Imad al Obeidi

03. Juni 2011 10:45; Akt: 03.06.2011 13:31 Print

Vergewaltigte Frau nach Libyen abgeschoben

Imad al Obeidi wurde von Gaddafi-Truppen vergewaltigt und dann vor den Augen der Weltpresse verschleppt. Katar hat sie nach ihrer Flucht wieder nach Libyen ausgeschafft.

Imad al Obeidi beschuldigt die Truppen Gaddafis und wird abgeführt.
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Eines der prominentesten mutmasslichen Opfer des Gaddafi-Regimes ist aus dem Golfstaat Katar nach Libyen abgeschoben worden. Imad al Obeidi hatte Journalisten am 26. März von ihrer Vergewaltigung durch Anhänger des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi berichtet. Danach war sie vor laufenden Kameras von Wachleuten weggeschleppt worden.

Al Obeidi flüchtete zunächst nach Tunesien und später nach Katar, von wo sie nun in die libysche Rebellenhochburg Bengasi abgeschoben wurde. «Wir laden sie ein zu bleiben - das ist ihr Land», sagte ein Sprecher der Aufständischen, Dschalal al Gallal, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) verurteilte die Abschiebung al Obeidis. Sie sei «ein anerkannter Flüchtling und es gibt keinen Grund für ihre Abschiebung», sagte UNHCR-Sprecherin Sybella Wilkes der AP.

Unterdessen berichtete die libysche Regierung von Luftangriffen der NATO auf Vororte der Hauptstadt Tripolis. Kampfflugzeuge des Militärbündnisses hätten am frühen Freitagmorgen eine Polizeiwache und einen Militärstützpunkt in Hera und Asisija angegriffen, sagte ein Regierungssprecher. Über mögliche Todesopfer war zunächst nichts bekannt.

(ap)