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27. September 2011 10:45; Akt: 27.09.2011 10:57 Print

Wie die Schweiz in Libyen wirkt

Es geht um Söldner und Kriegsgefangene: Seit zwei Monaten vermittelt die Schweiz zwischen den Tuareg und dem libyschen Übergangsrat. Mit Erfolg.

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Nigrische Tuareg auf der Flucht aus Sirte, Gaddafis Heimatstadt. Über ihre Zukunft wird in der Schweiz verhandelt. (Bild: Keystone/AP/Manu Brabo)

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Sie waren käuflich – und gute Krieger: Tausende Tuareg aus der südlichen Sahara standen seit Jahrzehnten in Gaddafis Sold, ihre Brigaden bildeten oft Spezialeinheiten innerhalb der libyschen Armee. Geld für ihre Einsätze sahen sie aber meistens nicht.

Das Gaddafi-Regime ist mittlerweile Geschichte, die Kämpfer der Tuareg sind aber noch immer in Libyen. Rund 15 000 sollen während des Krieges in Gefangenschaft geraten sein.

Einigung am Genfersee

Um ihr Schicksal drehte sich ein Treffen, das am 8. August in Caux oberhalb von Montreux stattfand, wie die NZZ berichtet. Am Verhandlungstisch: Vertreter der malischen und der nigrischen Tuareg-Gemeinschaften sowie Abgesandte des libyschen Übergangsrates. Die Parteien wurden sich einig. Die libysche Seite verpflichtet sich, die bis zu 15 000 Tuareg-Kriegsgefangenen freizulassen, im Gegenzug wollen die Tuareg-Vertreter die Anheuerung von Söldnern in Mali und Niger künftig unterbinden.

Die Übereinkunft von Caux könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, analysiert die NZZ. Damit habe bereits im August das Problem von schwarzafrikanischen Kriegsgefangenen in Libyen ansatzweise gelöst werden können – zu einem Zeitpunkt, als die Afrikanische Union angestrengt versuchte habe, in der gleichen Frage überhaupt erst ein Vermittlungsmandat zu bekommen.

Angst vor einer Massenrückkehr

Die Tuareg sorgen sich nicht nur um allfällige Racheakte an Nigrern und Malier in Libyen, auch die Furcht vor einer massenhaften Rückkehr der Söldner treibt sie um. Die libysche Seite zeige Verständnis gegenüber den Befürchtungen und habe signalisiert, dass die Tuareg in Libyen bleiben dürften. Die Tuareg hoffen indes, in eine neue libysche Armee integriert zu werden.

Die Annäherung von Cauz zeige bereits Wirkung, berichtet die NZZ mit Berufung auf einen nigrischen Tuareg-Politiker: Im libyschen Sabha hätten Tuareg-Einheiten kampflos kapituliert. Dafür seien die getroffenen Abmachungen entscheidend gewesen.

Wie das Aussenministerium sagt, sei die Schweiz von den beiden Konfliktparteien um Hilfe angegangen worden. Letzte Woche habe ein weiteres Treffen in der Schweiz stattgefunden.

(mlu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 27.09.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt Zeit kommt Rat

    Antrag auf Hilfe dankend und bestimmt ablehnen.Sie sollen zuerst einmal selber Ordnung machen in ihrem Land.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 27.09.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt Zeit kommt Rat

    Antrag auf Hilfe dankend und bestimmt ablehnen.Sie sollen zuerst einmal selber Ordnung machen in ihrem Land.

    • Katie am 27.09.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      Krieg am Tisch

      Mich dünkt du hast den Artikel falsch verstanden, es wurde nicht um direkt-Hilfe angefragt, sondern um Verhandlungshilfe und diese würde ich sagen, ist immer zu Gewährleisten! Und vorallem in diesem Fall, in der die "Schweiz" mitgeholfen hat Menschenleben mit Verhandlung zu schützen.

    • Markus meier am 27.09.2011 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ornung im land

      eben und die schweiz hilft dabei wo ist hier das problem für dich?

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