Wegen Minarettverbot

25. Februar 2010 19:45; Akt: 26.02.2010 09:32 Print

Gaddafi ruft zu Dschihad gegen die Schweiz auf

Die Attacken von Muammar Gaddafi gehen in die nächste Runde. Nun hat der Diktator zum heiligen Krieg (Dschihad) gegen die Schweiz aufgerufen. Die Schweiz sei seit der Annahme der Minarett-Verbots-Initiative «ungläubig» und «abtrünnig». Experten sehen hinter den Aussagen Gaddafis aber keine Bedrohung.

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«Es ist gegen die ungläubige und abtrünnige Schweiz, die die Häuser Allahs zerstört, gegen die der Dschihad mit allen Mitteln ausgerufen werden muss», sagte Gaddafi in der Küstenstadt Bengasi im Osten des Landes vor Tausenden von Zuhörern. Sie feierten dort die Geburt des Propheten Mohammed, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.

Für den libyschen Staatsführer ist «der Dschihad gegen die Schweiz, gegen den Zionismus, gegen die ausländische Aggression [...] kein Terrorismus», heisst es weiter.

Das EDA schweigt

Gaddafi ruft zum weltweiten Boykott gegen die Schweiz auf. Jeder Muslim auf der ganzen Welt, der mit der Schweiz verkehre, sei ein Ungläubiger und sei «gegen den Islam, gegen Mohammed, gegen Gott, gegen den Koran», sagte Gaddafi.

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten äussert sich nicht zu den neusten Äusserungen von Revolutionsführer Gaddafi.

Experten sehen keine Bedrohung

Wie Professor Reinhard Schulze vom islamischen Institut der Universität Bern gegenüber 10vor10 sagt, sei von einer Bedrohung durch die Aussagen Gaddafis für die Schweiz nicht auszugehen: «Die Drohungen sind für die Schweiz nicht gefährlich, weil Gaddafi keinen Einfluss hat auf die Muslime.» Dies zeige sich auch in den widersprüchlichen Aussagen des Diktators. «Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich in Europa irgendjemand davon angesprochen fühlt.»

Muammar Gaddafi ist auch laut dem Islam-Experten Hasni Abidi aus religiöser Sicht gar nicht berechtigt, zum Heiligen Krieg aufzurufen. Auch er sagt, die Worte des libyschen Machthabers hätten kein Gewicht in der arabischen Welt.

Die Äusserungen habe Gaddafi in einem bilateralen Zusammenhang gemacht, sagte Abidi, der in Genf das Forschungszentrum für arabische Länder leitet, im Hinblick auf die derzeitigen Spannungen zwischen der Schweiz und Libyen.

Er teilt Schulzes Einschätzung, wonach die Schweiz nicht befürchten muss, dass Gaddafis Aufruf von islamistischen Gruppen erhört werde - zumal Libyen auf der Seite der USA Organisationen wie die Al-Kaida bekämpfe und selber einiges zu befürchten habe.

(aeg/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony Marbach am 26.02.2010 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    ungläubige Schweizer

    Die Schweiz sein ein ungläuber Staat, das mag sein, was den Islam anbelangt. Wir glauben aber an unsere Kultur, unsere Geschichte und an uns. Wir pflegen hier eine andere Kultur als in anderen Ländern, wem es hier nicht gefällt, der muss nicht herkommen.

  • Jörg am 26.02.2010 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Warum muss so was gleich wieder in...

    ... den Medien breit getreten werden. Wenn die Medien das endlich mal ignorieren würden, dann wäre damit bald Ende. So bekommt er doch nur wieder das was er will, dass man über Ihn redet. Und das ist DER nicht Wert.

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  • hannibal lecter am 26.02.2010 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    tamoil - achse des bösen

    tolle idee: boykottiert tamoil! rationalisiert die CH-arbeitsplätze - sind ja eh nur kleine "büezers" wo dort arbeiten. schadet den kleinen gargisten sowie KMU's - die haben ja von anfang an fehlinvestiert und kämpfen heute zu recht ums überleben. und ja, vernichtet auch gleich alle tamoil CH-partnerfirmen & lieferanten. schnappt die brennende fackel und die mistgabel.. ab auf die strasse, es ist zeit für den untergang. aber.. was hat das eigentlich alles mit der politik zu tun? naja scheissegal. darum gratulation schweiz: 2010 - die neue stufe des mittelalters ist erreicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kermit am 01.03.2010 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt Tanzen alle Puppen

    macht auf der Bühne licht, macht Musik bis der schuppen, wackelt und zusammen bricht...

  • muscat am 01.03.2010 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Showbühne für Gadaffi

    Ich schlage vor, M.G.als 1. August Redner auf dem Bundesplatz oder Rütli zu verpflichten, natürlich in seiner super fantasievollen Uniform.

    • D. Schmitz am 02.03.2010 01:27 Report Diesen Beitrag melden

      Das wäre ein wirklicher Spass ...

      ... stellt Euch das einmal vor: Ghaddafi im Duett mit Merz: "Wir wünschen allen > Schweizer Bürgern einen schönen 1. August!" Wetten, dass dann sogar die Rechtsextremen freiwillig dem Rütli fernbleiben würden? Man könnte sich die ganzen Kontrollen, Zäune und Stacheldraht sparen!

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  • Xaver Thomas am 27.02.2010 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Warum schweigt das EDA?

    Das ist eine klare Kriegserklaerung und leider muessen wir den Tatsachen ins Auge sehen. Das erste Kriegsopfer wird hoffentlich nicht unsere Geisel dort sein. Das EDA und der BR sollte dem nicht untaetig zusehen! Es gibt viele Moeglichkeiten dem Diktator die Stirne zu bieten: am besten sofort mit diplomatischen und oekonomischen Sanktionen anfangen.

  • Emre am 27.02.2010 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    gaddafi hat keine bedeutung

    der typ intressiert wenige muslime! nur das der dschihad als ein heiliger krieg angesehn wird, damit bin ich nicht einverstanden. der Dschihad ist die Anstrengung/den Kampf auf dem Wege Gottes. (wikipedia) ich persöhnlich sehe als eine verteidigung des Islams und den kampf es zu schützen. Spielt jetzt auch keine rolle. mit dem Minarett verbot bin ich au nicht einverstanden.

  • ruth leemann am 27.02.2010 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Echo der Schweiz an die arabgische Welt

    Warum unternimmt die arabische Welt nicht's gegen den Lybischen Staat, um diese Herrschaft von Gaddafi zu beenden, der eine Gefahr darstellt. Jetzt wäre der richtige Moment etwas zu unter nehmen.