008 20:37 Print

Streikende pfeifen Prinzen von Savoyen aus

Gar nicht willkommen war heute Prinz Emanuele Filiberto von Savoyen, als er der SBB-Werkstätte in Bellinzona einen Überraschungsbesuch abstattete. Er wurde mit Pfiffen empfangen und als «Faschist» beschimpft.

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Liess sich nichts anmerken: Prinz Emanuele Filiberto bei der Werksbesichtigung. (Bild: Yvonne Leonardi).

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Der in Genf geborene älteste Enkel des letzten italienischen Königs Umberto II. kandidert er am 13. April für das italienische Parlament. So war sein Besuch in der Officina wohl als Wahlkampfauftritt zu verstehen. Dieser ging aber ganz gehörig nach hinten los. Kaum hatte er das Werk betreten, wurde er von der Belegschaft ausgepfiffen. Auch der ehemalige Direktor der SBB-Werkstätte Alfredo Keller stimmte in das Pfeifkonzert ein. Filiberto wurde von den aufgebrachten Arbeitern zudem als «Faschist» bezeichnet. Trotz der feindseligen Atmosphäre liess es sich der Prinz nicht nehmen, anschliessend noch das Werksgelände zu besichtigen.

Der Prinz Emanuele Filiberto von Savoyen hat am 13. März in Lugano seine neue Partei «Valori e futuro» (Werte und Zukunft) präsentiert. Als Vertreter der politischen Gruppierung kandidert er am 13. April für das italienische Parlament.

Als Politiker will sich der 36-jährige italienische Adlige, der selbst 31 Jahre im Exil verbracht hat, für die Rechte der Italiener im Ausland einsetzen. Vertreter aus allen politischen Richtungen gehörten laut Emanuele Filiberto zu «Valori e futuro».

Die Partei verlangt in Italien eine Reform des Rechtssystems, mehr Gewicht für die Sicherheitspolitik sowie eine Eindämmung der Immigration. Weiter setzt sich «Valori e futuro» für Familien und Junge ein und propagiert die Stärkung der Wirtschaft.

Prinz Emanuele Filiberto ist der Enkel des letzten italienischen Königs Umberto II. Er wurde 1972 im Exil in Genf geboren. Heute lebt der Adlige in Genf, Rom und Paris.

jcg/SDA