Yacht-Regatta

20. Juni 2010 10:30; Akt: 20.06.2010 10:52 Print

BP-Chef Hayward tritt in nächsten Fettnapf

BP-Chef Tony Hayward mausert sich zur Reizfigur. Jüngster Stein des Anstosses: Während die Ölkatastrophe ihren Lauf nimmt, hängt er auf seiner Luxusjacht ab.

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Tony Hayward (sitzend, Mitte links) nimmt mit seiner Yacht «Bob» an der Regatta «JP Morgan Asset Management Round the Island Race» um die Isle of Wight teil (19. Juni 2010). (Bild: Keystone)

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Schon wieder Ärger mit BP-Chef Tony Hayward. Der wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kritisierte Hayward hat mit einem Besuch einer Yacht-Regatta für Empörung gesorgt. Er wurde am Samstag auf seinem luxuriösen Segelschiff vor der Isle of Wight im Ärmelkanal fotografiert - einen Tag, nachdem BP ihn vom Krisenmanagement abgezogen hatte.

Das Weisse Haus in Washington kritisierte Haywards Verhalten scharf. «Das ist Teil einer langen Liste von Ausrutschern und PR- Fehlern», sagte der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Rahm Emanuel. «Ich glaube, wir kommen alle zu dem Schluss, das Tony Hayward nicht vor einer Zweitkarriere als PR-Berater steht», spottete er in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC.

«Nun, um Tony Hayward zu zitieren - er hat sein Leben wieder, wie er sagen würde.» Emanuel spielt damit auf eine Äusserung des BP- Chefs an, der inmitten der Umweltkatastrophe erklärt hatte, er wolle «sein Leben wiederhaben». Später entschuldigte er sich dafür.

Der Senator aus Alabama Richard Shelby, dessen Bundesstaat mit den Folgen der Ölpest zu kämpfen hat, nannte Haywards Teilnahme an der Regatta im TV-Sender Fox News «den Gipfel der Arroganz». Die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangerte das «verletztende» Verhalten des BP-Chefs an. «Das streut Salz in die Wunden», sagte Sprecher Charlie Kronick.

BP stellt sich hinter Hayward

BP verteidigte dagegen das Verhalten seines Top-Managers. Hayward sei «immer» auf dem Laufenden bei den Entwicklungen im Konzern, sagte Sprecher John Curry. Sprecher Robert Wine sagte, der Samstag sei Haywards erster freier Tag seit Beginn der Ölkatastrophe gewesen.

Hayward war in einer Anhörung vor dem US-Kongress am Donnerstag scharf angegangen worden und hatte schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Ölunfall im Golf von Mexiko eingestanden. Am folgenden Tag wurde er vom Krisenmanagement der Ölpest abgezogen.

Hayward aus der Schusslinie?

Diese Aufgabe übernahm BP-Manager Robert Dudley. Dudley ist seit vergangenem Jahr geschäftsführender Direktor des Ölkonzerns. BP will Hayward mit der Massnahme aus der Schusslinie nehmen. Dies bedeute nicht, dass Hayward zurücktrete, betonte eine Unternehmenssprecherin.

Am 20. April war die Bohrinsel «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen Millionen Liter Öl aus dem lecken Bohrloch in 1500 Metern Tiefe ins Meer. Die Ökosysteme im Küstengebiet von mehreren US-Bundesstaaten und die Fischereiindustrie haben bereits schweren Schaden genommen. Es ist die schwerste Ölpest in der Geschichte der USA.

(sda)