Kombinierter Verkehr

28. Oktober 2010 10:53; Akt: 28.10.2010 10:59 Print

Bund prüft Ausbau der Gotthard-Zufahrt

Der Bund klärt ab, ob die Tunnelprofile auf den Zufahrtsstrecken zum Gotthard-Basistunnel für den Transport von Sattelaufliegern vergrössert werden können.

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Das Bundesamt für Verkehr (BAV) lässt von der SBB die nötigen Ausbauten und Kosten erfassen und prüft Vorschläge zur Finanzierung. Der SBB erteilte das BAV den Auftrag, alle Hindernisse auf den Streckenabschnitten Basel-Erstfeld UR sowie südlich des Gotthard bis nach Chiasso zu erfassen.

BAV-Sprecher Gregor Saladin bestätigte einen Bericht der Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» vom Donnerstag.

Kosten eruieren

Auch die Kosten für die Beseitigung dieser Hindernisse solle die SBB eruieren. Vor allem geht es darum, die Tunnelprofile auf den Zufahrtsstrecken von 3,8 auf 4 Meter zu vergrössern. Hindernisse für den Bahntransport von Sattelaufliegern können aber auch Strassenüberführungen oder Perrondächer an Bahnhöfen sein.

Was der Ausbau der Strecken kosten könnte, lässt sich laut Saladin noch nicht genau beziffern. Das BAV gehe von einem dreistelligen Millionenbetrag aus, sagte er. Für die Finanzierung prüfe das Amt intern vorläufig zwei Möglichkeiten.

Die eine ist ein Griff in die Strassenkasse. Nutzniesser der Ausbauten sei ja in erster Linie die Transportbranche, sagte Saladin. Eine zweite Variante wäre, die Ausbauten ins Projekt «Bahn 2030» aufzunehmen.

Hupac fordert Ausbau

Der Ausbau der Zufahrtsstrecken zum Gotthard-Basistunnel wird vom Kombi-Operateur Hupac gefordert. Um das Verlagerungsziel zu erreichen, müsse der gesamte Korridor bis 2018 ausgebaut sein, hielt Hupac im Sommer fest.

Der Kombinierte Verkehr in der und durch die Schweiz dürfte laut einer im April erstellten Studie im Auftrag des BAV bis 2030 stark wachsen. Beim Transitverkehr könnte die Zahl der Sendungen von 719 900 im 2008 bis in 20 Jahren auf über 1,5 Millionen steigen.

Beim bilateralen Verkehr von und mit der Schweiz wäre eine Zunahme von 164 800 der Sendungen auf über 400 000 denkbar. Beim Binnenverkehr würde das Aufkommen gegenüber 2008 um 60 Prozent auf rund 315 000 Sendungen steigen.

(sda)