Absurd

23. August 2011 12:43; Akt: 23.08.2011 13:42 Print

Trikot mit Gaddafi-Werbung im Museum

Ein Eishockey-Trikot mit Werbung für Muammar Gaddafi: Das hat es 1987 tatsächlich gegeben. Nun befindet sich ein Exemplar davon im Sport und Olympia Museum in Köln.

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(Bild: Screenshot augsburger-allgemeine.de)

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Das Deutsche Sport und Olympia Museum in Köln hat seit neustem ein ganz spezielles Trikot in seiner Sammlung: Ein Eishockey-Trikot des ECD Iserlohn mit einem Werbeaufdruck für Muammar Gaddafis «Grünes Buch».

1987 steckte der Eishockeyverein tief in den Schulden. 5,8 Millionen Deutsche Mark fehlten in der Kasse. Ein Werbevertrag mit Gaddafi sollte den Klub vor der drohenden Insolvenz retten. Der libysche Despot soll Iserlohn 1,5 Millionen Mark für die Werbung seines Buches gegeben haben.

Proteste von allen Seiten

Die Gemüter erhitzten sich stark, als der Deal mit dem Diktator publik wurde. Und als es am 4. Dezember 1987 zur ersten Partie der Mannschaft im neuen Trikot kam, hagelte es Proteste aus der Politik, dem Sport und von den Verbänden. Ein weiteres Spiel im Gaddafi-Trikot konnte sich der Verein nicht leisten. Die Spieler traten wieder in den alten Leibchen an, mussten wenige Tage darauf aber Insolvenz anmelden.

In Gaddafis «Grünem Buch» geht es laut Eigenangaben um Demokratie und soziale Ordnung aus muslimischer Sicht. Gleichzeitig distanziert sich der Wüsten-Diktator von den Herrschaftsformen im Westen.

Gaddafi und der italienische Fussball

Der libysche Herrscher hat auch schon in andere Sportklubs investiert. Vor allem im italienischen Fussball hat die ganze Familie die Finger mit drin. 2002 hat sich Gaddafi so viele Anteile an Juventus Turin gekauft, dass er der zweitgrösste Aktionär wurde. Als die Kämpfe in Libyen im vergangen Winter losgingen, sind die Juve-Anteile an der Börse stark gesunken. Ob der Diktator seine Anteile immer noch besitzt, ist nicht bekannt.

Auch al-Saadi Gaddafi, der Sohn des Despoten, ist sehr fussballinteressiert. Er hat immer davon geträumt, Profi-Fussballer zu werden. Mit allzu viel Talent war er nicht gesegnet, aber dafür mit viel Geld, das die italienischen Klubs nicht haben. Dank seinem Geld ist der Diktatoren-Sohn vor rund fünf Jahren immerhin zu einigen Einsatzminuten beim AC Perugia und bei Udinese gekommen.

(ivb)

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