Schweizer Casinos

10. Mai 2010 11:00; Akt: 10.05.2010 15:47 Print

Ohne Zigi wird weniger gezockt

Seit in den Schweizer Casinos nicht mehr geraucht werden darf, wird auch weniger gespielt. Doch auch die Konkurrenz im Internet macht den Casinos zu schaffen.

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Michele Foletti, Marketing Chef Casino Lugano, rauchte am 10. April 2007 im Casino eine Zigarette. Das ist jetzt nicht mehr erlaubt. (Bild: Keystone)

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In den Schweizer Casinos ist letztes Jahr weniger Geld verspielt worden. Wegen der Rauchverbote und der schwierigen Wirtschaftslage ging der Spielertrag um 5,6 Prozent zurück. Die Casinos lieferten via Spielbankenabgabe 479 Millionen Franken an die öffentliche Hand.

80 Prozent des Bruttospielertrags von total 936 Millionen Franken wurden 2009 an Glücksspielautomaten erzielt, 20 Prozent an Tischspielen. Insgesamt verzeichneten die 19 Casinos mit ihren 2400 Beschäftigten 5,4 Millionen Eintritte, wie der Casino-Verband am Montag mitteilte.


Minus in Tourismus-Destinationen

Am meisten «gezockt» wurde 2009 im Casino Montreux (Spielertrag: 116,2 Millionen Franken). Dort lag der Rückgang mit 4,9 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Den grössten Einbruch des Bruttospielertrags - minus 14,8 Prozent - verzeichnete das Casino in Mendrisio TI, das noch 92,6 Millionen Franken einnahm.

Ein Minus von über 10 Prozent verbuchten zudem die Casinos in den Tourismus-Destinationen St. Gallen, St. Moritz, Davos und Interlaken. Entgegen dem nationalen Trend zulegen konnten hingegen die Casinos in Courrendlin JU (+ 2,6 Prozent), Freiburg (+ 2,2 Prozent) und Baden AG (+ 1,1 Prozent).

Die Erträge aus der Spielbankenabgabe kommen in erster Linie der AHV zugute. Seit ihrer Eröffnung in den Jahren 2002/03 flossen aus den Schweizer Casinos insgesamt 2,7 Milliarden Franken in die AHV. Insgesamt 500 Millionen gingen an die Kantone und 200 Millionen via Gewinnsteuern an die öffentliche Hand.

Konkurrenz durch Internet-Glücksspiele

Um «weiterhin erfolgreich» operieren zu können, fordern die Schweizer Casinos gleich lange Spiesse im Konkurrenzkampf mit Glücksspielen im Internet. Für elektronische Spiele müssten die gleichen Regeln gelten wie für die Casinos.

Zudem verlangen die Schweizer Casinos vom Bundesrat Klarheit über dessen Spielbankenstrategie für die Zeit nach Ablauf der Konzessionen 2022, wie Daniel Frei, Präsident des Schweizer Casino Verbandes, laut Redetext vor den Medien erklärte.

3000 Casino-Sperren

2009 sprachen die Spielbankenbetreiber rund neue 3000 Casino-Sperren aus, gut 300 weniger als im Vorjahr. Nach Angaben des Casino Verbands vom Mai 2008 waren insgesamt etwa 20 000 Personen von Roulettetischen und ähnlichem verbannt. Dazu gehören auch die Angestellten der Casinos, die an ihrem Arbeitsort nicht spielen dürfen. Aktuellere Angaben lagen gemäss dem Verband am Montag nicht vor.

Ein Casino-Verbot kann ein Spielsüchtiger oder Problemspieler auch aus eigenem Antrieb gegen sich selbst verhängen lassen. Das Gesetz verpflichtet die Schweizer Casinos, Massnahmen gegen Spielsüchtige zu ergreifen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander Tsakiridis am 10.05.2010 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, gut zu wissen...

    Da kriegt die AHV 2.7 Milliarden Franken, und trotzdem jammert die AHV, das sie bald pleite gehen werden. Das überall was gekürzt werden muss, damit die Renten gesichert sind. Den Arbeitnehmern drückt man die Zigarette-Preise hoch und zieht gar vom Lohn den AHV-Beitrag ab. Liebe 20min, rechechiert mal, wieviel die AHV total einnimmt!!! Da ist doch was faul.

  • Harry Hollunder am 10.05.2010 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schliesse mich an

    Das wäre in der Tat ein interessantes Thema! Hoffe ihr greift es auf.

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  • Harry Hollunder am 10.05.2010 14:10 Report Diesen Beitrag melden

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    Das wäre in der Tat ein interessantes Thema! Hoffe ihr greift es auf.

  • Alexander Tsakiridis am 10.05.2010 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, gut zu wissen...

    Da kriegt die AHV 2.7 Milliarden Franken, und trotzdem jammert die AHV, das sie bald pleite gehen werden. Das überall was gekürzt werden muss, damit die Renten gesichert sind. Den Arbeitnehmern drückt man die Zigarette-Preise hoch und zieht gar vom Lohn den AHV-Beitrag ab. Liebe 20min, rechechiert mal, wieviel die AHV total einnimmt!!! Da ist doch was faul.