Schweinegrippe in der Schweiz

29. April 2009 15:00; Akt: 29.04.2009 16:27 Print

Bundesrat beruft Pandemie-Sonderstab ein

In der Schweiz gibt es mittlerweile 21 Fälle von Verdacht auf Schweinegrippe. Jetzt handelt Bern: Der Bundesrat hat den Sonderstab Pandemie einberufen.


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Der Bundesrat hat heute den Sonderstab Pandemie einberufen, wie es der Pandemieplan des Bundes bei Stufe 4 (von 6) vorsieht. Damit will er die Koordination zur Bekämpfung einer allfälligen Schweineinfluenza-Pandemie verstärken, wie der Bund in einer Mitteilung schreibt. Der Sonderstab soll die Abläufe in der Verwaltung beschleunigen und steht unter Leitung von Pascal Strupler, Generalsekretär des Innendepartements (EDI). Damit geht die Federführung in der Pandemiebekämpfung an das Departement über. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) soll aber weiterhin die operative Leitung bei der Prävention und der Bekämpfung der Schweinegrippe behalten. In einer Medienkonferenz informiert der Bund um 16.30 Uhr. 20 Minuten Online überträgt live.

Zahl der Verdachtsfälle stark gestiegen

Inzwischen gibt es in der Schweiz 21 Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Am Dienstag waren es erst neun Verdachtsfälle gewesen.
Nach wie vor gibt es in der Schweiz aber keine bestätigten oder wahrscheinlichen Schweinegrippe-Fälle. Die Verdachtsfälle sind auf acht Kantone verteilt, und zwar auf Aargau, Bern, Basel-Landschaft, Genf, St. Gallen, Waadt, Wallis und Zürich.
Baselland klärt derzeit vier Fälle von Erkältungen bei Mexikoreisenden ab.

Der Verdachtsfall auf Schweinegrippe im Kanton Zürich betrifft eine Frau, die kürzlich von einem Aufenthalt in Mexiko zurückgekehrt ist. Wie die Zürcher Gesundheitsdirektion am Mittwoch weiter bekannt gab, verlaufen die Symptome bei der Frau jedoch derart mild, dass keine Einweisung ins Spital erforderlich wurde. «Die Frau ist zu Hause isoliert und wird von Fachpersonal betreut», sagt Sprecher Urs Rüegg gegenüber 20 Minuten Online.

Wenig Risiko im Kanton Zürich

Gemäss aktueller Lageeinschätzung bestehe derzeit kein Risiko, sich im Kanton Zürich mit dem Virus anzustecken, heisst es. Im Kanton Zürich werden vorsorglich die notwendigen Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass sich die Lage verschärfen sollte. Dabei gehe es zum Beispiel darum, die Behandlungskapazitäten in den Spitälern sicherzustellen sowie Institutionen und Gemeinden für die betriebliche Vorsorge zu sensibilisieren.

Mexikorückkehrer mit Erkältungen

Im Kanton Baselland werden im Zusammenhang mit der Schweinegrippe derzeit vier Fälle von erkrankten Mexiko-Rückkehrern abgeklärt. Laut dem Baselbieter Kantonsarzt weisen sie Erkältungssysmptome auf. Die Behörden sind aber nicht beunruhigt.

Hospitalisiert worden sei niemand der unlängst Zurückgekehrten, sagte Kantonsarzt Dominik Schorr am Mittwoch in Liestal am Rande einer Medienkonferenz. Die vier Personen hätten leichte Erkältungssymptome wie etwa Halsweh, jedoch kein hohes Fieber. Schorr wollte darum auch nicht unbedingt von Verdachtsfällen sprechen.

Die Betroffenen seien angewiesen worden, zu Hause zu bleiben und sich notfalls ausserhalb nur mit Maske zu bewegen. Resultate von Labortests lägen noch nicht vor. Dies werde auch nicht gleich der Fall sein, da dem Kanton vom Referenzlabor zum Probentransport nur zwei Sicherheitsbehälter zugeteilt worden seien. «Die Situation ist nicht bedrohlich», bilanzierte Schorr jedoch.

Fünf Verdachtsfälle im Waadtland

Drei der Erkrankten kamen aus Mexiko, zwei aus Kalifornien zurück. Sie wurden zu Hause unter Quarantäne gesetzt.

(AP/meg/SDA/whr/mdr)