Irak

02. April 2011 12:34; Akt: 02.04.2011 12:41 Print

Al-Kaida bekennt sich zu Massaker von Tikrit

Die Al-Kaida im Irak hat sich zu einer blutigen Geiselnahme im nordirakischen Tikrit mit 65 Toten bekannt. Der Angriff auf den Sitz des Provinzparlaments sei ein Racheakt gewesen.

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Die Tat sei die «Antwort auf Verbrechen» gewesen, die «die Sicherheitskräfte der Provinz Salaheddin an sunnitischen Gefangenen begangen haben», hiess es in einer Botschaft des Terrornetzes, die am Samstag in islamistischen Internet-Foren auftauchte.

Extremisten hatten am Dienstag das Provinzparlament in Tikrit, 180 Kilometer nördlich von Bagdad, gestürmt und die dort tagenden Abgeordneten in ihre Gewalt gebracht. Irakische Sicherheitskräfte stürmten wenige Stunden später das Gebäude, um die Geiseln zu befreien.

Zahlreiche Geiseln starben dabei, unter ihnen drei Abgeordnete des Provinzparlamentes, zahlreiche Beamte, Regierungsangestellte, Polizisten und zwei Journalisten. Insgesamt wurden 65 Menschen getötet und 95 weitere verletzt.

Die Al-Kaida im Irak versteht sich als lokaler Ableger der Al- Kaida von Osama bin Laden. Sie rekrutiert sich aus der sunnitischen Minderheit im Land und will mit Mitteln des Terrors einen sunnitisch- islamischen Staat errichten. Ihr Einfluss unter der sunnitischen Bevölkerung im West- und Nordirak ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

(sda)