03. Dezember 2008 12:00; Akt: 03.12.2008 14:01 Print

«Der grosse Diktator»

von Daniel Huber - 1940 parodierte Charlie Chaplin den deutschen Diktator in einer genialen Satire. Hitler selbst liess den Film zweimal anfordern; ob er ihn wirklich gesehen hat, weiss man nicht.

Quelle: YouTube.com
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Der Ausschnitt zeigt eine der Schlüsselszenen des grossartigen Films: Der Diktator tanzt mit dem Globus. Unvergleichlich, wie Chaplin die Hybris und Machtversessenheit Hitlers in eine poetisch-zarte und zugleich komische Szene übersetzt.

Einige der Szenen aus dem Film, vor allem jene, die im Ghetto oder im KZ spielen, erregten später Kritik, weil sie dem Grauen der Nazi-Diktatur nicht gerecht wurden. Chaplin selber schrieb später in seiner Autobiographie: «Hätte ich von den Schrecken in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte "Der grosse Diktator" nicht zustande bringen, hätte mich über den mörderischen Wahnsinn der Nazis nicht lustig machen können.»

Auch wenn man dem Film anmerkt, dass er bereits 1940 in die Kinos kam und deshalb noch nichts von Auschwitz und Treblinka wissen konnte, entlarvt er die Nazi-Ideologie in einer auch heute noch gültigen Weise und gibt sie der Lächerlichkeit preis.
Damit hat Chaplin in der immer wieder neu aufkommenden Diskussion, ob es statthaft sei, sich über eine Figur wie Hitler lustig zu machen, ein erstes und wichtiges Statement gemacht: Ja, es ist nicht nur statthaft, es ist zudem notwendig.