Affäre Gaddafi

04. Dezember 2009 14:57; Akt: 06.12.2009 14:10 Print

Postkarten für die Geiseln in Libyen

Christian und Moritz Göldi, die beiden Brüder des in Libyen festgehaltenen Max Göldi, haben am Freitag vor der Heiliggeistkirche in Bern Postkarten von Amnesty International an die Bevölkerung verteilt. Die Karten werden als Zeichen der Solidarität nach Libyen geschickt.

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Die Brüder Christian und Moritz Göldi rufen die Schweizer Bevölkerung zu einer Solidaritätsaktion zugunsten ihres in Libyen festgehaltenen Bruders Max Göldi auf. Vor der Heiliggeistkirche in Bern verteilten sie am Freitagmittag Postkarten mit der Aufschrift «Auf Bald in der Schweiz!». «Wer ihm jetzt in der Adventszeit und nach der schlechten Nachricht der Gefängnisstrafe eine Postkarte als Zeichen der Solidarität schickt, hilft mit, ihm Mut und Zuversicht zurückzugeben», sagt Christian Göldi.

Schwierige Situation für die Familie

Für die Familie sei die Situation sehr schwierig, «aber wir verlieren die Zuversicht nie. Wir hoffen jeden Tag, dass er morgen da steht», sagte Christian Göldi weiter. Er wiederholte explizit die Bitte an die libysche Regierung und die Behörden, seinen Bruder und Rachid Hamdani in einem humanitären Akt «nach Hause gehen zu lassen».

Die Unterstützung seitens der Schweizer Behörden sei gut, sie habe eine «professionelle Taskforce» eingesetzt. «Auch der Arbeitgeber meines Bruders, die ABB, unterstützt uns sehr, insbesondere im juristischen Bereich.» Weitere Aktionen seitens der Familie seien nicht geplant, fügte Göldi an.

Karten werden nachgedruckt

Neben den Familienangehörigen verteilte rund ein Dutzend Mitarbeitende von Amnesty International die Karten, auf denen bereits ein vorformulierter Text aufgedruckt ist. Zahlreiche Passanten hielten an, um die Karten zu unterschreiben.

Ein junger Mann nahm gleich einen ganzen Stapel Karten mit. Diese wolle er an Freunde, in seiner Wohngemeinschaft und am Arbeitsplatz verteilen, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. «Die Angst können wir den Geiseln nicht nehmen, aber ihnen ein Zeichen senden, dass wir an sie denken.»

Tausende Kerzen angezündet

Insgesamt seien bisher 60 000 Karten gedruckt worden, sagte Bruno Riesen, Direktor Kampagnen bei Amnesty Schweiz. Über die Internetseite von Amnesty sind zudem schon Tausende Kerzen angezündet und dabei Nachrichten an die beiden Geieln in Libyen versandt worden(20 Minuten Online berichtete). Bruno Riesen rechnet damit, 60 000 bis 100 000 Karten nachdrucken zu müssen.

Neben der Aktion am Freitag werden die Karten auch am Briefmarathon verteilt, den Amnesty jedes Jahr an rund 60 Standorten in der Schweiz durchführt. Zudem liegen sie in verschiedenen Kirchen auf.

(ann)