Nahost

16. Mai 2011 12:57; Akt: 16.05.2011 13:26 Print

Israel klagt bei der UNO

Nach Massenprotesten an der israelischen Grenze mit zahlreichen Toten und Verletzten hat die israelische Regierung bei der UNO Beschwerde gegen Syrien und den Libanon eingelegt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die beiden Nachbarländer seien verantwortlich für die Grenzverletzungen durch palästinensische Demonstranten am Sonntag und hätten damit gegen internationale Verträge und UNO-Resolutionen verstossen, erklärte ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums am Montag.

Obwohl Israel vor Gewalt am Jahrestag seiner Staatsgründung gewarnt habe, hätten die syrischen und libanesischen Behörden «nichts getan, um ihrer Verantwortung nachzukommen».

Die Blockade des Westjordanlands, das Israel am Sonntag vorsorglich abgeriegelt hatte, wurde nach Armeeangaben am Montag um weitere 24 Stunden verlängert.

UNO-Generalsekretär fordert Verhandlungen

Am Sonntag hatten sich zahlreiche Palästinenser zu Protestkundgebungen versammelt, um der palästinensischen «Nakba» (Katastrophe) zu gedenken, wie die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 und die folgende Flucht und Vertreibung hunderttausender Palästinenser in der arabischen Welt genannt wird.

Israelische Soldaten erschossen mindestens zwölf Palästinenser, die die israelischen Grenzabsperrungen zu Syrien und zum Libanon überrannt hatten.

Auch bei Krawallen an der jordanisch-israelischen Grenze gab es nach Polizeiangaben vom Montag mindestens 25 Verletzte, darunter elf Polizisten. Die Sicherheitskräfte fingen demnach 500 Demonstranten vor der israelischen Grenze ab.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte nach den blutigen Unruhen alle Seiten auf, Zurückhaltung und ein Höchstmass an Verantwortung zu zeigen. Nach Angaben seines Sprechers drängte Ban Israelis und Palästinenser zudem zu neuen Verhandlungen über eine endgültige und gerechte Lösung des Nahost-Konflikts, die auch die «Notlage der palästinensischen Flüchtlinge» beenden müsse.

(sda)