Affäre Gaddafi

07. Dezember 2009 13:03; Akt: 07.12.2009 14:19 Print

Geisel: «Es ist Balsam für mich und Rachid»

von Annette Hirschberg - Der seit über 500 Tagen in Tripolis festgehaltene Schweizer Max Göldi meldet sich erstmals zu Wort: Er bedankt sich für die vielen virtuellen Kerzen und die Postkarten, die zu den festgehaltenen Schweizern nach Libyen geschickt werden. Es ist ein Lichtblick in einer sonst schwierigen Situation.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Aktion «Kerzen nach Libyen» von Amnesty International, bei der man virtuell ein Licht für die Geiseln in Tripolis anzünden und eine persönliche Grussbotschaft an die beiden Schweizer senden kann, sorgt für Freude auf der Schweizer Botschaft in Libyen. Am Sonntag hat sich Max Göldi telefonisch bei seinem Bruder Christian gemeldet und ihm folgende Nachricht für die Schweizer Bevölkerung übermittelt:

«Ich bedanke mich herzlich bei allen, die mich und Rachid unterstützen indem sie eine symbolische Kerze angezünden oder indem sie eine Postkarte an uns nach Libyen geschickt haben. Ich und Rachid verfolgen die Aktion «Kerze nach Libyen» mit grosser Aufmerksamkeit. Wir beide sind tief beeindruckt von der Solidaritätsbekundung durch so viele Menschen. Die vielen aufmunternden Botschaften sind Balsam für mich und Rachid und sie geben uns Kraft und Mut weiter durchzuhalten und die Hoffnung nicht aufzugeben.»

Max liest mehrmals täglich die Kerzen-Nachrichten

Gemäss Christian Göldi liest sein Bruder Max die Online-Nachrichten mehrmals täglich auf seinem Laptop in der Botschaft: «Die vielen Wünsche freuen ihn wahnsinnig und er erkennt auch immer wieder Personen aus seinem Bekanntenkreis, die ihm Nachrichten schicken.» Trotzdem sei seine Situation sehr schwierig. «Er hockt mit Rachid in der Botschaft, kann nichts tun, weiss nicht, wie es weitergeht und wann es endlich aufhört.»

Mittlerweile wurden über 7400 virtuelle Lichter für Max Göldi und Rachid Hamdani angezündet und es werden stetig mehr. 20 Minuten Online unterstützt die Aktion «Kerzen nach Libyen».