Ägypten-Urlauber

31. Januar 2011 15:07; Akt: 31.01.2011 19:11 Print

Keine Schweizer Sonderflüge

Zahlreiche Länder, darunter Deutschland und die USA, haben zusätzliche Flüge organisiert, um ihre Staatsbürger aus Ägypten auszufliegen. Die Schweiz nicht.

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Eine riesige Menschenmenge wartet am Kairoer Flughafen darauf, das Land verlassen zu können. (Bild: AFP)

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Die Schweizer Reiseveranstalter planen vorerst keine besonderen Rückholflüge für Schweizer Urlauber im krisengeschüttelten Ägypten. «Eine 'Rückholaktion' ist derzeit nicht geplant», sagte Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir am Montag auf Anfrage. Die handvoll Feriengäste, die sich zu einer Rückkehr entschlossen hätten, könnten mit regulären Flügen in die Schweiz zurückkehren.

Auch der Reiseveranstalter Kuoni sieht keine Notwendigkeit für Sonderflüge. «Wenn die Nachfragen nach einer vorzeitigen Rückkehr zunehmen, werden wir in Absprache mit anderen Veranstaltern Massnahmen treffen», sagte Mediensprecher Peter Brun am Montag. Da in Ägypten Nachtflüge möglich seien, könnten allfällige Sonderflüge kurzfristig durchgeführt werden.

Einzelne reisen trotz Warnung

Obwohl Kuoni grundsätzlich von Reisen nach Ägypten abrate, würden einzelne Gäste weiterhin hinfliegen. «Dabei handelt es sich beispielsweise um Personen, die einen ägyptischen Partner haben», sagte Brun. Der Sprecher des Reiseveranstalters Tui, Roland Schmid, sagte dagegen am Montag auf Anfrage, es gehe niemand mehr nach Ägypten.

Von den 400 Gästen von Tui, den 600 von Kuoni sowie den 560 von Hotelplan halten sich gemäss den Reiseveranstaltern keine in Kairo, dem Zentrum der Proteste, auf. Die meisten Touristen aus der Schweiz besuchen die Badestrände am Roten Meer, wo es bislang ruhig blieb. Eine Minderheit der Besucher kreuzt zudem auf dem Nil.

Bereits gebuchte Reisen mit einer Abreise bis zum 15. Februar können bei den Veranstaltern kostenlos umgebucht oder annulliert werden.

Es bleibt bei Reisewarnung

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat am Montagmorgen noch keine Massnahmen zur Rückführung von Schweizer Staatsangehörigen geplant, wie Sprecher George Farago auf Anfrage sagte.

Am Sonntag hatte das EDA eine Reisewarnung für ganz Ägypten ausgegeben. Vor Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen wird abgeraten. Zudem fordert das EDA in Ägypten lebende Schweizer dazu auf, das Land vorübergehend zu verlassen. Bei der Schweizer Botschaft in Kairo sind gemäss EDA 1574 Landsleute gemeldet.

Zahlreiche Sonderflüge

Am Montag begannen zahlreiche Staaten damit, ihre Bürger aus Ägypten auszufliegen. Neben der deutschen Lufthansa organisierten am Montag unter anderem auch die USA, China, Japan, Indien und die Türkei zusätzliche Flüge, um Staatsangehörigen die Heimkehr zu ermöglichen.

Am Flughafen in Kairo warteten hunderte Touristen auf zusätzliche Maschinen. China schickte zwei Flugzeuge, um 500 gestrandete Staatsangehörige abzuholen. Auch Japan liess rund 500 Bürger in der ägyptischen Hauptstadt einsammeln und nach Rom bringen.

(sda)