München-Prügler

08. März 2010 11:26; Akt: 09.03.2010 09:54 Print

Jugendstrafrecht setzt auf Erziehung

Das Jugendstrafrecht unterscheidet sich auch in Deutschland deutlich vom Strafrecht für Erwachsene. Im Mittelpunkt steht die Erziehung und nicht die Bestrafung. Geregelt ist dies im Jugendgerichtsgesetz.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für jugendliche Straftäter zwischen 14 und 17 Jahren gilt uneingeschränkt das Jugendstrafrecht. Wer zur Tatzeit 18, aber noch nicht 21 Jahre alt ist, gilt als Heranwachsender. Hier entscheidet das Gericht von Fall zu Fall, ob das Erwachsenenstrafrecht angewendet wird. Dieses ist in der Regel härter.

Gerichtsverhandlungen gegen Jugendliche finden zu deren Schutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Strafrahmen des Erwachsenenstrafrechts haben hier keine Gültigkeit. Stattdessen gibt es vor allem Erziehungsmassnahmen und Arreste.

Harte Strafen bei schweren Vergehen

Als härteste Massnahme ist aber die Freiheitsstrafe vorgesehen - die Jugendstrafe. Sie wird nur unter besonderen Voraussetzungen verhängt. Beim Täter müssen beispielsweise «schädliche Neigungen» festgestellt werden oder sein Verschulden muss besonders schwer sein.

Die Jugendstrafe dauert sechs Monate bis fünf Jahre. Allerdings können in Ausnahmefällen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren beantragt werden: Dies gilt für Verbrechen, für die das allgemeine Strafrecht mehr als zehn Jahre Haft vorsieht - Mord oder versuchter Mord etwa. Das Gericht muss die Strafe aber so bemessen, dass eine erzieherische Wirkung noch möglich ist.

Nach immer neuen schweren Gewalttaten Jugendlicher mehrten sich in jüngster Zeit die Rufe nach schärferen Strafen. Die Bundesregierung hat inzwischen in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Höchststrafe für Mord im Jugendstrafrecht auf 15 Jahre anzuheben.

(sda)