Arbeitslose Deutsche

29. Januar 2009 14:13; Akt: 29.01.2009 15:44 Print

«So profitieren Sie vom Schweizer Sozialsystem»

von Katharina Bracher - Eine deutsche Internetseite bietet Beratung für Arbeitslose an, die sich in der Schweiz niederlassen und von den hiesigen Sozialleistungen profitieren wollen. Die Schweizer Behörden bezeichnen das Angebot als «Unsinn».

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Sind Sie noch Hartz-IV-Empfänger? Seien Sie nicht dumm, lassen Sie es sich lieber in der Schweiz gutgehen!» Mit diesen Worten preist die deutsche Internetseite ««come-to-switzerland.com»» ihre Dienstleistungen an. Diese richten sich speziell an Sozialhilfeempfänger aus Deutschland, die mit dem Gedanken spielen, in die Schweiz auszuwandern. «Sie müssen nur eine Arbeit nachweisen und wenn es nur ein Pro-forma-Job für 500 Fr. ist», frohlockt der Anbieter. Und: Das Zauberwort heisse Personenfreizügigkeit, denn damit habe jeder EU-Bürger Anspruch auf Leistungen des schweizerischen Sozialsystems. Unterstützung und Tipps für die Einreise in die Schweiz gibt es von «come-to-switzerland.com» gegen Bezahlung eines satten Beratungshonorars von 3500 Euro. Doch ist es tatsächlich so einfach, als EU-Bürger in die Schweiz einzureisen und hier auf Kosten des Staates zu leben?

«Ein Pro-forma-Job für 500 Franken reicht»

«Unsinn! Ganz so einfach ist es nicht, in der Schweiz Sozialleistungen zu beziehen», sagt Antje Baertschi vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco. Bleiben dürfe nur, wer einen Arbeitsvertrag vorweisen könne. «Arbeitslosenentschädigung bekommen EU-Bürger nur, wenn sie mindestens 12 Monate in der Schweiz gearbeitet haben», stellt Baertschi klar. Die Versprechungen auf der Internetseite «come-to-switzerland.com» seien somit völlig irreführend, denn: «Selbst wenn ein Hartz-IV-Bezüger es in die Schweiz schafft, wie will er von einem 'Pro-forma-Job' mit 500 Franken Monatslohn leben?»

Was aber, wenn der Hartz-IV-Bezüger den Schweizer Behörden zwar einen Arbeitsvertrag vorgewiesen hat, jedoch kurze Zeit später die Stelle wieder kündet? «Kündigungen kurz nach Stellenantritt sind grundsätzlich zweifelhaft und müssen von der Arbeitslosenkasse zwingend abgeklärt werden», heisst es in einer offiziellen Stellungnahme des Seco. Liege ein Rechtsmissbrauch vor, so verliere der EU-Bürger sowohl sein Anrecht auf finanzielle Unterstützung als auch das Aufenthaltsrecht in der Schweiz.

«Lassen Sie es sich in der reichen Schweiz gut gehen!»

«Sie haben Hartz IV gar nicht nötig, lassen Sie es sich in der reichen Schweiz gut gehen», lautet der haarsträubende Ratschlag von «come-to-switzerland.com». Alles Mumpitz, meint das Seco, denn: «Selbst wer es bis zum Bezug von Schweizer Arbeitslosengeldern schafft, riskiert, bereits nach einem Jahr wieder nach Hause reisen zu müssen», erklärt Antje Baertschi. EU-Bürger, die über längere Zeit arbeitslos blieben, riskieren laut Seco die Sistierung ihrer Aufenthaltsbewilligung.

Das Seco versucht derzeit, den Betreibern von «come-to-switzerland.com» auf die Spur zu kommen. Bislang ohne Erfolg. Was die Sache besonders dubios erscheinen lässt: Der Domain-Inhaber weist jede Verantwortung von sich und gibt keine Informationen über den Anbieter heraus. Es handelt sich also um eine anonyme Webseite, für deren Inhalt sich keiner so recht verantwortlich zeigen will. Ebenfalls verdächtig ist der Umstand, dass der Domaininhaber weitere, Webseiten mit fragwürdigen Inhalten betreibt.

Auf Spekulationen, ob sich hinter «come-to-switzerland.com» eine PR-Aktion gegen die bevorstehende Abstimmung zur Personenfreizügigkeit verbergen könnte, wollte sich das Seco jedoch nicht einlassen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Personenfreizügigkeitsgegner am 29.01.2009 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialwerke bald leergeplündert

    Schmarotzer, Sozialhilfebetrüger und Asylmissbraucher werden unsere Sozialwerke in wenigen Jahre leergeplündert habe - und dies unter kundiger Ermunterung unsere lieben Linken, die nach wie vor gerne Sache verteilen, die ihnen nicht gehören.

  • weichei am 06.02.2009 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die ganze Wahrheit

    Die ganze Wahrheit Vorausgeschickt: Damit die Schweizer und die Schweizer Medien Gelegenheit haben, sich etwas abzukühlen, habe ich einige lehrreiche Informationen über die Schweizer Tierwelt publiziert. Sozusagen Zugvögel (keine Raben) anstatt Hartz IV-Empfänger. An alle Leser dieser Web

  • mtume7 am 29.01.2009 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Falls dies tatsächlich inszeniert war ..

    ... sollte man die Initianten öffentlich an den Pranger stellen und wegen Volksverhetzung anzeigen. Sollten es Politiker sein müssten diese mit einem Berufsverbot auf Lebzeit bestraft werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • weichei am 06.02.2009 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die ganze Wahrheit

    Die ganze Wahrheit Vorausgeschickt: Damit die Schweizer und die Schweizer Medien Gelegenheit haben, sich etwas abzukühlen, habe ich einige lehrreiche Informationen über die Schweizer Tierwelt publiziert. Sozusagen Zugvögel (keine Raben) anstatt Hartz IV-Empfänger. An alle Leser dieser Web

  • dreamer84 am 06.02.2009 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    *HAHAHAHA*

    soo schön wie Links und recht sich die Köpfe einschlagen. wie mans sieht ist ja alles ein FAKE: aber trozdem ein Nein am 8Feb. Ich bin gegen unserere Bundesräte. die machen mom gar keinen guten Job.

  • bd p am 01.02.2009 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Anarchistische Pogo Partei ?

    Ich finds merkwürdig, dass diese Gäthke ein SVPler sein soll. Wenn ja, dann hat er eine erstaunliche Wendung durchgemacht:

  • SVP Mitglied am 31.01.2009 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Eu Versuch mit lebenden Menschen

    Hoffentlich bricht diese unselige EU endlich zusammen. Menschen die zuvor in Frieden zusammengelebt haben beginnen sich zu bekämpfen.Einmal mehr wird in der Geschichte ein Versuch mit Menschen durchgeführt.Kommunismus,Faschismus..Immer wird ihnen das Paradies versprochen und endet immer in der Hölle

  • Ja zur Demokratie = NEIN zur Pf am 31.01.2009 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    No Thanks Brussel we are democratic !

    Damit die nächste Generation die Fäden in der Einwanderungsfrage noch selber in den Fingern hält denn : Je grösser ein Gebilde, desto zentralistischer die Macht. Das Volk muss ausgeschalten werden,um noch regieren zu können.Deshalb NEIN ZUR PF und damit nein zum Selbstbestimmungsverlust !