Israel wehrt sich

16. August 2010 07:53; Akt: 16.08.2010 08:35 Print

«Entschlossen zu töten oder getötet zu werden»

Der Leiter einer Untersuchungskommission der israelischen Armee hat schwere Vorwürfe gegen die Aktivisten der blutig erstürmten Gaza-Solidaritätsflotte Ende Mai erhoben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Aktivisten hätten es darauf angelegt, dass Gewalt angewendet würde, sagte der pensionierte General Giora Eiland dem britischen Radiosender BBC in einem Interview, das am Montag ausgestrahlt werden sollte.

«Sie waren entschlossen, zu töten oder getötet zu werden», sagte Eiland dem Sender. Der Widerstand der pro-palästinensischen Aktivisten gegen die israelischen Soldaten sei «enorm» gewesen, «weitaus grösser als erwartet». Es sei erstaunlich, dass es nicht noch mehr Tote gegeben habe.

Bei der Erstürmung der Flotte, die Hilfsmittel in den von Israel abgeriegelten Gazastreifen bringen sollte, waren am 31. Mai neun türkische Aktivisten getötet worden.

«Professionelle Fehler»

Die Mitte Juli veröffentlichte Untersuchung der israelischen Armee war zu dem Schluss gekommen, dass bei der Planung und der Ausführung des Einsatzes «professionelle Fehler» gemacht worden seien. Der Gebrauch von Schusswaffen durch die Soldaten sei aber gerechtfertigt gewesen, da sie sich hätten verteidigen müssen.

Der Vorfall hatte international für Empörung gesorgt und die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei enorm belastet. Der israelische Armeeeinsatz wird derzeit von mehreren Gremien untersucht, unter anderem durch die UNO.

(sda)