10. Februar 2007 13:23; Akt: 10.02.2007 13:35 Print

Das Pentagon war der wahre Kriegstreiber

Vor dem Irak-Krieg haben führende Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Geheimdienstinformationen zugespitzt. Dem Präsidenten wurde ein Zusammenhang zwischen Saddam Hussein und Al Kaida suggeriert, der gar nicht vorhanden war.

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Das geht aus einem Bericht des Pentagon-Generalinspekteurs Thomas Gimble hervor, der am Freitag dem Streitkräfteausschuss des Senats vorgestellt wurde. Gimble sagte, ein vom ehemaligen Staatssekretär Douglas Feith geleitetes Sonderbüro zur Prüfung von Geheimdienstinformationen habe unangemessen gehandelt. Die Schlussfolgerungen über eine Verbindung zwischen dem irakischen Regime und Al Kaida seien von den Geheimdiensten nicht gedeckt gewesen.

Das Vorgehen sei zwar weder «gesetzwidrig noch unbefugt» gewesen, sagte Gimble. Doch habe die Abteilung von Feith in einer Zeit, als sich die US-Regierung von Präsident George W. Bush auf einen Krieg mit dem Irak zubewegte, dem Weissen Haus «nicht die genaueste Analyse der Geheimdienstinformationen» geliefert. Als Beispiel führt der Bericht ein angebliches Treffen zwischen dem Haupttäter der Anschläge vom 11. September 2001, Mohammed Atta, und einem irakischen Geheimdienstoffizier in Prag im Juni jenes Jahres an.

Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Ike Skelton, sagte, der Bericht zeige deutlich, dass das Urteilsvermögen von Feith und anderen in dieser Abteilung äusserst schlecht gewesen sei. Dafür zahle die Nation heute noch immer einen furchtbaren Preis, erklärte Skelton. Republikanische Senatoren wiesen die Einschätzung zurück. «Ich versuche herauszufinden, warum wir eigentlich hier sind», sagte Senator Saxby Chambliss. Die Abteilung habe ihre Arbeit getan, die darin bestanden habe, Geheimdienstinformationen zu analysieren.

Feith hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er kenne den Bericht noch nicht, halte dessen Einschätzung aber für bizarr, sagte er. Feith verliess das Pentagon im August 2005 und lehrt nun an der Schule für den Auswärtigen Dienst an der Universität Georgetown.

(ap)