SBB

15. September 2010 09:16; Akt: 15.09.2010 10:19 Print

Bald mehr Stehplätze in den Zügen?

Der Morgen noch früh, die Züge bereits voll: In den Pendlerzeiten herrscht Platzmangel. Ein neuer Vorschlag könnte die S-Bahn bald offiziell zur Steh-Bahn machen.

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In dieser Kiste versteckte sich die neue Zürcher S-Bahn... ...die am 3. Juni 2010 im Hauptbahnhof der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der erste Doppelstockzug aus Schweizer Produktion: Dosto von Stadler Rail in Bussnang TG. Der Dosto wird ab 2011 auf dem Netz der Zürcher S-Bahn fahren. Stadler-CEO Peter Spuhler übergibt SBB-Chef Andreas Meyer den Schlüssel für den neuen Zug. Abfallkübel finden sich in der 2. Klasse der SBB-Version nur im Eingangsbereich. Pro Zug gibt es zwei Multifunktionsbereiche mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder. In der ersten Klasse gibt es neu Armlehnen. Insgesamt bietet der neue Dosto deutlich mehr Stauraum. Auch in der ersten Klasse. Passagiere sind von den neuen Sitzen entzückt: "Sie sind viel weicher als die jetzigen", meint ein Herr. Die Züge sind bedeutend länger als die Vorgänger-Modelle. Deshalb braucht es nicht so viele Führerstände. Das schafft Platz für weitere Sitzplätze. Die sechsteiligen Züge für die S-Bahn-Zürich sind 150 Meter lang und bieten 1694 Reisenden Platz, davon 1168 Stehplätze. Die SBB geben für die neuen Züge 1,380 Milliarden Franken aus. Überführung in einer Nacht- und Nebelaktion: Für die Präsentation der neuen S-Bahn-Züge wurden diese in der Nacht auf den 3. Juni 2010 bereitgestellt. Die Dosto sind noch nicht für den Verkehr zugelassen. Deshalb mussten sie von einer Lok gezogen werden. Das stille Örtchen. Die neuen Züge von Stadler Rail verkehren ab 2012 auch auf dem Berner S-Bahn-Netz der BLS. Hat wieder gut lachen: Im Wettbewerb für die neuen SBB-Fernverkehrszüge musste sich Stadler-Chef Peter Spuhler geschlagen geben, nun liefert er den ersten Regio-Doppelstöcker aus. Bereits ein Verkaufsschlager sind die "Flirt"-Regionalzüge von Stadler Rail. Seit 2004 hat Spuhler 579 Stück verkauft.

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Der Zug rollt ein, die Türen öffnen sich, die Menschenmassen drängen in die Wagen. Freie Sitzplätze sind Mangelware, vielen Pendlern bleibt nur ein Platz im Gang, in den Vorräumen, auf den Treppen. Sie stehen.

Hier setzt Peter Vollmer, abtretender Direktor des Dachverbandes der Transportunternehmen (VöV), an. In einem Interview mit der «Handels-Zeitung» stellt er die rhetorische Frage, ob es zwingend sei, dass alle zu jeder Zeit einen Sitzplatz haben müssen – gerade im Agglomerationsverkehr in den grossen Städten. «Oder ob man nicht Rollmaterial anschafft, das in einem Teil des Angebots von vornherein auf komfortable Stehzonen setzt.» Diese sollen das Reisen für die stehenden Pendler bedeutend bequemer machen als die heutigen Stehplätze.

Momentan warten die Pendler sehnsüchtig auf die neuen S-Bahn-Doppelstöcker, die ab nächstem Jahr ausgeliefert werden. Die SBB haben bei Stadler Rail für 1,380 Milliarden Franken insgesamt 74 Doppelstock-Triebzüge bestellt. Die Züge vom Typ «Dosto» bieten 1694 Reisenden Platz, davon sind 1168 Stehplätze (4 Personen pro Quadratmeter). Zumindest am Zug, der an der Präsentation im Juni vorgestellt wurde, waren keine speziellen Vorrichtungen wie Handschlaufen erkennbar. Die Kompositionen verfügen aber über zwei Multifunktionsbereiche mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen und Fahrräder. Gut möglich, dass diese in spezielle Stehbereiche umgerüstet werden.

Der neue S-Bahn-Doppelstöcker:

Die Züge der Realität anpassen: Was halten Sie vom Vorschlag der komfortablen Stehzonen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung im Talkback!

(mlu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini, Bern am 08.01.2011 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mit etwas gutem Willen hat es Platz für alle und a

    Schliesslich ist der ÖV wie der Name schon sagt, öffentlich und für alle (Arbeiter, Touristen, Rentner, Schwangere, Mütter mit Kindern,) zugänglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit und nicht bloss für gewisse Gruppen zu bestimmten Zeiten. Auch Ihr Motzer wart mal Kinder und mit Euren Eltern unterwegs vergesst das bitte nicht ;-)! Mit etwas gutem Willen, Anstand, Respekt, Toleranz und einer Portion Lockerheit, etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander auf Seiten der Kinderlosen und der Eltern halässt sich jede Bus- Tram- und Zugfahrt leichter ertragen. In diesem Sinne, gute Fahrt :-)

  • L. Calmonte am 19.09.2010 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    S-Bahn Reise

    Ich benütze die S-Bahn für meinen Arbeitsweg ( zwei Linien S-Bahn Bern ) Reisezeit pro weg ist 1 Std. 05 Min. Die heutigen BLS Züge bieten in den Stosszeiten nicht einmal mehr bei uns Sitzplätze ( 3 Station nach Biel !! ) Somit würde ich am Morgen im Zug stehen, beim Arbeiten Stehen und am Abend bei der Heimreise wieder stehen. Also alles was recht ist, aber ich glaube dies ist nicht die Lösung. Was Frau Kam geschrieben hat, wird sich in der Schweiz in den kommenden 20 Jahren nicht erreignen. In einer Stadt welche mehr als 1 Mio Leben kann dies zutreffen, aber nicht in Städten wie hier.

  • Deliziosa am 15.09.2010 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Zwingend

    Nach Jahren des Pendelns musste ich "gezwungenermassen" aufs Auto umsteigen da ich noch 1/3 der Zeit benötige zur Arbeit!! Und ich bin froh darüber! Teuer zahlen, immer stehen, mit ein wenig Glück Lauttelefonierer, Biertrinker (habe immer etwas abgekriegt wenn die Bierdose geöffnet wurde), Hygienemuffel, 2 Platz besetzer, zu kalt oder zu warm..! Es kostet mich zwar etwas mehr mit dem FZ, aber es ists mir wirklich 100x wert!! Die SBB nutzt ihr Monopol so weit aus, bis den Pendlern der Kragen platzt... ich hoffe es geht nicht mehr all zu lange...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini, Bern am 14.01.2011 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Mütter haben Anrecht auf soziale Kontakte, au

    Auch richte ich mein Alltags- und Freizeitprogramm mit den Kleinen nicht zwingend nach den Stosszeiten, denn sonst käme ich wortwörtlich nirgends hin Und zu Hause verschanzen, nur weils einigen nicht passt, tun wir uns natürlich nicht. Gerade eine Mutter, die die grösste und meiste Zeit zusammen mit ihren Kindern verbringt, hat Anrecht auf soziale Kontakte, auch ausserhalb der eigenen 4 Wände! Zudem lasse ich mich nicht bevormunden und vorschreiben, was, wann, wie und wo ich zusammen mit meinen Kindern zu unternehmen bzw. den ÖV zu benützen habe, und verbieten lasse ich mir schon gar nichts!

  • Andrea Mordasini, Bern am 14.01.2011 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Mutter zwängt sich zur puren Freude zu Stoss

    An alle Nörgler, die sich über Kinderwagen, Kids und Mütter zu Stosszeiten im ÖV nerven: Keine Mutter zwängt sich freiwillig aus Spass morgens und/oder abends in einen bereits vollgepferchten ÖV! Auch ich ziehe ein halbleeres Tram einem überfüllten vor, schon nur aus Rücksicht auf meine beiden Kleinkinder. Und doch gehts manchmal halt nicht anders, lässt es sich nicht immer so einrichten (Notfälle). Zudem gibts nun mal Mütter, die Teilzeit auswärts arbeiten und morgens ihre Kinder zuerst in die Kita/zur Tamu bringen und abends von dort wieder abholen und eventuell zuerst noch einkaufen müssen

  • Andrea Mordasini, Bern am 08.01.2011 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mit etwas gutem Willen hat es Platz für alle und a

    Schliesslich ist der ÖV wie der Name schon sagt, öffentlich und für alle (Arbeiter, Touristen, Rentner, Schwangere, Mütter mit Kindern,) zugänglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit und nicht bloss für gewisse Gruppen zu bestimmten Zeiten. Auch Ihr Motzer wart mal Kinder und mit Euren Eltern unterwegs vergesst das bitte nicht ;-)! Mit etwas gutem Willen, Anstand, Respekt, Toleranz und einer Portion Lockerheit, etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander auf Seiten der Kinderlosen und der Eltern halässt sich jede Bus- Tram- und Zugfahrt leichter ertragen. In diesem Sinne, gute Fahrt :-)

  • L. Calmonte am 19.09.2010 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    S-Bahn Reise

    Ich benütze die S-Bahn für meinen Arbeitsweg ( zwei Linien S-Bahn Bern ) Reisezeit pro weg ist 1 Std. 05 Min. Die heutigen BLS Züge bieten in den Stosszeiten nicht einmal mehr bei uns Sitzplätze ( 3 Station nach Biel !! ) Somit würde ich am Morgen im Zug stehen, beim Arbeiten Stehen und am Abend bei der Heimreise wieder stehen. Also alles was recht ist, aber ich glaube dies ist nicht die Lösung. Was Frau Kam geschrieben hat, wird sich in der Schweiz in den kommenden 20 Jahren nicht erreignen. In einer Stadt welche mehr als 1 Mio Leben kann dies zutreffen, aber nicht in Städten wie hier.

  • Alice bletry am 16.09.2010 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Alice

    wilst du körper an körper reiben?heisen atem im nacken spüren?rein und raus?vorne und hinten?DANN FAHRE SBAHN