Prozess

24. Januar 2011 19:34; Akt: 24.01.2011 19:35 Print

Kachelmann erleidet Niederlage

Der Strafverteidiger von Jörg Kachelmann ist mit seinem Befangenheitsantrag gegen die vom Gericht beauftragte Aussagepsychologin gescheitert.

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Jörg Kachelmann erlitt eine Niederlage. Der Prozess wird noch eine Weile andauern. (Bild: Keystone)

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Das Landgericht Mannheim wies den Antrag gegen die Bremer Psychologin Luise Greuel als unbegründet ab. Sie bleibt als gerichtlich bestellte Sachverständige im Prozess. Die Bremer Psychologin bleibt damit als gerichtlich bestellte Sachverständige im Prozess, der im vergangenen September begonnen hatte. Sie hatte noch vor Beginn der Gerichtsverhandlungen im Mai 2010 ein aussagepsychologisches Gutachten erstellt.

Darin war sie zum Ergebnis gekommen, dass der Wahrheitsgehalt der Aussage teilweise bestätigt, teilweise aber auch nicht bestätigt werden könne. Das Papier war vom ersten Verteidiger Kachelmanns, Reinhard Birkenstock, als Beleg bewertet worden, dass die Frau den Wettermoderator falsch beschuldige.

Neuer Anwalt schoss sich auf Psychologin ein

Kachelmanns neuer Verteidiger Johann Schwenn stellte nun einen Befangenheitsantrag gegen die Psychologin. Die Verteidigung sei bei der Auswahl der Professorin nicht angehört worden. Ausserdem habe die Professorin in ihrem Gutachten teilweise ihre Kompetenzen überschritten und sich zur Person Kachelmanns geäussert.

Die 5. Grosse Strafkammer in Mannheim wies am Montag die Vorwürfe als unbegründet zurück. Die Auswahl sei in mündlicher Absprache mit Kachelmanns früherem Verteidiger Birkenstock erfolgt.

Kachelmann muss sich seit dem 6. September 2010 wegen schwerer Vergewaltigung vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Seine langjährige Freundin aus Schwetzingen beschuldigt ihn der Tat. Der 52-jährige Wettermoderator bestreitet diese.

Therapeut befragt

Am 24. Verhandlungstag präsentierte Kachelmann überraschend einen weiteren Strafverteidiger. Es handelt sich um Mathias Mailänder, einen Kollegen aus der Anwaltskanzlei von Johann Schwenn. Befragt wurde am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Heidelberger Psychotherapeut und Trauma-Experte Günter Seidler.

Bei ihm ist Kachelmanns Ex-Freundin seit vergangenem April in Therapie. Seidler vertritt die These, ein seelisches Trauma mit möglichen Erinnerungslücken könne unter anderem durch besonders belastende und einschneidende Erlebnisse verursacht werden.

Diese Erklärung für die lückenhaften Angaben der Frau ist zwischen Anklage und Verteidigung umstritten.

(sda)