14 Mio. Euro Abfindung

26. Juli 2010 22:04; Akt: 26.07.2010 23:57 Print

BP-Chef Hayward geht mit voller Brieftasche

von Robert Barr, AP - Nach schlechten Krisenmanagement und verbalen Ausrutschern steht der umstrittene BP-Chef Tony Hayward kurz vor seiner Ablösung. Er bekommt 14 Millionen Euro Abfindung und «sein Leben zurück».

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Tony Hayward wird wohl bei BP bleiben. (Bild: Reuters)

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Die «Financial Times» berichtete, der Konzernchef werde im Amt bleiben, während an einer dauerhaften Abdichtung des Öllecks durch Entlastungsbohrungen gearbeitet wird. Am Wochenende soll bereits über die Bedingungen des Abgangs verhandelt worden sein.

Laut einem Bericht der «Times» geht Hayward mit Abfindungen und Pensionszahlungen in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Pfund (14 Millionen Euro). Ein BP-Sprecher hatte noch am Sonntag erklärt, der Konzernchef geniesse weiterhin das Vertrauen des Aufsichtsrats.

Dass BP Hayward, der wegen seines miserablen Krisenmanagements und diverser unglücklicher Aussagen heftig kritisiert wurde und für die Öffentlichkeit zum Gesicht der Ölpest geworden ist, loswerden muss, gilt unter Experten als ausgemacht.

«Um einen Schlussstrich ziehen zu können, brauchen sie einen neuen Vorstandschef», sagte Börsenmakler David Battersby von Redmayne Bentley Stockbrokers. Haywards Ablösung sei reine Beschwichtigungspolitik von BP gegenüber den USA, meinte David Cumming, Aktienchef Grossbritannien bei der Versicherungsgruppe Standard Life Investments. Der Konzern wolle den Druck der Medien und aus Washington mindern und sein Ansehen in den USA wieder aufbauen.

Hayward bleibt bei BP

Kreisen zufolge soll der 53-Jährige aber im Konzern bleiben: Er werde ab Oktober einen Posten bei TNK-BP erhalten, einem Joint Venture in Russland, hiess es am Montag. Hayward, der auf dem Höhepunkt der Krise erklärt hatte, er wolle «sein Leben zurück», wird der Wechsel britischen Medienberichten zufolge mit 14 Millionen Euro versüsst.

Der Vorstand des britischen Ölkonzerns traf sich am Montag in London, um über die Personalie zu beraten. Hayward selbst stieg nach der Sitzung in einen silbernen Lexus und brauste davon, ohne mit der wartenden Presse zu sprechen. Die BP-Aktie schnellte am Montagmittag in New York in Erwartung einer Ankündigung fast fünf Prozent nach oben. In London schloss sie um 4,6 Prozent höher bei 416,95 Pence.

Vor Markteröffnung in London erklärte der Konzern in einer Börsenmitteilung, noch keine endgültige Entscheidung zum Wechsel an der Führungsspitze getroffen zu haben. Auch stünden die Belastungen durch die Ölpest noch nicht fest. Am (morgigen) Dienstag veröffentlicht BP die Bilanz für das zweite Quartal. Es wird allgemein erwartet, dass der Schadenersatz bereits in die Halbjahresbilanz einfliessen wird. Analysten rechnen mit vorläufigen Rückstellungen bis zu 30 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro). Vergangene Woche hatte das Unternehmen die bislang aufgelaufenen Kosten mit annähernd vier Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass eine Gesamtsumme noch nicht abzusehen sei.