Jugendgewalt

11. März 2010 23:25; Akt: 11.03.2010 23:25 Print

Automatische Rayonsperre für Prügler gefordert

von Désirée Pomper - Neue Offensive gegen Jugendgewalt: Gewalttätern soll bei Offizialdelikten automatisch verboten werden, sich in der Nähe ihrer Opfer aufzuhalten. Das fordert das Forum Gewaltopfer.

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Peter* wurde von drei Jugendlichen in einem Tram überfallen und verprügelt. Doch auch nach der Tat liessen sie nicht von ihm ab: Nachdem er eine Anzeige gegen die Täter erstattet hatte, verfolgten sie ihn auf dem Schulweg, parkierten Autos vor seinem Haus und bedrohten ihn. «Sie machten ihm das Leben so unerträglich, bis seine Familie umziehen mussten», sagt Liz Isler. Die Präsidentin des Forums Gewaltopfer weiss, wie viele Opfer auch nach der Tat ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert sind. Deshalb fordert Isler: «Bei Offizialdelikten sollte den Tätern automatisch ein Annäherungsverbot erteilt werden.» Dies gäbe den Opfern unmittelbar ein Stück Sicherheit zurück.

Strafrechtsexperte David Gibor hält nicht viel von der automatischen Rayonsperre: «Jeder Automatismus verunmöglicht dem Richter, Einzelfälle angemessen zu beurteilen.» Dies könne im Extremfall zu absurden Situationen führen: «Verpasst eine Frau ihrem Ehemann eine leichte Ohrfeige, gilt das bereits als Offizialdelikt.» Selbst wenn sich das Ehepaar wieder versöhnen wollte, dürfte sich die Frau nicht mehr ohne Weiteres ihrem Mann nähern.

*Name der Redaktion bekannt

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 12.03.2010 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ab ins Militär

    Jugendliche Kriminelle gehören in die Schikanenwelt des Militärs.

  • T.G. am 13.03.2010 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir eigentlich?

    Es reicht bei weitem nicht, das Opfer zu schützen, die Täter müssen bestraft werden und zwar dort wo's wehtut und nicht in einem Luxusknast der eleganter eingerichtet ist als ne Mietwohnung für 1500 Franken!!!!

  • Kein Verständnis am 12.03.2010 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich Klarheit in den Formulierungen!

    Wann endlich wird das geschriebene RECHT so formuliert, dass man es anwenden kann. Wenn man eine Ohrfeige mit einem Gruppenangriff und schwerer Körperverletzung vergleichen muss - ist wohl die Gesetztesgrundlage nicht wirklich was wert! Ich bin für ein Annäherungsverbot bei Uebergriffen dieser Art! Sexualverbrecher lebenslang! Kinderschänder lebenslang!

Die neusten Leser-Kommentare

  • peter am 14.03.2010 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    viel härtere strafen

    reagiert endlich... siehe deutschland!

  • Tamara Steiner am 13.03.2010 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Habe noch nie georfeigt

    Null Tolleranz bei Gewalt.Eine Ohrfeige ist kein Kaveliersdelikt.Wer sich nicht im Griff hat und das mit Gewalt unter Beweis stellt ,sollte dafür bestaft werden.

  • T.G. am 13.03.2010 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir eigentlich?

    Es reicht bei weitem nicht, das Opfer zu schützen, die Täter müssen bestraft werden und zwar dort wo's wehtut und nicht in einem Luxusknast der eleganter eingerichtet ist als ne Mietwohnung für 1500 Franken!!!!

  • Anton Staub am 13.03.2010 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur mit Härte

    Schlägern gehört eine elektronische Fussfessel verpasst,die sie am Wochenende in ihrem Ausgang beschränkt.Zudem müssten Alkohol und Drogentests durchgeführt werden.Sind gewisse Werte überschritten,dann sollte umgehend eine Haftstrafe erfolgen.

  • Susanne Reich am 12.03.2010 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheitsstrafe

    Vielleicht liegt dies schlicht und einfach daran, dass die Täter zu schnell wieder auf freien Fuss gesetzt werden? Jemandem, welcher einen anderen willentlich verletzt, sollte doch mindestens eine gewisse Zeit die Freiheit "entzogen" werden. Wie wollen wir sonst eine abschreckende Wirkung für andere Täter oder evtl. Wiederholungstäter erreichen? Es darf nicht sein, dass solche Menschen sofort "weitermachen" können. Man sollte Gewalt nicht entschuldigen! Es gibt Menschen, welche auch eine schwere Kindheit hatten und trotzdem oder gerade deshalb nicht zu Tätern wurden.