Minarett-Verbot

03. Dezember 2009 11:58; Akt: 03.12.2009 12:09 Print

«Zeichen einer Krise der christlichen Identität»

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) wertet das Bauverbot für Minarette als Zeichen einer Krise der christlichen Identität. Es löse keine Probleme, sondern erschwere unter anderem die Lage der Christen in islamischen Ländern.

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Insgesamt habe die Annahme der Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» ein Hindernis und eine grosse Herausforderung auf dem gemeinsamen Weg der Integration geschaffen, stellte die Konferenz nach der 286. Ordentlichen Versammlung in Luzern fest. «Das Bauverbot für Minarette ist Zeichen einer Krise der christlichen Identität in unserer Gesellschaft. Für die Auseinandersetzung mit dem Islam ist besonders die Stärkung des eigenen christlichen Bewusstseins notwendig», erklärt die Konferenz.

Das Bauverbot wird laut SBK zugleich kein Problem im Zusammenleben mit dem Islam lösen. Es werde aber andere Folgen haben, als die meisten Ja-stimmenden Christen es wünschten. So werde es unter anderem die schwierige Lage der Christen in islamischen Ländern erschweren.

Das Nein zu den Minaretten sei aber auch ein Nein zur öffentlichen Sichtbarkeit von Religion und treffe daher alle Religionsgemeinschaften, betonen die Schweizer Bischöfe. Sie verweisen dabei auf das kürzliche Urteil des Europäischen Menschengerichtshofs, mit welchen das Kruzifix aus den Unterrichtsräumen der öffentlichen Schulen verbannt werden soll. Dies sei ein weiterer Beleg für den Druck, der gegen die Sichtbarkeit von Religion ausgeübt werde.

Die SBK tagte vom vergangenen Montag bis zum (gestrigen) Mittwoch im Priesterseminar St. Beat in Luzern.

(ap)