Kachelmann-Prozess

31. Mai 2011 23:04; Akt: 31.05.2011 23:09 Print

Siebenstellige Prozesskosten

Jörg Kachelmann musste für seinen Freispruch tief in die Tasche greifen: Allein das Gehalt seiner beiden Star­anwälte – zuerst Reinhard Birkenstock, dann Johann Schwenn – wird auf 5000 Euro pro Prozesstag geschätzt.

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Jörg Kachelmann gestern mit seinen Anwälten Johann Schwenn (l.) und Andrea Combe. Foto: ap

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Bei 43 Verhandlungstagen kommt so rund eine Viertelmillion zusammen. Das ist aber nur ein Teil der Kosten: «Bei so prominenten Klienten wie Kachelmann wird der Fall von einem ganzen Anwaltsteam minutiös vorbereitet», sagt der renommierte Schweizer Medienanwalt Andreas Meili. Er schätzt allein die Kosten der Rechtsvertreter auf eine Dreiviertelmillion Euro. Hinzu kommen die Saläre der Gutachter und PR-Berater. Meili: «Insgesamt hat der Prozess Kachelmann wohl eine Million Euro gekostet.»

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Einen Teil davon dürfte Kachelmann als Prozessentschädigung zurückerhalten. Viel ist das aber nicht: Für die 133 Tage in U-Haft etwa erhält er gerade mal 3325 Euro. Offen ist, ob ­Kachelmann den Staat auf Genugtuung und Schadenersatz verklagt. Für Meili wäre dies ­zumindest lukrativ: «Bei Nachweis einer entsprechenden ­Widerrechtlichkeit könnte er mehrere Hunderttausend Franken herausschlagen.»

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